« , » Geier austreiben « , » Himmel-und Höllfahren « , und wie sie die Schalkheiten und Leibesbewegungen alle heißen . - Man sieht ihnen gerne zu ; sie sind zwar alle halbnackt , haben wohlgebildete und gesunde Glieder , und ihre Spiele sind so kindlich heiter , wie ich anderwärts noch nie Kinder spielen gesehen habe . - Hier ist die verwundbare Stelle des » Waldteufels « , der am Ende ein gehörnter Siegfried ist ! Ich habe den Kleinen unter den Lärchen fortwegs zugelächelt , aber sie haben mich kaum angeblickt ; nur daß sich die Jüngsten vor mir gefürchtet . Nach einer Weile hab ' ich es versucht , mich in ihre Spiele zu mengen ; wie sich da die meisten gleich verblüfft zurückgezogen haben ! Nur wenige geben sich mit mir ab ; wie ich aber von diesen wenigen im Wettlaufen und Haschen einige Male überlistet werde , da kommen auch die anderen wieder herbei . Und bald bin ich in dem tollschwirrenden Kreise dieser jungen Menschen ein guter und gern gesehener Bekannter . Ich schwätz ' ihnen manches vor , noch öfter aber lasse ich mir von ihnen erzählen . Ich gehe zu den Kindern in die Schule , um die Schulmeisterei zu lernen . Von oben durch einen Strick zur Höhe ziehen lassen sich die Waldleute nicht ; wer sie für die Höhe gewinnen will , der muß ganz zu ihnen niedersteigen , muß sie Arm in Arm und wohl auf weiten Umwegen emporführen . Im Felsentale An den Lehnen der Voralpe und an den Hängen des Hochzahn und seiner Gletscherketten ziehen sich fort und fort die Waldberge hin in der Richtung gegen Abend . Von oben gesehen , liegen sie da in der Bläue , wie ich mir das Meer denke , bergend in ihren Gründen die ewigen Schatten und die seltsamen Menschen . Eine Tagreise vom Tale der Winkel gegen Abend hin , fernab von der letzten Klause , ist jene Stelle , von der die Waldleute sagen , da sie die Welt mit Brettern verschlagen . Mit Steinen vermauert , wäre besser gesagt . Senkrecht aufsteigende , tiefklüftige Wände schließen hier das Waldland ab . Es beginnt der Urstock der Alpen , in welchem die Felsschichten nicht mehr liegen noch lehnen , sondern fallrecht gegen Himmel ragen . Ein Meer von Schnee und Eis mit Klippen , an denen ewige Nebel hängen , soll unabsehbar hingebreitet sein über die Riesenburgen , die da oben ragen und vormaleinst ein Eden gewahrt haben , das heute versteinert und in Starrnis versunken ist . So die Sage . Daß doch dieser wundersame Traum von einer einstigen verlorenen Glückseligkeit die Herzen aller Völker und Volksschichten durchdämmert ! Daß jenseits des Alpenstockes wieder menschenbewohnte Gegenden beginnen , das wollen mir viele Leute hier gar nicht glauben . Nur ein alter , schlau blinzelnder Kohlenbrenner sagt , sein Großvater hätte wohl einmal erzählt , es seien da hinten drüben Menschenwesen , die so hohe und spitze Hüte trügen , daß , wenn sie des Nachts auf den Bergen herumgingen , sie nicht selten damit einen Stern vom Himmel stechen täten . Und der Herrgott müßt des Abends jedmal sorgsam die Wolken vorschieben , sonst hätt ' er längst mehr kein einzig Sternlein an seinem Himmel . Der Schalk hat die Spitzhüte der Tiroler gemeint . Wo nun dieses Waldland von dem Felsgebirge begrenzt wird , sind verrufene Stellen . Dort hat man schon manchen toten Gemsjäger gefunden , dem ein Körnlein Blei durch die Brust gegangen . Auch bricht , sagen die Leute , aus einer der zahlreichen Felsenhöhlungen zuweilen ein Ungeheuer hervor , das alles verschlingt , das aber im Gebirge einen unermeßlichen Schatz von Edelgestein bewacht . Wenn das Waldland noch eine Weile besteht , so muß ein heldenhafter Mann kommen , der das Ungeheuer besiegt und die Schätze hebt . Bislang ist noch kein solcher dagewesen . Ich meine , ich wollte es erkennen und nennen , das Ungeheuer ... Den finsteren Sagen angepaßt ist jene Gegend . Sie ist ein totes Tal , in welchem kein Finklein will singen , keine Wildtaube will glucken , kein Specht will hacken , in welchem die Einsamkeit selbst ist eingeschlummert . Auf dem grauen Sandmoosboden liegen zerstreut Felsblöcke umher , wie sie von dem hohen Gewände niedergebrochen sind . Dort und da ist ein vorwitziges Fichtenbäumchen hinangeklettert auf einen solchen wettergrauen Klotz und blickt stolz um sich , und meint , es sei nun besser , als die anderen , halb verkommenen Gewächse unten auf dem Sandboden . - Wird nicht lange dauern , so wirst du verhungern und verdursten auf dem dürren Felsboden und herniederfallen . Hierum kann der Wald nicht gedeihen , und steigt doch wo eine schlanke , kerzengerade Fichte empor , so sind ihre Tage gezählt . Jählings kommt ein Sturmwind niedergefahren von den Felsmulden und legt den schönen jungen Stamm mitsamt der losgelösten Wurzel fast sanft hin über den Boden . Und da tut er jetzund , als wollte er eine kleine Weile sich nur ausrasten und bald wieder aufstehen mit seinen grünen Zweigen und weiter wachsen ; und indessen fallen ihm schon die Nadeln ab und es schrumpft und springt die Rinde , und die Käfer lösen sie los , und nach einer Zeit liegt das nackte , bleiche Gerippe da , das immer mehr und mehr in die Erde hinein versinkt , aus der das Bäumchen einst hervorgewachsen war . Und doch muß eine Zeit gewesen sein , in welcher der Wald hier glücklicher gediehen ist ; es ragt ja noch hier und da der graue , gespaltene Rest eines gewaltigen Tannenbaumes empor , oder eines uralten Ahornes , in dessen Höhlen das Wiesel wohnt , oder durch die der Fuchs den Eingang hat zu seiner unterirdischen Behausung . Die Kiefer allein ist noch kampfesmutig , sie will die steilen Lehnen hinanklettern zwischen den Wänden , will wissen , wie es da oben aussieht bei dem Edelweiß ,