Johannes 14. V. 21. « Anno Domini 1610 . An anderer Stelle nochmals : » Melchior v. Phull Aetatis suae 35. Anno 1609 . Discite mortales fugitivam noscere vitam . « Dieser Melchior von Pfuel ist derselbe , der sich auch als Nekromant einen Namen machte . 5. Adam von Pfuel . Brustbild . Ein älterer Mann , ernst , prononziert martialisch . Er zählt zu den bekanntesten Mitgliedern der Familie . Adam von Pfuel wurde 1604 geboren . Er folgte 1620 seiner Schwester , einer Hofdame Marie Eleonorens , bei Vermählung dieser mit Gustav Adolf , nach Stockholm . Diese Schwester heiratete später den berühmten Banér und wurde die Ahnmutter des gleichnamigen Geschlechts . Ihr Bruder , unser Adam von Pfuel , trat als Page bei Gustav Adolf in Dienst , begleitete ihn nach Deutschland und brachte , nach der Lützener Schlacht , des Königs Leiche von Weißenfels nach Stettin , von wo sie nach Stockholm eingeschifft wurde . Seine nahen , schon angedeuteten verwandtschaftlichen Beziehungen zu Banér machten es , daß er auch in der Folge der Partei dieses wüsten aber genialischen Feldherrn zugehörte . 1634 führte er zuerst , als Kommandeur eines Regiments , einen selbständigen Zug nach Thüringen hin aus und deckte die Flanke des Heeres . Auf diesem Zuge war es , wo sich der damals noch jugendliche Derfflinger seine ersten Sporen im Pfuelschen Regiment verdiente . Später stieg Pfuel zum Avantgardenführer des schwedischen Heeres auf und eroberte sich als solcher den allerdings zweifelhaften Ruhm , achthundert böhmische Dörfer niedergebrannt zu haben . Nach Banérs Tode war es Pfuel , der , in Gemeinschaft mit einigen anderen Kriegsobersten , die Schlacht bei Wolfenbüttel schlug . Er stand damals hoch genug in Ansehen , um hoffen zu dürfen , das Oberkommando werde ihm übertragen werden . Er scheiterte aber , weil er Ausländer war , und Torstensson ( ihm freilich hoch überlegen ) erhielt den Oberbefehl . Als ihm auch Lilljehoek vorgezogen wurde , nahm er den Abschied . Dies war 1642 . Wo er von da ab bis 1652 war , ist unbekannt . In späteren Jahren kaufte er sich die Güter Helfta und Polleben im Mansfeldischen und gründete eine neue Linie . Auf seinem Bilde in Jahnsfelde trägt er die goldene Kette , die ihm Gustav Adolf geschenkt hatte . Er starb als schwedischer Generalleutnant 1659 zu Polleben . Hat auch in der Jahnsfelder Kirche Schild und Spruch . 6. Kurt Bertram von Pfuel . Brustbild . Dieser Kurt Bertram war kurbrandenburgischer General-Kriegs-Kommissar während des Dreißigjährigen Krieges , und wurde von seiten George Wilhelms mehrfach zu diplomatischen Sendungen verwandt , namentlich an Wallenstein , als dieser zuerst an den Grenzen der Mark erschien . Unser Kurt Bertram war damals » Kammerjunker « . Seine erste Mission an Wallenstein fällt in das Frühjahr 1626 . Es scheint , daß er den Friedländer in Halberstadt traf und ihn im Auftrage des Kurfürsten zu bitten hatte , nicht in die Mark einzurücken . Wallenstein antwortete : » So wahr ich ein ehrlicher Mann bin , will ich dem Kurfürsten kein Widriges erweisen , nur bitte ich ihn um Gottes Willen , die Mansfeldsche Armee ( die in der Priegnitz hauste ) auszuschaffen , sonst muß ich nachrücken , um den Feind zu suchen , wo ich ihn treffe . « Im August traf Wallenstein mit sechzehn Regimentern in Kottbus ein . Der Kurfürst hatte den später so berühmt gewordenen Konrad von Burgsdorf zum Marschall bei ihm bestellt , und es verlautet nicht , daß unser Kurt Bertram bei dieser Gelegenheit weitere Verhandlungen mit Wallenstein gehabt habe . Er war indessen einige Wochen vorher in Kottbus gewesen , um , gemeinschaftlich mit einem von Rochow , die Empfangsvorbereitungen zu regeln . Kurt Bertram sah den Friedländer erst später wieder , und wie es scheint , unter ziemlich mißlichen Umständen . In Prag , als er dem Gefürchteten eine Vorstellung zu überreichen hatte , fuhr ihn dieser an : » Ich werde schiefericht ( etwa das , was wir heute » nervös « nennen würden ) , wenn ich solche Schriften sehe « , und im Juni 1628 berichtete Pfuel von Frankfurt a. O. nach Berlin : » er habe den General nicht sprechen können , denn dieser habe just seinen Schiefer gehabt , und nicht nur kurz vorher den Sekretär , den Kammerdiener und Edelknaben abprügeln lassen , sondern auch das Glockenläuten verboten und zugleich befohlen , alle Hunde von der Gasse zu schaffen . « Diese Missionen , wie wir hieraus genugsam ersehen können , waren verantwortungsvoller Natur und forderten ihren Mann . Kurt Bertram , dessen Bruder ( Adam ) und Neffe ( Georg Adam ) direkt in schwedischen Diensten standen , gehörte selbstverständlich der Anti-Schwarzenbergschen Partei zu . Schwarzenbergs Einfluß setzte es schließlich durch , daß Kurt Bertram seiner Ämter enthoben und seine Güter eingezogen wurden . Nach dem Tode Kurfürst George Wilhelms aber wendete sich das Blatt ; er erhielt seine Güter zurück und wurde ausersehen , den Adam Schwarzenberg gefangenzunehmen . Später kaufte er sich in Sachsen an und wurde , durch weitere Verzweigung , der Stammvater der noch blühenden Württembergschen Linie . Das Bild Kurt Bertrams befindet sich in Jahnsfelde . Er ist ein schöner Mann , blühend , noch jung , voll klugen und energischen Ausdrucks . Seine Tracht in Koller und Klapphut ist im wesentlichen die eines schwedischen Kriegsobersten . Was der Jahnsfelder Porträtgalerie einen Reiz verleiht und ihr unterscheidendes Merkmal bildet , ist , daß sie das Frostige eines sogenannten » Ahnensaals « vermeidet . Man steigt nicht erst treppauf , man zieht nicht erst die verschossenen Gardinen zurück , man sorgt nicht erst , abstäubend und Fenster öffnend , für Luft und Licht , – in Jahnsfelde lebt man mitten unter ihnen . Diese alten Herren in Rüstung oder Perücke , hier sind sie nicht zu steifer Repräsentation da , sind nicht Fremde am eigenen Herde , nein , man hat sich häuslich-familiär mit ihnen eingerichtet , kennt