, so können wir das Schußgeld für einen Bären verdienen . Aber Du mußt mir versprechen , daß Du keiner menschlichen Seele davon ein Wort sagst , sonst behalte ich für mich , was ich gesehen habe . - Ich schwor ihm dies bei der Sweta-Horata hoch und theuer , und der Junge , er war kaum ein halbes Jahr älter als ich , erzählte mir nun , daß er ganz nahe an unseren Weideplätzen zufällig auf einem Felsen das Lager eines Bären entdeckt habe , das unsere Jäger so weit im Gebirge gesucht hatten . Er hatte bei dem Suchen des Pferdes den Bären gesehen und war ihm gefolgt , bis er sich sicher überzeugt , daß das Thier sein Lager gefunden . Aus die Klauen eines erwachsenen Bären waren damals von der Regierung des Paschaliks 50 Piaster gesetzt , auf die der Jungen die Hälfte ; außerdem hatte das Fell einen guten Preis , und wir Burschen glaubten in unserer Dreistigkeit , uns das Geld so gut verdienen zu können , wie ein alter Jäger , und machten danach unseren Plan , indem wir beschlossen , am anderen Tage das Lager aufzusuchen . Die Heiligen seien mir gnädig , aber ich war damals ein wilder Bube . Mein Vater hatte eine alte Trombole in seiner Hütte - er ist längst im Paradiese , wie mir der Popa gesagt , der mich schwere Dukaten dafür zahlen ließ ! - und Niemand achtete mehr darauf . Weliko , mein Vetter , übernahm es , seinem Vater Pulver und einige Kugeln zu stehlen , während ich das Gewehr bei Seite zu bringen versprach . Nachdem wir Alles auf ' s Beste verabredet , trennten wir uns ; ich trieb meine Pferde in den Pferch und es gelang nur glücklich , die Trombole wegzubringen und in der kleinen Hütte von Weidengeflecht zu verbergen , in welcher ich gewöhnlich mitten unter den Pferden die Nächte zubrachte . Als ich am andern Morgen mit Hilfe meines Vaters die mir überwiesene Heerde ausgetrieben und dieser sich mit der seinen nach der andern Seite entfernt hatte , kehrte ich rasch zurück und holte mir das Gewehr . Es war um Mittag , als Weliko zu mir stieß , der einen andern Buben beredet hatte , während unserer Abwesenheit die Pferde zu beaufsichtigen und sie nötigenfalls heimzutreiben . Wir machten uns daher sofort aus den Weg nach der Richtung , in der Weliko das Lager des Bären wußte , ohne daß eine menschliche Seele weiter von unserem Anschlag erfahren hatte . Unterwegs luden wir das Gewehr mit dem ganzen Pulver , das mein Vetter gestohlen , und zwei Kugeln , und füllten die Mündung außerdem bis an den Rand hinauf mit Kieselsteinen an . Triumphirend schleppten wir die Waffe auf unseren Schultern und stiegen so die Berge und Felsen hinauf . Die Sonne war bereits stark im Sinken , als wir uns endlich dem von Weliko bezeichneten Platze näherten . Der Felsen , auf dem er sich befand , war ziemlich hoch und mit dichtem Gestrüpp und Buschwerk bewachsen . In diesem krochen wir fort , bis wir eine ziemlich freie Stelle erreichten , wo mich Weliko festhielt und , nach dem Hintergrund zeigend , an dem eine hohe Felswand den Platz abschnitt , mir zuflüsterte , daß dort das Lager der Bären sei . Wir lauschten eine Weile , ohne indeß eine Spur von der Bärin zu merken , und faßten endlich Muth genug , uns naher an das Lager zu wagen . Hier trafen wir richtig in einer Vertiefung des Felsens und in einem von Buschwerk und Gras förmlich zusammengebauten Nest zwei junge Bären , etwa sechs Wochen alt , die munter wie Kätzchen mit einander spielten . Wir beriethen , ob wir nicht lieber mit diesem Fang uns begnügen und eilig das Weite suchen sollten , und waren schon dazu entschlossen , als uns ein leises Brummen vom Fuße des Felsens herauf die Gewißheit gab , daß die Bärin in der Nähe und uns also der Rückweg abgeschnitten war . Es blieb uns demnach Nichts übrig , als an unserm ersten Plan festzuhalten und nach der Bärin zu schießen . Wir sahen uns zunächst nach einer geeigneten Stelle um , von der wir unbemerkt das Thier belauschen und unseren Schuß anbringen könnten , und glaubten eine solche hinter einem Felsblock gefunden zu haben , an dessen Seiten ein junger Wallnußbaum in die Höhe wuchs . Schon vorher war großer Streit zwischen uns gewesen , welcher von uns Beiden den gefährlichen Schuß thun solle ; ich behauptete , das Anrecht darauf zu haben , weil ich das Gewehr geschafft , Weliko dagegen , weil er Pulver und Blei geliefert und der Aeltere war . Trotz unserer wenig sicheren Lage zankten wir uns daher jetzt auf ' s Neue , als plötzlich ein lautes Brummen , eben nicht mehr sehr weit von uns entfernt , dem Streit ein Ende machte , und ich erschrocken das Gewehr fahren ließ , das in Weliko ' s Händen blieb . Wir waren kaum hinter das Felsstück gekrochen , als wir von der anderen Seite die Bärin herauftraben sahen , die zuerst nach ihren Jungen ging , gleichwie eine Baba besorgt nach den Kindern schaut , dann aber schnüffelnd auf unsern Versteck zukam . Ich rief Weliko zu , fest zu zielen und sich nicht zu übereilen ; doch die Furcht mochte ihn in diesem Augenblicke auch wohl stark erfaßt haben , und die Trombole entlud sich alsobald mit einem großen Knall und mit einem durch die unvernünftige Ladung so heftigen Stoß , daß er uns Beide , die wir dicht an einander kauerten , zu Boden warf . Der Bär zuckte zusammen und hob sein linkes Vorderbein in die Höhe , das von dem , Schuß ganz zerschmettert war ; außerdem hatten wir ihn aber auch nicht weiter verletzt . Zugleich sprang Weliko auf , warf die Flinte von sich und begann so eilig als möglich das Felsstück und