ausgeführt . In Front trägt der Stein ein flach gearbeitetes Kreuz , und als Umschrift um dasselbe , in Form eines Kranzes , die Worte : NON GLORIOR NISI IN CRUCE DOMINI . Die Emporen der alten Kirche ruhen auf kurzen , grobgeschnitzten Holzpfeilern ; in einen derselben sind die Worte eingeschnitten : BERTRAMB V. PFUEL . ANNO MDCX . Dieser Bertramb von Pfuel war ein Vetter Kurt Bertrams von Pfuel , der während des Dreißigjährigen Krieges eine Rolle spielte und auf den wir weiterhin zurückkommen . Unter dem Altar der Gielsdorfer Kirche soll ein anderer Pfuel ( Christian Friedrich ) bestattet sein . Eine Stückkugel riß ihm , beim Sturm auf Kaiserwerth , den Kopf weg und Rumpf und Glieder wurden in Gielsdorf begraben . Das war 1702 . Er war Oberst in einem Infanterieregiment . Sein Bild befindet sich in Jahnsfelde . Ein Spruch in der Jahnsfelder Kirche gedenkt sein . Dieser von Friedrich de La Motte-Fouqué herrührende Spruch lautet : Italien hat und Niederland Den edlen Kämpfer oft geschaut . In vieler wilden Schlachten Brand Hat er das Feld mit seinem Blut betaut . Als letzter Kranz ward ruhmvoll ihm beschert Zu sterben , vorbewußt im Sturm auf Kaiserswerth . Dieses » vorbewußt « bezieht sich auf folgenden Vorfall , der als Tradition in der Familie fortlebt . Am Tage vor dem Sturm auf Kaiserswerth will Pfuel in sein Zelt treten . Die vor dem Zelt stehende Schildwache salutiert nicht , erblaßt aber und zeigt nur auf das Innere des Zelts . Pfuel tritt jetzt ein und sieht sich selber , schreibend , am Tische sitzen . Er tritt hinter die Gestalt , blickt dem ruhig Weiterschreibenden über die Schulter und liest sein Testament . Dann verschwindet die Gestalt . Pfuel wußte jetzt , daß er andern Tages sterben werde . Er setzte sich auf den Feldstuhl , auf dem eben sein Doppelgänger gesessen , schrieb an seine Frau und nahm Abschied von ihr . Anderen Tages fiel er an der Spitze seiner Sturmkolonne . Es ist sehr wahrscheinlich , daß diese Geschichte zu Chamissos schönem Gedichte » Die Erscheinung « Veranlassung gegeben hat . Wenigstens ist die Situation dieselbe . Chamisso war mit Fouqué befreundet und Fouqué seinerseits kannte die Familientradition des ihm verwandten Pfuelschen Hauses . Jahnsfelde Jahnsfelde Jahnsfelde ist seit 1449 in der Pfuelschen Familie , also noch elf Jahre länger als Gielsdorf . Die hübsche Inschrift über der Tür des Herrenhauses nimmt Bezug darauf und lautet : Glück herein , Unglück heraus , Dies ist der Pfuel ritterlich Haus Seit vierhundert Jahren , – Gott wolle bewahren In Noth und Gefahren Geschlecht und Haus . Dies Herrenhaus selbst ist neu , doch ruht es auf den Fundamenten eines alten Gebäudes , das hier stand . Der Park , der das Herrenhaus von allen Seiten malerisch umschließt , ist eine Neuschöpfung . Auch der unmittelbar angrenzende Friedhof konnte mit in den Park hineingezogen werden , da die Herstellung eines neuen Begräbnisplatzes ohnehin geboten war . War doch schon seit 1244 an derselben Stelle begraben worden . Grab über Grab . Der gegenwärtige Besitzer von Jahnsfelde hat voll historischen Sinnes und zugleich in Pietät gegen die ruhmreiche Vergangenheit seines Geschlechtes die unteren Räume des Hauses nach Art eines Familienmuseums eingerichtet . Erinnerungsstücke aller Art , Wappenschilde , Waffen , besonders aber Bildnisse finden sich hier auf engstem Raume zusammen . Sie alle namhaft zu machen , liegt außerhalb der Zwecke dieses Buchs und nur der ältesten und interessantesten möge kurz Erwähnung geschehen . 1. Anna von Pfuel . Ein interessantes Bild aus der Garziner Kirche . Es stellt eine junge , reichgeschmückte Frau dar , lebensgroß , ganze Figur . Im Haar scheint sie eine Brautkrone zu tragen . Ort und Jahreszahl lauten : Garzin , 1594 . Dies ist das älteste Bild der Sammlung . Die Behandlung , besonders der Gewandung , ist noch steif und faltenlos . 2. Heino von Pfuel im Jahre 1602 . Aetatis suae 58. Eine kriegerische Gestalt in Eisenrüstung und hoher Halskrause , dazu rot und weiße Schärpe . Die Unterschrift des Bildes , vom alten Maler selbst herrührend , lautet : Heino von Pfuhl ich ward genannt , Ein Obrister über Reuter und Knecht , In Ungarland Und mannigen Orts sonst wohlbekannt . Es heißt von ihm , daß er ein brandenburgisches Hilfskorps gegen die Türken kommandiert und sich über haupt im Felde wie bei Hofe ausgezeichnet habe . Auch er hat ein Schild in der Jahnsfelder Kirche und auf demselben einige Fouquésche Reimzeilen . 3. Erneste Friedrich von Phull . Wenn ich nicht irre , ebenfalls aus der Garziner Kirche nach Jahnsfelde gebracht . Stellt einen älteren Mann mit weißem Bart , von ernstem , fast schwermütigem Gesichtsausdruck dar . Auf dem Bilde das Pfuelsche und Bismarcksche Wappen . Spruch : Wer Gott allezeit vertrauen kann , Der bleibt ein unverdorbener Mann . Dann folgende Unterschrift : » Der edle , feste Erneste Friedrich von Phull , ein Bruder Heinonis auf Garzin , Trebnitz und der neuen Langenwische Erbherr , starb allhier den 8. Oktober Anno 1613 früh , seines Alters 64 Jahr . Ward den folgenden 4. Novembris in das Begräbniß gesetzet und wartet der fröhlichen Auferstehung . « 4. Melchior von Phull . Ein vortreffliches Bild , das einen Mann in besten Jahren , in schwarzer Kanzler-oder Geheimrats-Tracht darstellt , mit großem , schönem Spitzenkragen , Handmanschetten und Kanzlerkette . Links oben das Pfuelsche Wappen , rechts das Wappen der alten Familie von Menlishoff . Unter dem Pfuelschen Wappen lesen wir : » Melchior von Phull , Consiliarius Brandenburgensis . In Garzin , Garzo , Hasenholz et Trebnitz . Pie Obit . 18. November Anno 1609 . « Unter dem Menlishoffer Wappen steht : » Ist Gott mit uns , wer mag wider uns sein . « Melchior selbst legt seine rechte Hand auf ein aufgeschlagenes Buch mit rotem Rand ; auf der weißen Seite steht : » Wer meine Gebote hat und hält usw.