waren unserer an Zwanzig , die sich im Schutz einer Mauer im Innern des Hofes zusammengefunden , Viele , darunter auch ich , zu Pferde , wie wir in die Kaserne gekommen . Wir beschlossen , fechtend zu sterben oder uns durch die Feinde zu schlagen , und als das Feuer der Kanonen einen Augenblick schwieg , brachen wir durch ein Seitenthor über Leichenhaufen und Trümmer hervor . Rauch und Qualm umgab uns und wir waren mitten unter ihnen , ehe sie es wußten . Was soll ich Euch erzählen von dem Schlachten , das erfolgte , - Mashallah ! es war ein Meer von Blut , von blitzenden Säbeln , von Bajonneten und pfeifenden Kugeln um mich her , - was kann ich sagen ? als ich wieder von mir selbst wußte , jagte ich über die Felder von Demetri mit einer tiefen Wunde in der Schulter , ohne Mütze und Waffen , und um mich war Nacht , nur in der Ferne erhellt durch die Feuerströme gen Himmel , in denen der Großherr die alten Stützen seines Reiches verbrannte . Auf dem Campo zwischen den weißen Gräbern stürzte mein Pferd - Bismillah ! - es war ein treues Thier und hatte mich aus der Gefahr getragen . Ich setzte den Weg zu Fuß fort nach meinem Hause - und es war mein Glück , daß Angst und Furcht noch alle Thüren und alle Fenster verschlossen hielt . Der Morgenstern begann bereits zu erlöschen , als ich in die Nähe meiner Wohnung kam , aber ich war so schwach , daß ich auf einen Stein niederfiel . In der Ferne hörte ich wilden Lärmen durch die Straßen und meine Eingeweide erzitterten . Da stand plötzlich ein Mann vor mir und rief meinen Namen . Ich wußte , daß ich verloren und beugte mein Haupt dem Todesstreich . Aber eine freundliche Hand half mir empor und zog mich fort . Es war Paswan , der Kiradschia , der jetzt an meiner Seite sitzt . Sein Haar war damals schwarz , seine Haut jung und glatt , und obschon er ein Dschaur war , hatte er doch das Herz eines Gläubigen . « Der greise Janitschar unterbrach seine Erzählung und nickte freundlich mit dem Haupt nach dem Genannten . Dann fuhr er fort : » Zwei Jahre vorher hatte das Kismet es gewollt , daß ich dem Kiradschia begegnete und ihn aus der Hand schlimmer Albanesen befreite , die seine Waaren in Beschlag genommen und ihn tödten wollten eines Zankes halber . Seitdem waren wir Freunde geblieben und er kam zu mir , so oft seine Geschäfte ihn nach Stambul führten . Unglücklicher , wo willst Du hin ? fragte mich mein junger Freund , weißt Du nicht , daß Tod für Dich lauert aus jedem Schritt ? - So will ich Abschied nehmen von den Meinen und sterben . Der Zorn des Würgers ist über uns . - Komm , sagte Paswan , ich werde Dich retten . Man wird die Häuser aller Ienethtschjeri durchspähen und Dein und der Deinen Verderben wäre dann sicher . Ich war bereits an Deinem Hause , um Dich zu warnen , und will Dir jetzt helfen , da Gott Dich bewahrt hat . - Er verband , so gut es ging , an der einsamen Stelle , an der wir uns befanden , meine Wunde , hüllte mich in seinen Mantel und setzte mir seine Mütze auf . So führte er mich in die engen Gassen des Griechenquartiers bis zu dem Schuppen eines Handelsfreundes . Dort verbarg er mich zwischen Ballen und Koffern . Es war ein böser Tag , den ich da zubrachte , und wohl zehn Mal wollte ich mich herausstürzen , um das Verderben meiner Brüder zu theilen , das noch immer , gleich dem schwarzen Engel , seine Flügel über Stambul breitete . Ich hörte das Umherziehen der Würgerschaaren , wie sie die Häuser erbrachen , um die versteckten Ienethtschjeri aufzusuchen , und das Geschrei der Weiber und Kinder . Christen , an diesen drei Tagen , denn ich blieb zwei Tage und zwei Nächte in meinem Versteck , waren achtzehntausend Ienethtschjeri im Kampf umgekommen und hingerichtet worden . Der Scheik ul Islam hatte durch einen Fetwa den Fluch aus unser Geschlecht geworfen . Zwei Mal im Laufe der zwei Tage erschien Paswan in meinem leichten Versteck , aus dem er ohne Gefahr mich doch nicht fortführen konnte , wusch meine Wunden und brachte mir Nahrung . Mein Herz dürstete aber nur nach Kunde von den Meinen . Endlich am dritten Morgen kam er und sein Auge war trübe , sein Antlitz bleich . Freund Ibrahim , sagte er zu mir , die Stunde ist da , wo Du zeigen mußt , daß Du ein Mann bist . Ziehe diese Kleiner an , färbe Deine Arme und Dein Gesicht mit dieser Schwärze und laß mich Deinen Bart abschneiden . Die Soldaten des Großherrn halten scharfe Wache und ein Zucken Deines Auges kann mich verderben , wenn Du nicht genau meine Worte erfüllst . Aber meine Frauen und meine Kinder ! Ich schwöre bei meinem Bart , daß ich Stambul nicht verlassen will , wenn ich nicht zuvor mein Haus wieder gesehen . « - » Wenn Du bei den Kesseln der Orta gelobst , entgegnete Paswan , daß Du damit zufrieden sein und erst weiter forschen willst , wenn wir Stambul im Rücken haben , soll Dein Verlangen erfüllt werden . - Ich gelobte und litt geduldig die Schmach , daß der Christ meinen Bart abschor und mir die Kleidung eines schwarzen Sclaven anlegte . Dann führte er mich heraus aus meinem Versteck und bis zu einem entfernten Hofe , in dem zwei beladene Pferde standen , nebst zwei anderen für uns bestimmt . Wir schwangen uns in die Sättel und nahmen Jeder den Zügel eines der Packthiere ; so ritten wir auf die Straße . Es war ein schlimmer Anblick für mich . Auf den Plätzen , über die