Bal i an Herrn Pfarra stör ' , nacha geh ' n i , « sagte er , » i muaß it dabei sei . « » Bleiben Sie nur ; jetzt sind Sie schon einmal da . Also was wollen Sie mich fragen , Vöst ? « » Da Paulimann hat vorgestern im Wirtshaus behaupt ' , daß i mein Vatern a so g ' haut hätt ' . « » Ja , und ... « » Und dös G ' red werd überhaupts im Dorf umanandatrag ' n. Und da hab ' i an Paulimann vorladen lassen , daß er b ' steht , wo er de Behauptung her hat . Und an Hierangl hab ' i aa vorg ' laden . « Jetzt fiel der Paulimann ein : » Weil da Hierangl g ' sagt hat , indem daß er dös g ' wiß woaß ... « » Lassen Sie den Vöst reden ! « Der Schuller ärgerte sich über seine Befangenheit . Er war gekommen , um in ein Lügennetz zu greifen . Sollte er auch so ängstlich dastehen wie der Paulimann ? Und er redete frischweg . » I hab ' an Hierangl vorladen lassen , weil der Paulimann g ' sagt hat , daß er dahinter steckt . Und i hab ' s aa net anderst glaabt , als daß von der Seiten de ausg ' schamte Lug kimmt . « » Die ausgeschämte Lüge ? « » Ja , daß i mein Vater mißhandelt hab ' . « » Das heißen Sie ... ? « » A schlechte Lug , Herr Pfarra . « Baustätter trat zurück . Der Mann sah ihm so schnurgerade in die Augen ; Wort und Blick waren drohend . » Was soll ich dabei ? « fragte er . » Was Sie damit z ' toa hamm , Herr Pfarra ? Der Hierangl hat behaupt ' , daß der Herr Held selig dös auf an Zettel aufg ' schrieben hätt ' , und den Zettel hätten Sie an Hierangl zoagt . « » Da hat er nicht gelogen . « » Was ? Dös is ja ... « » Vöst , ich lasse mich nicht auf einen Streit mit Ihnen ein . « » Du hascht g ' sagt , daß d ' it streitst , sinscht waar i net mitganga , « sagte der Paulimann . » Sei du staad ! Du brauchst koan Angst it hamm . « Der Schuller zwang sich zur Ruhe . » Herr Pfarra , streit ' n kann i über dös net , was verlogen is . « » Wollen Sie meinen Vorgänger im Grabe beschimpfen ? Das sieht Ihnen gleich . « » Na , so drah ' n mir die Sach ' net um . I hab ' sei Lebtag koa Schlechtigkeit g ' sehg ' n von Herrn Held , und i glaub ' koane von eahm , weil er tot is . « » Das ist sehr gnädig von Ihnen . Ich bin allerdings auch überzeugt , daß der Verstorbene die Wahrheit niedergeschrieben hat . « » Dös hat er net g ' schrieben . Dös is it wahr ! « » Wollen Sie mich Lügen strafen ? Hier in diesem Schreibtisch ist die Bestätigung . « » Derf i ' s sehg ' n ? « » Nein ; wenigstens hier nicht . « Schuller krampfte die Fäuste um den Rand seines Hutes . Aber die Stimme erhob er nicht ; sie klang ruhig . » Herr Pfarra , dös kann i net glaub ' n , daß Sie mir den Zettel it zoag ' n wollen . Wenn ' s der Hierangl hat lesen derfen , den wo ' s do gar nix o ' geht , nacha muaß i ' s do aa z ' sehg ' n kriag ' n. I bin do der erst ' dazua . « » Das ist meine Sache . « » Na ! Dös is de mei ! « » Was fällt Ihnen ein ? Ich habe Ihnen keine Rechenschaft zu geben . Verklagen Sie mich , wenn Sie wollen ! « » Herr Pfarra ... « » Ich habe jetzt genug . Sie werden es schon erfahren , wie Sie mein Vorgänger geschildert hat . Aber nicht von mir , sondern vom Bezirksamt ! « » Ja so ! Auf dös is abg ' sehg ' n ! Is net anderst ganga , nacha muaß der Schwindel gegen mi helfen ! « » Sie meinen , ich lass ' mich in meinem eigenen Haus beleidigen ... « » O na , Herr Pfarra , den G ' fallen tua i Eahna net . I gib Eahna ganz recht , daß Sie de Schreiberei koan ehrlichen Menschen net aufweisen . Des is für d ' Spitzbuam g ' macht und geht bloß de Spitzbuam was o. I bin jetzt firti , Paulimann . « Der Schuller drehte sich um und ging . Und so deutlich klang die ungeheuchelte Verachtung aus seinen Worten , daß es seinem Feinde erging wie jenem Taubstummen in der Gegend der zehn Städte : Zu dem sprach der Herr : Epheta , das ist , öffne dich ! Und allsogleich wurden seine Ohren eröffnet . So hörte auch Baustätter einen Augenblick die Sprache der Ehrlichkeit und wurde betroffen . Aber nur einen Augenblick . Denn wie er den Paulimann in Schrecken und Verlegenheit erblickte , wurde seine Seele wiederum stark . Und er sagte vorwurfsvoll : » Also auch Sie , Paulimann ? « » I bin g ' rad ... « » Sie sind hierher gekommen , um Zeuge zu sein , wie man Ihren Seelsorger beschimpft . « » G ' wiß it , Herr Pfarra . Da Schuller hat ' s mir no versprechen müassen , daß er durchaus gar it streiten will . I bin g ' rad mit eahm auf a ganga , daß er fragt , ob