nicht wieder einfallen möge , auf eigene Hand zur Bärenjagd zu gehen . - So bin ich auch um mein Ohr gekommen ! « » Und zu einer Tracht Schläge , « sagte Miloje . » Schade , daß Du nicht ein Jäger geworden bist ! « » Gott wollte es so ! « meinte der Erzähler seufzend . » Ich habe später manchen Bären geschossen , aber es hat mir keiner so viel Angst gemacht , und bei jedem dachte ich an die Prügel , die mir mein Vater gegeben . Er war ein ächter Bulgare , mögen die Heiligen gut mit ihm sein . « » Wallah ! « sagte der Janitschar , » was hilft es , zu klagen , wir müssen Alle sterben . Mir ist der Tod näher wie Dir gewesen , und ich bin ihm entgangen . Das Schicksal wollte es und da sitze ich auf meine alten Tage , der ich ein Länderbesitzer war und ein Haus in Constantinopel hatte , und rauche mit den Djaurs ! « » Erzähle es uns , Effendi , « bat der französische Capitain . » Meinst Du Dein Entwischen aus der Niedermetzelung der Janitscharen ? - Ich wünschte schon lange , den Hergang etwas umständlicher zu erfahren , als damals die Zeitungen meldeten und die Bücher erzählen . « » Mashallah , « entgegnete der alte Türke melancholisch , » was ich Euch erzählen will , Fremdlinge , regt eine Wunde in meinen Eingeweiden auf , die das Alter und fast dreißig Sommer nicht haben schließen können . Allah sende ihm Unglück , der dies gethan - es liegt Staub auf dem Grabe des Großherrn Mahmud und die Inglis und Franken wären nimmer nach Stambul gekommen , wenn die heiligen Orta ' s nicht vertilgt worden aus dem Strahl der Sonne ! - Der Prophet zürnt mit den Gläubigen und hat ihr Land in die Hände der Dschaur ' s gegeben . Wißt Ihr , wer mit Euch spricht , Fremdlinge ? Melek-Ibrahim , der Oda-Baschi4 der Zagrandschi ' s von der 64. Orta5 des heiligen Stambul . Ich hatte ein Weib genommen und zwei tscherkessische Sclavinnen , denn mein Einkommen war reichlich und der Tschor-Baschi6 mein Freund . Wir wohnten in einem eigenen Hause in Cassi-Pascha7 und nur im Sommer zog ich alljährlich nach dem Balkan auf mein Spahilik , das ich von Selim , meinem Bruder , geerbt im Ejalet8 von Widdin . Mein Weib und die Sclavinnen vertrugen sich anscheinend gut bis auf kleine Zänkereien , denn ich führte kräftig den weißen Stab und litt es nicht , daß die Frauen mir in den Bart lachten . Zwei Kinder erfreuten mein Herz , ein Knabe und ein Mädchen , die mir beide meine Lieblingssclavin geboren , denn mein Weib war unfruchtbaren Leibes . Irene , die Mutter meiner Kinder , war schön wie die guten Geister , die den Gläubigen umschweben . Ihr Antlitz war wie die Mandelblüthe und ihre Lippen glichen den rothen Granaten . Aber das Kismet läßt sich nicht abwenden . Schwarze Wolken zogen auf am Himmel der Ienethtschjeri und das Antlitz des Großherrn verdunkelte sich gegen seine tapfersten Kinder vor den Einflüsterungen falscher Franken , und man nahm uns unsere Rechte und wollte uns zwingen , zu fechten gleich den Christen . Der Bluttrinker hatte den Nizam gemacht und die Topschi ' s9 , die unsere Feinde und Neider waren von Anfang an . Es kam damals viel Unheil über die Müsselmans , denn Alles sollte anders werben , als es die Väter hinterlassen , und der Großherr haßte uns , weil wir dem widerstanden und man ihm fälschlich hinterbracht , daß Viele aus den Orta ' s der Buluk10 den Glauben des Propheten schmähten und heimliche Christen wären . « » Fluch über die Gräber der Lügner ! « » Ich wohnte , wie ich gesagt , im eigenen Haus , wie viele meiner Brüder , und nicht in der Oda11 unsers Corps . Aber täglich war ich bei meiner Orta und wußte , was vorging . Es war im selben Mond , den wir jetzt schreiben , im Jahre Zwölfhundertundvierundvierzig der Hedjira12 , als der Bluttrinker die neuen Krieger machte , die man Askeri-Muhammedije nannte . Wir sollten unsere Kaserne hergeben oder Alle in ihr wohnen , keine Reißkuchen mehr vor den Thoren des Divans erhalten , und andere Führer haben , als die wir selbst erwählt . Der Aga der Ienethtschjeri war ein Verräther , ohne daß wir es wußten , unb er hatte uns dem Hunkiar längst verkauft , bevor wir es ahnten . Aber der Kjetchuda-Bey13 Mohamed und sein Kul-Kjetchuda14 waren treue Ienkridschari ' s und standen zu uns mit ihrem Blut . Es war am Abend des dreizehnten Tages im Monat15 , als ich zu meiner Oda vor dem Thore von Pera kommend , das nach Therapia führt16 , die kupfernen Kessel ausgehängt und die Männer des Buluk in wilder Aufregung fand17 . Ein Hat18 war verkündet worden , worin uns Hussein-Aga befahl , die Waffen , die wir schon längst nicht mehr tragen durften in den Straßen Istambols , abzuliefern in ' s Arsenal , und daß ein Jeder sich einschreiben lassen solle in die Bataillone der Askeri-Muhammedije , oder keinen Sold empfangen werde , wie Sultan Orkan seligen Andenkens doch bestimmt hat . Da zerrissen wir unsere Jacken und schwuren bei den Kesseln , daß wir den Schimpf und die Unterdrückung nicht länger dulden wollten . In allen Oda ' s Constantinopels waren die Koridschi ' s19 diese Nacht versammelt und es gingen und kamen Boten von einer zur andern . Als der große Halbmond der Aya20 geröthet war vom ersten Sonnenstrahl , da zogen von allen Seiten herbei die Orta ' s : die Zagrandschi ' s oder Aufseher über dir Hunde , die Samsondschi ' s , die Aufseher über die Bullenbeißer , die Tumandschi ' s , die Wächter der Windhunde und Falken , und die Orta '