, als sie ihn hinauftrugen « , sagte der Bäcker , der neben dem Peter stand ; » wenigstens 500 Franken war er wert , das wett ' ich mit jedem . Es nimmt mich nur wunder , wie es zugegangen ist . « » Der Wind kann ihn heruntergejagt haben , das hat der Öhi selbst gesagt « , bemerkte die Barbel , die nicht genug das schöne rote Zeug bewundern konnte . » Es ist gut , daß es kein anderer ist , der ' s getan hat « , sagte der Bäcker wieder ; » dem ging ' s schön ! Wenn es der Herr in Frankfurt vernimmt , wird er schon untersuchen lassen , wie ' s zugegangen ist . Ich für mich bin froh , daß ich seit zwei Jahren nie mehr auf der Alm war ; der Verdacht kann auf jeden fallen , der um die Zeit dort oben gesehen wurde . « Es wurden noch viele Meinungen ausgesprochen , aber der Peter hatte genug gehört . Er kroch ganz zahm und sachte aus dem Knäuel heraus und lief aus allen Kräften den Berg hinauf , so , als wäre einer hinter ihm drein , der ihn packen wollte . Die Worte des Bäckers hatten ihm eine furchtbare Angst eingejagt . Er wußte ja jetzt , daß jeden Augenblick ein Polizeidiener aus Frankfurt ankommen konnte , der die Sache untersuchen mußte , und dann konnte es doch auskommen , daß er es getan hatte , und dann würden sie ihn packen und nach Frankfurt ins Zuchthaus schleppen . Das sah der Peter vor sich , und seine Haare sträubten sich vor Schrecken . Ganz verstört kam er daheim an . Er gab keine Antwort , auf gar nichts , er wollte seine Kartoffeln nicht essen ; eilends kroch er in sein Bett hinein und stöhnte . » Der Peterli hat wieder Sauerampfer gegessen , er hat ' s im Magen , daß er so ächzen muß « , meinte die Mutter Brigitte . » Du mußt ihm ein wenig mehr Brot mitgeben , gib ihm morgen noch ein Stücklein von dem meinen « , sagte die Großmutter mitleidig . - Als die Kinder heut ' von ihren Betten in den Sternenschein hinausschauten , sagte das Heidi : » Hast du nicht heut ' den ganzen Tag denken müssen , wie gut es doch ist , daß der liebe Gott nicht nachgibt , wenn wir noch so furchtbar stark beten um etwas , wenn er etwas viel Besseres weiß ? « » Warum sagst du das jetzt auf einmal , Heidi ? « fragte Klara . » Weißt , weil ich in Frankfurt so stark gebetet habe , daß ich doch auf der Stelle heimgehen könne , und weil ich das immer nicht konnte , habe ich gedacht , der liebe Gott habe nicht zugehört . Aber weißt du , wenn ich so bald fortgelaufen wäre , so wärest du nie gekommen und du wärest nicht gesund geworden auf der Alp . « Klara war ganz nachdenklich geworden . » Aber , Heidi « , fing sie nun wieder an , » dann müßten wir ja um gar nichts beten , weil der liebe Gott ja schon immer etwas viel Besseres im Sinn hat , als wir wissen und wir von ihm erbitten wollen . « » Ja , ja , Klara , meinst du , es gehe dann nur so ? « eiferte jetzt das Heidi . » Alle Tage muß man zum lieben Gott beten und um alles , alles ; denn er muß doch hören , daß wir es nicht vergessen , daß wir alles von ihm bekommen . Und wenn wir den lieben Gott vergessen wollen , so vergißt er uns auch ; das hat die Großmama gesagt . Aber weißt du , wenn wir dann nicht bekommen , was wir gern hätten , dann müssen wir nicht denken : der liebe Gott hat nicht zugehört , und ganz aufhören , zu beten , sondern dann müssen wir so beten : Jetzt weiß ich schon , lieber Gott , daß du etwas Besseres im Sinn hast , und jetzt will ich nur froh sein , daß du es so gut machen willst . « » Wie ist dir das alles so in den Sinn gekommen , Heidi ? « fragte Klara . » Die Großmama hat mir ' s zuerst erklärt und dann ist es auch so gekommen und dann hab ' ich ' s gewußt . Aber ich meine auch , Klara « , fuhr das Heidi fort , indem es sich aufsetzte , » heute müssen wir gewiß dem lieben Gott noch recht danken , daß er das große Glück geschickt hat , daß du jetzt gehen kannst . « » Ja gewiß , Heidi , du hast recht , und ich bin froh , daß du mich noch erinnerst ; vor lauter Freude hätte ich es fast vergessen . « Jetzt beteten die Kinder noch und dankten dem lieben Gott jedes in seiner Weise für das herrliche Gut , das er der so lange krank gewesenen Klara geschenkt hatte . Am andern Morgen meinte der Großvater , nun könnte man einmal an die Frau Großmama schreiben , ob sie nicht jetzt nach der Alp kommen wolle , es wäre da etwas Neues zu sehen . Aber die Kinder hatten einen andern Plan gemacht . Sie wollten der Großmama eine große Überraschung bereiten . Erst sollte Klara das Gehen noch besser lernen , so daß sie , allein auf das Heidi gestützt , einen kleinen Gang machen könnte ; von allem aber müßte die Großmama keine Ahnung haben . Nun wurde der Großvater beraten , wie lang das noch währen könnte , und da er meinte , kaum acht Tage , so wurde im nächsten Brief die Großmama dringend eingeladen , um diese Zeit auf die Alp zu kommen ; von etwas Neuem wurde ihr aber kein Wort berichtet