Nam ' und seiner Glocken Klang Ziehen still die Heid ' entlang . Prenden bildete den linken Flügel des Sparren-Landes , dessen Zentrum , wie schon hervorgehoben , um Neustadt-Eberswalde herum gelegen war . Es bestand aus folgenden Dörfern : Hohenfinow , Tornow , Sommerfelde , Kruge , Klobbicke , Wösickendorf , Dannenberg , Heckelberg , Trampe und Lichterfelde . In den sechs erstgenannten Dörfern , die seinerzeit zu dem ältesten Besitzstande der Familie gehörten , ist nichts mehr , was an die Sparrs erinnerte . Verbleiben noch : Dannenberg , Heckelberg , Trampe und Lichterfelde . In Dannenberg klingt es nur leise noch von den Sparrs und allein ihr Name lebt noch fort in dem » Sparren-Busch « , der unmittelbar vor dem Dorfe beginnt und den Reisenden bis in die Freienwalder Heide begleitet . In Heckelberg finden wir schon mehr . Hier begegnen wir wieder einigen Sparren-Glocken . Heckelberg war nur kurze Zeit in Händen der Familie ; der Feldmarschall besaß es durch wenige Jahre hin , aber diese wenigen Jahre waren ausreichend für ihn , um seiner frommen Leidenschaft ein Genüge zu tun und der Kirche entweder neue Glocken zu schenken , oder die alten zu erneuern . Wir finden zwei : eine größere aus dem Jahre 1656 , die außer dem Glockenspruche : » Soli Deo Gloria « noch die Namen des Amtmanns , des Schulzen , des Pfarrherrn und der Kirchenvorsteher enthält , außerdem eine etwas kleinere aus dem Jahre 1663 , die den Namen » Otto Christoph Freiherr von Sparr « trägt . In der Heckelberger Kirche – freilich ohne alle Beziehung zu den Sparrs – ist auch ein Schnitzaltar , dessen ich erwähnen möchte , nur um vor Restaurierungen zu warnen , wie deren eine hier stattgefunden hat . Ermöglicht sich keine wirkliche Restaurierung , die mit ihrem reichen Goldschmuck oft sehr kostspielig ist , so tun die Gemeinden am besten , die Sache zu lassen wie sie ist , oder aber dem ganzen Schnitzwerk einfach eine weiße Tünche zu geben . Ich bin diesem Auskunftsmittel in mehreren Dorfkirchen begegnet und muß einräumen , daß , wenn man das Bessere nicht haben kann , dies unter dem Schlimmen das mindest Schlimme ist . Die Sachen wirken dann gipsfigurenhaft , was etwas Kaltes , aber doch niemals etwas direkt Störendes hat . Vor dem Altar der Heckelberger Kirche befindet sich ein Grab . Einer der Geistlichen ist dort begraben , und die Stelle markiert sich durch nichts , als durch eine schwache muldenhafte Einsenkung des Fußbodens , infolge deren die Steine lose geworden sind . Wir äußerten ein leises Befremden darüber , aber der uns begleitende Heckelberger antwortete ruhig : » Wir tun , was wir können . Alle paar Jahr schütten wir nach und stampfen ' s fest , mörteln auch die Steine wieder ein , aber es hilft nichts , er geht immer tiefer , und eh ' wir ' s uns versehn , ist die Mulde wieder da . « Ein leiser Schauer überlief uns bei dieser Erzählung . Wir kommen nun nach Trampe . Trampe ist altsparrisch , aber in den Wirrsalen des Dreißigjährigen Krieges ging es teilweis verloren und erst der Feldmarschall eroberte es der Familie zurück . Er scheint ihm eine besondere Vorliebe zugewandt und , wenn er nicht in der Hauptstadt war , abwechselnd hier und in Prenden residiert zu haben . Auf beiden Gütern entstand ein Schloß ; während indes in Prenden nur noch ein Trümmerhaufen davon erzählt , zeigt sich in Trampe alles wohl erhalten . Schloß und Park existieren noch , verändert und umgebaut zwar , aber in ihrer Grundanlage dieselben geblieben . Der Park , mit kostbaren alten Bäumen und einer Burgruine , weist noch eine seltsam geformte , acht Zifferblätter zeigende Sonnenuhr auf , die auf mehreren dieser Zifferblätter den Namen des Feldmarschalls trägt . In der Kirche befinden sich ein paar Bilder und Grabsteine , doch ohne Beziehung zu den Sparrs . Nur die Glocken erzählen wieder von ihnen und diesmal nicht nur von unserem Otto Christoph , sondern auch von seinen Vettern , die er , wie es scheint , mit heranzuziehen und seiner Glockenpassion dienstbar zu machen wußte . Die Inschrift der ersten Glocke lautet : » Der wohledle , geborne Herr Ernst Sparr , Ihrer Kurfürstlichen Durchlauchtigkeit zu Brandenburg Rath und bestallter Hauptmann zu Zechlin und Lindow , Erbherr auf Trampe , Prenden , Beerbaum und Dannenberg . « Dazu das einfache Sparrsche Wappen und : » Goß mich Jacob Neuwert zu Berlin 1660 . « ( Diese Angabe wiederholt sich auf allen drei Glocken . ) Die Inschrift der zweiten Glocke lautet : » Ernst George des heiligen Römischen Reiches Graf von Sparr , der Römischen-Kaiserlichen auch zu Pohlen und Schweden Königlicher Majestät Geheimer Kriegsrath , Generallieutenant und Generalfeldzeugmeister beiderseits Kammerherr und Obrister zu Roß und Fuß , Herr auf Trampe , Prenden , Dannenberg und Beerbaum . « Dazu das gräfliche Sparrsche Wappen . Die dritte Glocke ist die wichtigste . Sie rührt von dem Feldmarschall her , ist aber gesprungen und befindet sich deshalb nicht mehr neben ihren zwei Schwestern oben in der Höhe , sondern unten im Turm , wo man ihre Inschrift mit Bequemlichkeit 73 lesen und neben dem schönen Guß auch an ihrer Patina den ersichtlich feinen Erzgehalt bewundern kann . Die Inschrift lautet : » Otto Christoph Freiherr von Sparr , der Kurfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg Geh . Kriegsrath , Feldmarschall , Obergouverneur der in der Chur und Mark Brandenburg , Herzogthum Hinterpommern und Fürstenthum Halberstadt belegenen Festungen , Obrister zu Roß und Fuß , Herr zu Trampe , Prenden , Lanke und Neustadt an der Dohhl « ( soll höchstwahrscheinlich Dosse heißen ) . Darunter das Sparrsche Wappen . Diese Glocke , wie man sonst wohl mit gesprungenen Glocken tut , umzuschmelzen , wäre nicht ratsam , da sie dadurch aufhören würde , die alte Sparren-Glocke zu sein , und zwar , soviel ich weiß , die schönste und reichste