geben . Du taugst nichts dazu , Du bist zu monarchisch gewachsen und geartet . Schreibt mir , schreibt mir , was das erschrockene Schlesien sagt - könnt ' ich die zertretenen dummen Fratzen Eurer Aristokratie in diesem Augenblicke sehen , mein Glück reichte bis an den Himmel . Eine Schmarre in der Wange ausgenommen bin ich noch heiler Haut - hätt ' ich tausend Leben , ich stürbe tausendmal für die Freiheit . Holla die Trommeln - die Trommeln , es geht zum Louvre gegen die Schweizer . Gott behüte Euch ; fall ' ich , so beneidet mich , ich bin im Rausche gefallen . - 18. Hippolyt an Konstantin . Den 7. August . Mein Pferd - mein Pferd - a horse , a horse , a kingdom for a horse - ja so hab ' ich geschrien , und bin hinuntergestürzt , um fortzujagen nach Paris - lache mich aus , schmähe mich , schlage mich , daß ich nur bis ans Portal des Schlosses kam : Julia stieg aus dem Reisewagen und sah mich neugierig an mit ihren großen Augen , und das große Auge der Weltgeschichte schlug seine Wimpern für mich zu , und ich blieb hier und glühe in Liebesfieber , wie es meine Seele nie gekannt . Vergib mir , ich reiche dem Valer die Feder , er mag weiter schreiben . Ich kann es nicht . Valerius an Konstantin . Ich habe sie gelesen jene Worte , Freund , » Sie haben den König verjagt , weil er die Charte gebrochen , « ich habe sie gehört , und mein zitternder Mund hat sie mir hundertmal zum Hören vorgesagt , daß die Eisrinde an meinem Herzen springen und meine liebende Seele , die alles Hoffen verlernt , daran glauben möchte , es gebe noch Recht und Gerechtigkeit in der Welt , und der Freund der Menschen brauche nicht mit gebrochenem Herzen zu sterben . O Berg , der auf meiner Seele lastete , wie hoch flogst du auf , o du schlimmes Jahrhundert , wie hattest du dich verpuppt , daß selbst deine liebendsten Söhne dein Angesicht nicht mehr erkannten . Hätte ich doch einen Franzosen bei der Hand , daß ich ihn küssen , drücken und wieder küssen könnte . Also wieder dieses leichtblütige Volk mußte es sein , das zum zweiten Male die Riegel der Entwicklungsgeschichte hinwegstoßen mußte von der finsteren Zeit , auf daß Licht hereinbreche , strahlendes Licht . O mein Vaterland mit deinen Philistern , nur diesmal nicht wieder den abscheulichen Undank , jene Pförtner der Weltgeschichte , jene rosenroten Franken nicht anerkennen zu wollen . Ach Konstantin , Konstantin , ich habe mich gefreut wie ein Knabe , den man eingesperrt hatte , und nun hinausließ in den Sonnenschein ; wie einen unnützen Wanderstab warf ich alle Rücksicht , alle Besonnenheit von mir , fiel dem Grafen um den Hals - wir saßen bei Tisch , als Dein Brief ankam - küßte seine Tochter zwei- , dreimal , küßte Kamilla fünf- , sechsmal , riß das Fenster auf und schrie in den Himmel : » Jetzt , blauer Bogen , behalte Deine Sonne , auf der Erde ist die Freiheit eingekehrt , « und den kleinen Leopold hob ich hoch in die Höhe und drückte ihn dann an meine Brust , und zerquetschte ihm fast den kleinen Schädel und rief : » Nun Junge , sing ' mir Freiheitslieder « - ach ich war ein Kind , es war die glücklichste Stunde meines Lebens . Und Dir , Konstantin , vergeb ich alle dummen Streiche und schlimmen Dinge für Deine Schmarre auf der Wange , und glücklich bist Du ja nun auch geworden , es mag kommen was da wolle , Du hast ja bluten , das Leben wagen dürfen für unsern Glauben . Laß mich schweigen , laß mich schweigen , Freund , ich werde kindisch . Ich werde Dir von unserem kleinen Ameisentreiben hier erzählen , um mich zu sammeln . Wenn ' s nur gehen wird . Ich bin ganz aus dem Gleise und möchte hinaus in die Welt , um zu helfen am neuen Bau der großen Weltkirche . Die Verhältnisse begannen eben in ihrer Unordnung sich ein wenig zu ordnen , als - ach , ich kann jetzt nicht , die Völker tanzen Arm in Arm auf dem Papier herum , statt der Liebespaare , die es sollen . Morgen , morgen - morgen ist ja auch Freiheit , ich muß mich erst an das Glück , das wie ein Gewitter gekommen ist , gewöhnen . Morgen , übermorgen von unseren kleinen Liebesgeschichten ; ich will Parodien von jener begonnenen großen daraus machen , dann wird ' s am ersten gehen . O Gott , ist denn diese rosenfarbene Welt dieselbe , die noch gestern aschgrau war , soweit ich die Blicke sandte , und Du kleiner Vogel , der sich auf mein Fenster setzt , kommst Du aus dem schönen Frankreich , flogst Du vielleicht über Paris in den letzten Julitagen , hast Du jenes bunte Stück der neuen Welt schon gesehen ? Vöglein , willst Du Zucker , bleib ' ruhig , ich taste Deine Freiheit nicht an , solch ein Frevler bin ich nicht - nicht wahr , die Freiheit ist das Höchste , da fliegt er fort und lacht mich aus . Bravo , mein Vöglein . Wärst Du doch ein Kutscher , Vogel ! - Konstantin , Du siehst , ich werde kindisch , ich muß aufhören . In den Fluß will ich mich werfen , meine Glut zu kühlen , mit den Wellen zu ringen . Mein Körper zuckt nach Tätigkeit , ich muß ihn ermüden , sonst bringt er mich um . - Den 8. August . Nichts davon heute . Wie meine heiligste Liebe will ich es einschließen in mein Herz . Von Grünschloß aber will ich erzählen , es wird wie ein grünes Idyll in Dein rotes Epos treten . Du