interessanten Familiengalerie eingefügt . Das bemerkenswerteste , was der Garziner Kirche geblieben , ist seine 1654 in Hamburg gegossene Glocke . Dieselbe ist einerseits durch ein tellergroßes , in die Glockenwandung eingeschmolzenes Medaillon , das » Urteil des Paris « darstellend , andererseits durch ihre plattdeutschen Inschriften interessant . Diese sind freilich nur zum Teil verständlich . Die untere , einreihige Inschrift lautet : » Gegaten tho Hamborch Anno Domini 1654 Junius . « Dazu : In Gades Namen in bin ick geflaten ( geflossen ) Hans vom Damme het mi gegaten . Die obere Inschrift ist viel länger und schwer zu entziffern . Ick bin gegaten in Gottes Ehr ; . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wenn ick klinge , so denk zur Stundt Daß Christ mit der Baß Dir bassunen kumpt , Zu fordern alles vor Gericht , – Drub halte Di und sundige nicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vor alle Sunde de Du begahn Lath Christum den Vorloser ( Erlöser ) stahn . Die Zeile , » daß Christ mit der Baß Dir bassunen kumpt « erscheint mir voll origineller Kraft . In Garzin lebte Anfang des 17. Jahrhunderts » Melchior von Pfuel , der Nekromant « , dessen Bildnis wir später begegnen werden . Es heißt , daß er vorzugsweise in Garzin seine alchymistischen Versuche machte . Buckow Buckow Die Stadt Buckow und ihre schönen Umgebungen habe ich an anderer Stelle ( vgl. S. 90 ) ausführlich beschrieben . Das Schloßgräflich Flemmingsch – enthält neben andern Sehenswürdigkeiten einen bemerkenswerten Speisesaal , eine Jugendarbeit Schinkels . Dieser Saal zieht sich , nach Art einer rundgewölbten Halle , quer durch die Mitte des Schlosses , das nun , an den beiden ausmündenden Stellen , nach vorn und hinten zu , um einige Fuß vorspringt . Kassetten schmücken die Decke des Saals , der mittelst einer großen , den Bau nach der Gartenseite hin abschließenden Glaswand , das nötige Licht empfängt . Über der Halle , in einem Saal von gleichen Dimensionen , befindet sich die Bildergalerie . Schloß Buckow , wie alles , was es enthält , ist aus verhältnismäßig später Zeit und nur die Buckower Kirche , die sich malerisch auf einem Hügel am Ausgange der Stadt erhebt , weist noch einzelne Pfuelsche Reminiszenzen auf . Links neben dem Altar , an einem der hohen Wandpfeiler , 79 befindet sich eine große , sieben bis acht Fuß hohe » Trophäe « , die sich aus in Holz geschnitzten Kanonen , Trommeln , Fahnen , Standarten usw. zusammensetzt und in ihrer Mitte das Pfuelsche Wappen trägt . Das Ganze eine ziemlich rohe , bunt bemalte Arbeit mit folgender Inschrift : » Der Hochedelgeborne Herr , Herr George Adam von Pfuel , Sr. Churf . Durchlaucht zu Brandenburg , hochwohlbestallter General-Major , Gouverneur und Oberhauptmann der Veste Spandau , auch Obrister zu Roß und Fuß , auf Groß- und Klein-Buckow , Obersdorf , Möschen , Garzin , Sieversdorff , Hasenholz , Damsdorf und Münchehofe , geb . den 15. November 1618 , gestorben im Juli Anno 1672 , seines Alters 54 Jahre weniger 5 Monate . « Dieser Georg Adam von Pfuel , der in der noch zugänglichen Gruft der Buckower Kirche ruht , machte während des Dreißigjährigen Krieges unter seinem berühmteren Oheim Adam von Pfuel die Kriegsschule durch . Er kommandierte später selbständig , war ein Zeitgenosse Sparrs , Görtzkes , Derfflingers , und zeichnete sich während des polnischen Krieges und bald darauf während des Zuges nach Holstein aus . Die glänzendste Zeit des Großen Kurfürsten erlebte er nicht mehr . Außer der Herrschaft Buckow besaß er die Dörfer Dahlem und Marzahn in der Nähe von Berlin . Sein Bildnis befindet sich in Jahnsfelde . Durch die Tochter Georg Adams , die den später in sächsischen und preußischen Diensten so berühmt gewordenen Feldmarschall Heino Heinrich von Flemming heiratete , kam Buckow an die Flemmings , die es also seit ungefähr zweihundert Jahren besitzen . Nach anderer Angabe war der Feldmarschall von Flemming ein Sohn aus der Ehe der Pfuelschen Erbtochter mit einem Flemming . Wilkendorf Wilkendorf Wilkendorf , eine halbe Meile nördlich von Strausberg , ist seit vor 1536 im Besitze der Pfuels . Das reizend am Abhang gelegene , auf eine Talwiese niederblickende Herrenhaus ist neu und unter den mannigfachen Kunstschätzen desselben befindet sich nichts , was bis in frühere Jahrhunderte zurückreichte . Einige ältere Familienporträts sind ohne Belang . Die Kirche ist alt und zeichnet sich durch einen mit Geschmack und Pietät restaurierten Schnitzaltar aus . Interessanter noch als dieser ist der aus einem großen Granitblock ausgemeißelte Taufstein , der vor dem Altar steht . Er ist ungewöhnlich groß und hat über drei Fuß Höhe bei zwei Fuß Durchmesser . Solche granitnen Taufsteine waren in der ersten Zeit der Christianisierung des Landes sehr häufig ; allerorten auf den Feldern umherliegende Rollsteine , wie sie das Material zu den Kirchen selber boten , wurden ausgehöhlt und die » Taufe « war fertig . Die Bearbeitungskunst bleibt aber unter allen Umständen erstaunenswert , wenn man erwägt , wie geringe technische Hilfsmittel damals zu Gebote standen . Jetzt begegnet man solchen » Taufen « nur sehr selten noch . Gielsdorf Gielsdorf Gielsdorf – durch den schönen Ihlandsee von Wilkendorf getrennt – ist seit vierhundert Jahren im Besitze der Familie . In einen der alten Kirchenpfeiler wurde , mit Bezugnahme darauf , eine Steintafel eingemauert , die folgende Inschrift trägt : » Zur Erinnerung an die 1460 unter Churfürst Friedrich geschehene Belehnung des Werner Pfuel mit Gielsdorf und an den vierhundertjährigen Besitz seiner Erben . Gustav von Pfuel , 1860 . « Auch in der Gielsdorfer Kirche befindet sich ein ausgemeißelter Taufstein , doch ist derselbe ersichtlich aus späterer Zeit , nicht so groß wie der Wilkendorfer und , statt in Granit , in bloßem Kalkstein ( wahrscheinlich aus dem benachbarten Rüdersdorf )