inne Koi legen , ast weihn worden is ! « Sein Vater zog sich um und machte sich landfein . Dann ging er mit Gesa die Brücke hinan : sie wollten nach St. Pauli hinauf und mal in den Tingeltangel gucken , sagte er , und sie ging gern mit , weil sie das ewige Dümpeln des Fahrzeuges nicht mehr aushalten konnte . Störtebeker mußte an Bord bleiben , was er auch gern tat , denn aus solcher Musiktüdelei machte er sich nichts , er blieb am Deich nicht einmal bei den Nudelkastenmännern stehen . Zudem gab es Arbeit . Knecht und Junge gingen dabei und ketscherten den Bünn durch . Alle toten Schollen und die schon fleckig gewordenen wurden herausgesucht . Störtebeker mußte sie vorn aufs Deck legen , damit sie sich besser hielten . Als das Deck voll war , breiteten sie den großen Klüver darüber , damit ihnen nichts gestohlen werden sollte . Hein Mück fand auf den andern Ewern gute Gesellschaft und warf sich zum Wohltäter auf , weil er so lange auf der Weser gewesen war und einen schönen Schilling in der Knipptasche hatte . Sie petteten sich nach der Hafenstraße hinauf und genehmigten bei Martin Barghusen , dem Schlafbaas , einige deftige Eisbrecher . Kap Horn aber saß mit Störtebeker auf der Kapp und wies ihm die Rahen der großen Segelschiffe , die bei Blohm und Voß dockten , und nannte alle Segel und Taue mit Namen , er erzählte ihm von der großen Fahrt und von dem schweren Wetter bei Kap Horn . Der Junge hörte nipp zu , wie er dem todkranken Matrosen zugehört hatte . Wenn der Knecht aber an gefährlichen Stellen beiläufig hinzufügte : » Dor harrst doch bang bi worden , nich , Störtebeker ? « , dann sagte der Junge jedesmal ernsthaft : » Ne , bang harrk ne worden ! « So saßen sie in der Dämmerung und sahen die Lichter auf dem Wasser schießen . Dem alten Janmaaten kam der kleine Junge in den Sinn , den sie auf der dänischen Bark an Bord gehabt hatten und mit dem er sich auch viel abgegeben hatte , mehr beinahe , als seinem Vater , dem Kapitän , lieb gewesen war , denn der Junge war mehr vor dem Mast gewesen als auf dem Achterdeck . Den kleinen Janmaaten hatten sie ihn geheißen . Das war ein stiller Junge gewesen , dieser Störtebeker war ein wilder Ungestüm : jener war auf der Höhe von Rio gestorben und nach Seemannsbrauch bestattet worden , - er selbst hatte ihn in Segeltuch eingenäht - : dieser lebte und drängte mit allen Kräften nach der See , als wenn er an Land nicht lebenkönne . Als es ganz dunkel geworden war , ging er mit dem Jungen in die Kajüte und nahm ihn mit in seine Koje . Und bei dem Wiegen des Ewers und dem Glucken des Wassers schliefen beide bald ein , der alte Janmaat und der seesüchtige Junge . * * * Am andern Morgen war ein großes Trampeln und Scharren über Störtebeker , als er erwachte . Kein Mensch war mehr unten , - er hatte richtig die Zeit verschlafen . Schnell zog er sich an und sauste an Deck . Du liebe Zeit , was war da für ein Leben ! Als wenn es Karkmeß wäre ! Das ganze Deck stand voll von fremden Leuten , was für ein Gedrängeauch doch was für ein Lärm ! Fischfrauen , Kökschen , Bürgerinnen , Arbeitsleute , Kinder mit Netzen und Körben , mit Handtaschen und Beuteln standen um den Bünn herum , fragten nach dem Preis , handelten und kauften schließlich . Der Knecht und der Junge standen im Raum vor dem Bünn und ketscherten die Schollen heraus . Klaus Mewes aber ragte wie ein Leuchtturm aus der Menschenbrandung , reichte die leeren Körbe hinunter , langte die vollen herauf und strich das Geld ein : eine Mark für sechzehn Schollen . Er war in bester Stimmung , denn der Handel ging flott , obgleich in der Nacht noch sechs Ewer dazugekommen waren : Hamburg war schollenhungrig . » Goh man mol mit den Jungen no de Reeperbohn rup un bekiekt jo de Lodens man mol « , sagte er zu Gesa , die beim Kompaßhäuschen stand und mit fremden Augen die vielen Stadtmenschen guckte , verwundert über ihn , der damit umzuspringen wußte , als sei er als Handelsmann geboren . Sie schüttelte aber den Kopf und blieb , wo sie war . Und Störtebeker ? Ja , wo war Störtebeker ? War er schon allein nach der Reeperbahn gelaufen , um sich den Kasper anzusehen ? Nein ! Er stand mit aufgekrempelten Armen zwischen Kap Horn und Hein Mück und hielt die Beutel und Netze auf , damit sie die Schollen besser hineintun konnten , er warf die toten Fische beiseite und reichte die vollen Netze seinem Vater hinauf . » För twee Mark , Vadder ! « ... » Förn Mark ! « ... » Fö föftein Groschen , Vadder ! « ... So rief er dabei mit einer Stimme , aus der deutlich herauszuhören war : nun paß auf , daß alle bezahlen ! » Süßtein förn Mark ! Süßtein grote Schull ' n ! All springenlebennig ! Süßtein förn Mark ! « rief Klaus Mewes oben und » Süßtein förn Mark ! Süßtein grote Schull ' n ! All springenlebennig ! Süßtein förn Mark ! « echote Störtebeker unten . Klaus Mewes brauchte es wahrlich nicht wie die andern Ewer zu machen und sich einen Fischmarktlöwen als Ausrufer anzunehmen . Mitunter bekam der Junge auch Streit mit den Kökschen ... » Leben dot de all ! Dor sünd keen dode twüschen ! ... Luter grote gift ne , dat geiht vörre Hand weg ! ... Ne , dat sünd süßtein , ik hebb mi ne vertillt ! ... « An Kaffeetrinken dachte er nicht , er mußte ja helfen . » De sünd jo