vier silberne Teller opfern : am rechten Seitenaltar , zu beiden Seiten des Hochaltars und am linken Seitenaltar . Da war es lustig hinzuhören , wie auf dem Hochaltar die Silbergroschen laut vernehmlich klangen , an den andern aber bloß magere Kreuzer leise klirrten . Nach dem Amt wurde noch den beiden vermählten Paaren und allen Hochzeitsgästen vom Pfarrer aus einem goldenen Kelch Wein gereicht ; und er hatte ein kleins Tüchlein , damit wischte er immer , wenn eins getrunken , den Rand des Kelchs . Dabei durften die Brautleut dreimal trinken , die andern aber bloß einmal , und es sagte der geistliche Herr dazu die Worte : » Trinket die Liebe des heiligen Johannes ! « Mein Ziehvater , der Meßmer , stand daneben und goß drauf , als der Kelch leer wurde , und sagte zu jedem , der sich ans Speisgitter kniete : » Nit stark saufen ! « So war denn die Kirchenfeier zu End , und es folgte das weltlich Fest mit Mahl und Trunk , mit Musik , Sang und Tanz , dabei die Gulden sprangen und klangen . Und der Klinglwirt rieb sich die Händ und freute sich schon auf den andern Tag , da dann gemeiniglich den Tag nach der Hochzeit mit dem Wirt abgeroatet wird . Der hatte sich schon am Hochzeitstag selber den breiten Tiroler Ledergurt mit der Geldkatz umgelegt , damit ein jeder gleich sehen kunnt , daß er wohl genug Ding und Säck hätte , einen gerechten Haufen Münz darin zu verwahren . Stieg auch wie der Gockel im Hanfsamen , reichte jedem der Gäste die Hand und hatte sich dazu einen artigen Spruch als Gruß ausgedacht , den er nun jedem , sei ' s Mann oder Weiberts gewesen , zum Eintritt gab : » Gfreut mi , gfreut mi ! Wünsch Glück und an Buam ! « Mittlerweil war auch der Weidhofer , mein Ziehvater , seiner Meßmerpflichten ledig geworden und kam nun und setzte sich neben seine Meßmerin , indes die Musikanten anfingen , einen seltsamen Tanz aufzuspielen , den man Hungertanz heißt , da er dem Herkommen gemäß dem Mahl vorausgeht . Dabei war die Ordnung also , daß erst der Anderl mit der Kathrein dreimal herumtanzte , darnach der Pauli mit der Nandl und drauf in guter Folg die Freundschaft ; und es währte der Hungertanz so lang , bis die Frau Wirtin die Schüssel mit Kraut hereinbrachte . Da liefen alle an die Tafel ; die Musikanten stellten sich hinter die Gäst und spielten übers Kraut auf , dazu dann ein jedes einen Reimen singen mußt und einen Silbergroschen ins Kraut werfen als Waisung oder Trinkgeld für die Spielleut . Nach diesem wurde für die zwei Bräut der vorderste Jungherr erwählt , was eine große Ehr für denselben bedeutet ; denn er darf , solang die Hochzeit währt , zur Rechten der Braut sitzen , ihr die Schüsseln mit der Speis darreichen , hat auch das Recht des Entführens und zu guter Letzt die Gnad , die Vermählten heimzugeleiten und der Braut vor dem Schlafengehen die Strümpf auszuziehen , dafür ihm dann ein ansehnlichs Geschenk wird . Wählte also der Weidhofer für die Nandl einen von meinen Kostbrüdern , den Fritz , der kaum um zwei Jahr älter war denn ich , doch schon einen mannlichen Burschen vorstellte ; für die Kathrein aber nahm er mich , dabei mir das Blut gach ins Hirn stieg und meine geheimen Wünsch wie ein Feuer schürte , obgleich mich eine Angst und innere Furcht deswegen ankam und mich sagen hieß , der Ziehvater sollt einen andern nehmen , weil ich nicht taugte für die Ehr . Stand aber schon fest bei allen , und ich konnt nimmer lang nein sagen ; mußte mich also neben die Braut setzen und ein ordentlicher Jungherr sein . Ward mir freilich nicht wohl bei diesem Amt , und ich hätt viel lieber in einem Ritt zehn Rosenkränz abgebetet , denn hier die Schüsseln und Platten vor die Braut zu setzen und dabei wie ein nasser Pudelhund zu zittern . Nun mag ich nicht des langen und breiten reden von dem Mahl , da ein jeder leichtlich ermessen kann , daß es gar hoch und reich hergegangen ist , da der Lackenschusteranderl der alleinige Erbe und Besitzer des besten Hofes zu Sonnenreuth gewesen ; das war zu dieser Zeit ein Gut mit sechzig Tagwerk Ackerland und zwölf Scheffel Samen für Getreid und Klee , ungerechnet die vielen fetten Wiesen und Weiden , die Alm und den Wald . Da gab es also vielerlei Gericht , und es währte das Mahl bis spät in den Nachmittag , da dann der Tanz anging . Hab auch etlichemal mit der Braut ein Tänzlein machen müssen , wenn ichs gleich nicht recht wohl verstand und wie ein Geißbock lächerliche Sprüng machte oder dem Kathreinl auf die Zehen trat ; was sie aber nicht für ungut nahm , vielmehr mit der Zeit gar lieblich und freundlich mit mir tat und sich gerad so wohl benahm wie einstmals , da wir noch im Waldhaus saßen . Gemach wurde es aber im Tanzsaal immer hitziger , die Luft ward rauchig und das Treiben der Gäst lauter und lärmender , so daß bald ein Paar ums andere hinabging ins Freie , um sich zu erkühlen , was dann auch ich mit dem Kathreinl tat . Da lag ein dichter Nebel ringsum , daß man kaum zehn Schritt weit vor sich sehen konnt und niemand auf diese Streck erkennen . Indem wir so standen , faßte mich wieder die unsinnige Lust , dem Kathreinl noch einmal die Händ zu pressen und ihr von meiner Lieb für sie zu sagen . Zog sie also weiter vom Wirtshaus weg und fragte sie , ob sie sich wollt entführen lassen , da es eben eine gute Zeit wär dazu ; worauf sie lustig lachte und sagte : » Meinst , daß mich die andern nimmer finden sollten ! Wo möchtst