wollte . « Erst nachdem der Eintritt der bekannten Erscheinungen unseren alten Sparrenvater , wie so manchen Vater vor und nach ihm , von der Unmöglichkeit solcher Isolierung überzeugt hatte , entschloß er sich reumütig , dem Hause das zu geben , was ihm bis dahin gefehlt hatte – eine Treppe . Das Schloß , wie seine Inschrift besagt , wurde 1565 bis 67 gebaut und 1580 renoviert . Ich vermute jedoch , daß es 1650 statt 1580 heißen muß . Jedenfalls haben sehr bald nach dem Dreißigjährigen Kriege Renovierungen stattgefunden , da , während des Krieges , wie Bekmann berichtet , die Seitengebäude des Schlosses durch den schwedischen General von Dewitz eingeäschert worden waren . Natürlich mußte das Schloß selbst bei dieser Einäscherung mit leiden . Aber gleichviel , die Grundanlage des Schlosses ist seit den Tagen Arendts von Sparr und seines Sohnes Otto Christoph unverändert geblieben . Und wie das Sparrenschloß blieb , so die Sparrenerinnerungen . Vor allem selbstverständlich die , die dem alten Feldmarschall gelten . In jedem der Dörfer , die dem Sparren-Lande zugehören , ist er gekannt , in dem einen als Zauberer , in dem anderen als Türkenbesieger , überall aber als der » Glockenmann « , der sich vorgesetzt hatte , am ganzen Laufe des Finowflusses hin seine Glocken klingen zu hören . Und wer an der Biesenthaler Wassermühle den kleinen Fluß passiert , oder an einem Herbtsabende , bei fallendem Nebel , an dem Tramperpark und seinen Burgtrümmern vorüberkommt , der fühlt wohl , daß ihn sein Weg in Gegenden geführt hat , wo es nicht wundernehmen darf , daß alte Volkssagen noch lebendig sind und weiter wachsen und schaffen . Und ein alter Knecht lebt noch auf einem der ehemaligen Sparrendörfer , der sieht alles voraus , was passiert , und prophezeit von einem großen Kriege , der in den achtziger Jahren kommen wird . » Dann werden die Menschen so rar werden wie die Störche im Jahre 1857 , wo ein großer Sturm sie verschlagen und so viele umgekommen waren , daß man alle fünf Meilen nur einen noch sah . So wird Gott die Menschen schlagen , wie er damals seinen Gottesvogel geschlagen . Und dann werden die Menschen sich freuen , wenn einer den andern sieht . « Am Werbellin Am Werbellin Ihre Dächer sind zerfallen Und der Wind streicht durch die Hallen , Wolken ziehen drüber hin . Franz Kugler Und eh der Mittag kam , da lag Haufweis das Wild erschlagen . Chevy-Jagd Eine halbe Meile nördlich von Lichterfelde , schon auf uckermärkischem Grund und Boden , begegnen wir dem sagenreichen Werbelliner See , auch wohl in Kürze » der Werbellin « geheißen . Ein Zauber ist um ihn her , und was der » Blumenthal « unter den Forsten ist , das ist der Werbellin unter den Seen dieses Landesteiles . Es scheint , als ob alle Welt , auch in alten Tagen schon , ein Ohr für den Wohlklang dieses Namens gehabt habe , denn alles , was um den See herum gelegen ist , hat den Namen von ihm entlehnt , und wir unterscheiden außer dem eigentlichen » Werbellin « noch eine Stadt , ein Dorf und ein Schloß gleichen Namens , woran sich dann schließlich der Werbelliner Forst reiht , dessen wir schon früher , als des kostbarsten Jagdgrundes der Hohenzollern , gedacht haben . Stadt Werbellin Sie soll an der Stelle des jetzigen Sees gestanden haben , so daß wir hier – wenn der Überlieferung irgend etwas Reales zugrunde liegt – einen jener » Erdfälle « anzunehmen hätten , über deren Art und Vorkommen ich in dem Buckowkapitel ausführlicher gesprochen habe . Das Terrain indes ist hier ein wesentlich anderes und macht einen Erdfall um vieles weniger glaubhaft . Aller Wahrscheinlichkeit nach hat eine Stadt Werbellin niemals existiert . Wenn Fischbach von zwei alten , im Rathause zu Neustadt-Eberswalde befindlichen Urkunden spricht , die das Datum des St. Gregors-Tages 1306 und des 19. Februar 1319 , als Ausstellungsort aber den Namen Werbellin tragen , so steht jetzt fest , daß damit das Schloß Werbellin , nicht aber die sagenhafte Stadt gleichen Namens gemeint gewesen ist . Dorf Werbellin Ist neueren Datums . Eine halbe Meile südlich vom See gelegen , zählt es zu den Pfälzerkolonien , die 1748 in der Mark angelegt wurden . Es trägt seinen poetischen Namen ziemlich unverdient . Schloß Werbellin Es lag an der Südwestspitze des Sees , 74 höchst wahrscheinlich auf einer Landzunge , die , mittelst eines Durchstichs , in eine schwer zugängliche Insel umgewandelt wurde . Das war um 1247 , und es scheint , daß es unter allen markgräflichen Schlössern jener Epoche nicht nur das größte , sondern auch ein bevorzugter Aufenthalt mehrerer unter den Askaniern war . Hier wurden die schon oben erwähnten Urkunden ausgestellt und wohl viele andere mit ihnen . Von Schloß Werbellin aus schickte Markgraf Waldemar seinen Kanzler Nikolaus von Buch an den Rhein , als , nach Kaiser Heinrichs VII. Tode , ein neuer Kaiser gewählt werden sollte , und gab ihm , wie wir heute sagen würden , carte blanche zu wählen nach seinem Ermessen . Nikolaus von Buch gab seine Stimme an Ludwig den Bayer , an den einzigen , an den er sie , nach dem stillen Wunsche Waldemars , nicht geben sollte . Der empörte Markgraf , so heißt es , ließ den zurückkehrenden Kanzler nach dem nah gelegenen Schloß Grimnitz 75 bringen , ihn dort in den Kerker werfen und verhungern . Die Sage fügt hinzu , der Markgraf habe täglich frische Äpfel vor das vergitterte Fenster legen lassen , um durch den Anblick der Labefrucht die Qual des Unglücklichen zu steigern . 1319 starb Markgraf Waldemar und es kam eine wilde , herrenlose Zeit . Auch Schloß Werbellin sank von seiner Höhe ; noch im Laufe desselben Jahrhunderts , oder doch spätestens zu Beginn des nächstfolgenden , wurde es zerstört . Der eine Bericht sagt » durch die Litauer , «