seines Bruders ; es ist seine wirkliche Überzeugung ! Wir bemitleiden dich , Peters ! Morgen früh um neun Uhr klingl ' ich an Schlurck ' s Hausthür . Wartet da auf mich ! Hört Ihr ! Wir bringen dann alle unsere Angelegenheiten in ' s Reine . Herr Dankmar , wirklich - meinen Sie ? Er ist reich , - er kann sich ohne Kutscher nicht behelfen - Dann bring ' ich aber den Bello auch mit . Bring ' auch den Bello mit ! Gegen vier brechen wir auf . Vier Stunden Schlaf ist genug für einen so tollen Tag wie den heutigen , auf den drei Nächte gehören , wenn man die verlornen Ruhestunden wett machen wollte ! Wir wollten verdorbenes Volksleben studiren , Schmerzen in uns selber tödten ! Für einmal und nicht wieder ! Also um neun Uhr - Mit Bello beim Justizrath ! Abgemacht ! Wenn du Anwartschaft auf den Posten bekommst , Peters , trägst du mir den Schrein nach Haus ? Nicht wahr ? Oder wird er zu schwer auf deinen Schultern drücken ... Nein ! Mein Gewissen erleichtern , sagte Peters fast mit verklärtem Blick und sah mit Ungeduld auf die Uhr , die nicht fortrücken wollte und trotzdem , daß schon der lichte Sommertag durch die Fenster graute , auf halb vier Uhr stand ... Die Zahl der tanzenden Paare hatte sich sehr gelichtet . Kümmerlein und Mullrich gähnten und schliefen halb und halb wieder auf ihren Stühlen ein ... Kaum mochten sie zehn Minuten » gedämmert « haben , als bei dem geringeren Toben der Menge es Mullrichen war , als wenn er an der Wand , die die Sternwarte von einer kleinen Loge dicht neben ihr trennte , ein Gespräch hörte , das laut , ja zankend war ... Sich sammelnd und aufrichtend horchte er und hörte leider nur den wilden Galopp , den jedoch kaum noch dreißig Paare tanzten . Er hätte sich gern umgebeugt und in die Loge eingesehen , allein der kluge Erbauer des Fortunasaales hatte es so eingerichtet , daß Niemand aus einer Loge in die andere lauschen konnte . Sehr geschmackvolle Stukkaturen und Bronzearbeiten waren an den Verbindungswänden zur Zierde des Saales angebracht . Man hätte sich weit über die Brüstung lehnen müssen , wenn man um die Karyatiden herumsehen wollte , die die Logen von einander trennten . Von der vollends etwas zurückgebauten » Sternwarte « war dies mit der zunächst anstoßenden sehr kleinen Loge durchaus nicht möglich . Kaum hatte sich Mullrich wieder an die Verbindungswand gelehnt , als er ein jetzt plötzlich gar lautes und aufgeregtes Gespräch zu hören glaubte , jedoch nur von zwei streitenden Personen . Er weckte Kümmerlein und machte , als sich dieser gesammelt hatte , ihm Gebehrden , auf die Wand zu merken . Was ist denn ? fragte dieser . Hören Sie nur ! Hier ! Beide legten ihr Ohr an die Verbindungswand , die die Sternwarte von der kleinen , ganz unbeachteten Loge trennte . Was sie vernahmen , war ein grämliches Zanken zwischen einem wie es schien älteren Manne und einer jüngeren aber heiseren und tiefliegenden Frauenstimme . Schweig , Maulwurf ! sagte die Frauenstimme , was hab ' ich von dem Glanz , wenn ich ihn nicht zeigen darf ? Eine fast grunzende , mürrische Stimme grämelte irgend etwas dagegen , was man nicht verstehen konnte . Gold und Juwelen , fuhr die Frauenstimme maliciös fort , und in einem Käfig sitzen ? Nein , lieber Wasser und Brot , aber Polka tanzen ! Ich hab ' s satt - morgen gehst du oder ich . Die Stimme des Alten murmelte oder brummte wieder etwas Unverständliches . Fünf Tage , nicht drei ! sagte die Frauenstimme , hörst du ? Fünf , nicht drei ! Dann thu ' ichs ! Was sind drei Tage ? Oder nimm drei Tage , aber zwischen jedem einen von deinen mageren Tagen dazwischen ? Hörst du ? Nicht drei fette Tage hinter einander - Hintereinander ! war die jetzt verständliche , deutliche , entschiedene Antwort des alten Mannes . Dann bleiben wir nicht zusammen , fuhr die Frauenstimme zornig fort . Drei Tage im Monate , hast du mir versprochen , mir so zu schenken , daß ich alle meine Vergnügungen und Wünsche befriedigen kann . Nun ja ; ich habe gestern prächtige seidne Kleider bekommen , heute Juwelen und Gold und morgen soll ich mein wahres , mein echtes Bild haben , das ich wirklich bin und keine Andere ... Und gab ich heute nicht schon mehr ? sagte jetzt deutlicher und mit gehobener Stimme der Mann , als du begehrtest ? Ist dieser tolle Nachtschmaus , wo man sich vor dem anbrechenden Tageslichte schämen muß , nicht eine Zugabe zu den Juwelen und dem Golde ? Ich sah überall in die Logen dieses Saales . Diese kleine , stille , verborgene ist die schönste . Hier sind Spiegel und weiche Polster ! Hier duften Blumen und da hängen reizende Bilder ! Du hast Fasanen gegessen , Champagner getrunken ! Aber du weißt nichts zu würdigen . Im gierigen Genusse schlingst Du Alles hinunter und hast wie die Heißhungrigen erst dann einen Reiz dazu , wenn du es schon verzehrt hast ... Nun gut ! sagte lachend die Frauenstimme . Diesen Fortunaball schenktest du mir auf den zweiten Tag als Zugabe ; aber ich will tanzen , tanzen ! Ich trinke hier Champagner , esse Eis und verzehre mich vor Gier , hinunter in den Saal zu dürfen . Sieh , Alter ! Überall da unten sind meine Tänzer ! Sieh den kleinen mit den feurigen Augenerkennst du mich wohl - wenn ich - he Junge ! He ! He ! Willst du - bleibst du wol zurück ! Tritt nicht leichtsinnig mit Füßen , was ein Freund liebevoll heute über dich häufte - - Man hörte fast , daß die Hand des männlichen Sprechers die des weiblichen packte und zurückriß ... So komm