ruhige Weltenheerde wie ein guter Hirt . Sein helles Auge schweift in die Unendlichkeit . Da ist ihm so , als lösten sich dort drüben im dunklen Hintergrunde ein paar Schleier los ; es wird dort immer heller . Und plötzlich sieht er da hinten weit hinter seinem Weltenraum den Kopf eines alten Freundes , der da drüben auch Stern-Welten schuf . Die Weltenschöpfer grüßen sich . Und der alte Freund zieht alle dunklen Schleier fort und zeigt , was er in den vielen Billionen Sternjahren gemacht hat . Aber des Freundes Sternmeere sind nicht so ruhig . Da flackert ' s und flammt es . Die Sterne glühen in tausend Farben und zeigen die tollsten Formen - gleißende rissige Rüsselsterne winden sich zuckend um Diamantgebilde , Feuersäulen drehen sich wie Pfropfenzieher und flattern wie knallende Peitschen . Die beiden Weltenschöpfer sehen sich lange die neuen Welten an ; Jeder von ihnen schaut weit vorgebeugt zum Nachbarn hinüber . Und während der Ruhige still seine Gedanken in der Vergangenheit spazieren führt , jägt sie der Leidenschaftliche wild in die fernste Zukunft . Sie fühlen , daß sie Beide anders sind , doch sie empfinden das nicht als etwas Störendes . Sie nicken sich lächelnd zu . Die Weltenschöpfer haben alle Nichts gemeinsam . Ihre Sterngebilde wissen das nicht ; die Geschöpfes eines Schöpfers ähneln sich wie die Kinder eines Vaters . Langsam fallen wieder die dunklen Schleier des Hintergrundes . Und die beiden Weltenschöpfer sind wieder allein ; ihre Augen blitzen , daß ihre Sterne staunend hineinhorchen in die tiefen Raumgefilde . Die Augen der Weltenschöpfer durchstrahlen ihr Reich ; sie wissen , daß sie nicht das ganze unendliche Weltenall durchdringen und umspannen können . Auch dieses Wissen stört sie nicht . Unantastbar bleibt ihr seliger ewiger Schöpferrausch . » Das ist ja viel zu einfach ! « sagte hierzu der heftige King Amenophis - und dabei schlug er mit seinen Vorderpfoten so kräftig auf die schwarze Sammetdecke , die über der Tischplatte lag , daß diese in allen Fugen knackte und knisterte - und daß sie silberne Aschschale hoch aufsprang . Ich erklärte , daß ich durch eine derartige Tischbearbeitung mein Eigentum schwerlich wiederbekommen würde . Hatte ich aber geglaubt , daß ich durch diese Bemerkung das Gespräch auf meine verlorengegangenen Manuskripte lenken könnte , so hatte ich mich arg getäuscht . Als wäre gar nichts los , hub nun wieder der Thutmosis zu reden an - mit seiner lieblichen sanften Stimme sagte er holdselig - lächelnd : » Das Leben des Einzelnen muß , wenn er Schöpfer zu sein vorgibt , viel inniger mit seinen Geschöpfen zusammenhängen . Das Leben des einzelnen ist so ohne Weiteres als ein unabhängiges für uns gar nicht vorstellbar . Die Welt ist viel komplizierter und interessanter . Man müßte die unendliche Folge der Erscheinungswelten in allen schaffenden Existenzen als empfindbar und wirksam hinstellen ; die unendlichen Reihen , die die verschiedenen Erscheinungswelten darstellen , müssen doch im schaffenden Geiste sehr bald als unendliche Reihen bewußt werden . Wenn sie das nicht werden , hat man kein Recht , von Weltschöpfern zu reden , da es doch , wie wir wohl wissen , auch schaffende Geister gibt , die da schaffen , ohne zu wissen , wohin ihr Schaffen führt ; solche Schöpfer stehen aber nicht auf einer hohen Stufe - auch die Intelligenz der Schöpfer ist nur in einer unendlichen Reihe für uns zu versinnlichen . « » Es läßt sich , « bemerkte dazu der brummige King Necho , » eben nicht so ohne Weiteres sagen , daß wir gar nichts von der Welt wissen . Da wir unsre Erscheinungswelt immerhin als eine winzigkleine Teilerscheinung des Alls betrachten müssen , so wissen wir damit wahrlich schon genug . Aus dieser winzig-kleinen Erkenntnis von einem Teile geht uns die große Erkenntnis von dem grandiosen , nie zu fassenden Weltenzauber des Ganzen auf . Und Leute , die von diesem noch keine Ahnung haben , sollten doch das Wort Welt ein wenig vorsichtiger gebrauchen . « » Ich gebe das , « erwiderte ich rasch , » durchaus zu und bitte die Herren höflichst um Entschuldigung . Ich werde die unendlichen Reihen , die die Erscheinungsformen darstellen , nicht mehr vergessen . Aber ich muß doch auch bemerken , daß ich durch diese Erkenntnis wirklich nicht wieder in den Besitz meiner Manuskripte gelange . « Da gab ' s aber einen Sturm . » Mit wem reden wir denn ? « » Hält hier Jemand in diesem Medusenzimmer seine Manuskripte für Erscheinungsformen ? « » Es scheint hier ein guter Onkel immerfort Kopf und Zeh miteinander zu verwechseln . « » Laß uns mal erst lesen , was wir haben . « Nach solchen und ähnlichen Redensarten , bei denen mich Keiner von den alten Herren eines Blickes würdigte , lasen sie - das , was sie hatten . Die Welt von Eisen Ein großes Gebrumm Große Sternvölker brummen plötzlich . Es sind große hohle eiserne Sterne , die da so brummen . Eine Schauermär hat die eisernen Sternvölker grimmig gemacht - darum brummen sie . Sie haben gehört - es ist kaum zu glauben - viele Milliarden großer Blickmeilen von ihnen entfernt lebe auf einem kleinen Lehmklümpchen ein kleines Würmchen , das jetzt tatsächlich das Weltganze erfaßt habe - das ganze Weltganze - von oben bis unten und nach allen Seiten . Dies Würmchen auf seinem Lehmklex ! Die eisernen Sternvölker brummen fürchterlich , daß es kaum anzuhören ist ; die Büffelhorn- und die Schneckensterne sind ganz besonders laut . Und so weit weg soll das Würmchen sein . Eine Schauermär ! Eine Blickmeile ist so weit , wie ein Strauß von tausend Muttersonnen für die scharfsichtigsten Sternaugen sichtbar ist . Und das Würmchen ist viele Milliarden solcher Blickmeilen entfernt ! Die eisernen Sternvölker grunzen vor Wut - sie haben das Weltganze immer noch nicht erfaßt . Und das Würmchen soll ihnen über sein ? Jetzt vernehmen sie - die Trichtersterne flüstern