40000 und 200000 Mann . Wahrscheinlich waren es 50000 , eher mehr als weniger . Am 28. Juli 1656 kam es zu der berühmten dreitägigen Schlacht von Warschau . Versuch ' ich es , gestützt auf ein zum Teil widersprechendes Material , ein einigermaßen übersichtliches Schlachtbild zu geben . Die Polen , so scheint es , hatten eine befestigte Hügelposition inne , zahlreiche Artillerie vor der Front , einiges Fußvolk am linken und rechten Flügel , und große Reitermassen im Zentrum , auf einem die ganze Stellung beherrschenden Plateau . Dies Plateau bildete den Schlüssel . Aber es erschien doppelt schwierig , sich desselben zu bemächtigen , da sich am Abhang ein dichtes Gehölz hinzog , das feindlicherseits mit den besten Fußtruppen besetzt worden war . Gehölz und Plateau deckten und unterstützten sich gegenseitig . Nur drei Wege boten sich für den Angriff : ein Frontalangriff gegen die beiden Flügel , oder eine Umgehung der feindlichen Stellung überhaupt , oder drittens eine Durchbrechung des Zentrums . Alle drei Wege wurden versucht . Das schwedisch-brandenburgische Heer – wahrscheinlich um etwas schwächer , als das Heer Johann Kasimirs – stand in entsprechender Dreiteilung dieser formidablen Position der Polen gegenüber . Der Angriff wurde beschlossen . Am rechten Flügel kommandierte Karl Gustav die Schweden , am linken der Kurfürst eine aus Schweden und Brandenburgern gemischte Truppe , im Zentrum aber hielt Generalfeldzeugmeister von Sparr mit zwei schwedischen und fünf brandenburgischen Regimentern , einschließlich der gesamten Artillerie . Unter ihm kommandierten Graf Josias von Waldeck und Joachim Rüdiger von der Goltz . Die Schweden trugen zur Unterscheidung ein Büschel Stroh am Hut , und das Feldgeschrei war : In Gottes Namen ! So begann die Schlacht . Am ersten Tage ( 28. Juli ) schritten der rechte und linke Flügel zum Angriff . Aber beide Angriffe , wiewohl mit größter Bravour und unter persönlicher Anführung von König und Kurfürst ausgeführt , wurden zurückgeschlagen . Die feindliche Hügelstellung , durch Redouten doppelt fest , schien uneinnehmbar . Am zweiten Tage versuchten die Schweden und Brandenburger eine Umgehung ; aber die Polen kamen den Angreifern zuvor , und nachdem , in veränderter Schlachtstellung , um eine Dorfgasse lang gekämpft worden war , kehrten beide Armeen in ihre früheren Positionen zurück . Dieses Scheitern aller Anstrengungen auf seiten der Verbündeten mochte den Mut der ohnehin siegessicheren Polen heben , und ihre zahlreiche Reiterei ging nunmehr zum Angriff über . Vom Plateau herabsausend , an dem Gehölz vorüber , in welchem der Hauptteil ihrer Infanterie steckte , suchten sie die Schlachtreihe der Verbündeten zu durchbrechen . Aber dieser Angriff wurde von dem Zentrum unter Sparr zurückgeschlagen und mißlang ebenso , wie am Tage vorher der schwedisch-brandenburgische Angriff auf die feindlichen Flügelpositionen mißlungen war . So kam der dritte Tag . Das Operieren mit den Flügeln war erfolglos geblieben . Es blieb also nur noch übrig , wenn man Verbrauchtes nicht wiederholen wollte , den Feind an seiner stärksten Stelle zu fassen : im Zentrum . Zu diesem Behufe war es unerläßlich , sich zuvörderst in Besitz jenes Gehölzes zu setzen , das sich am Fuße des dominierenden Plateaus hinzog . Ein Angriff auf dasselbe glich einem Verzweiflungscoup und Sparr erkannte die ganze Schwierigkeit desselben . Dennoch ging er vor und führte die Sache siegreich hinaus . Es ist sehr wahrscheinlich , daß er das im Walde versteckte Fußvolk durch konzentriertes Geschützfeuer zwang , sich hügelanwärts zu ziehen , und diesen Rückzugs- und Verwirrungsmoment benutzte , das gesamte Zentrum avancieren zu lassen . Infanteriekolonnen säuberten das Gehölz , während seine Kavallerie : fünf Schwadronen brandenburgische Kürassiere , bergan stürmte und die durch ihr eigenes Fußvolk bereits in Unordnung geratene polnische Reiterei nach kurzem Kampf über den Haufen warf . Einmal aus ihrer unangreifbar geglaubten Position herausgeschlagen , wandten sich die Polen zur Flucht und wurden teils in einen Morast , teils in die Weichsel getrieben . Viele der Flüchtigen ertranken . Die Verbündeten hielten andern Tags ihren Einzug in Warschau . Es war dies – beinahe zwanzig Jahre vor Fehrbellin , – der erste große Waffenakt der Brandenburger , die von diesem Tage an durch länger als ein Jahrhundert hin , nämlich vom 28. Juli 1656 bis zum 18. Juni 1757 , immer siegreich kämpften . Erst der Tag von Kolin brachte die Demütigung einer Niederlage . Wenn diese Waffentat nichtsdestoweniger halb vergessen ist , und jedenfalls nirgends im Herzen unseres Volkes fortlebt , so hat dies zunächst seinen Grund darin , daß alle Siege , bei denen kleinere Völker an der Seite eines größeren auftreten , immer nur dem letzteren als kriegerische Großtat angerechnet werden . Die Stärkeren verfahren dabei systematisch-absprechend und behaupten ihre Sätze so nachdrücklich und so beharrlich , daß das kleinere Volk schließlich selber glaubt , es habe eigentlich wenig oder gar nichts bei der Sache getan . Es kommt aber in dem vorliegenden Falle noch ein anderes hinzu : das ermangelnde Lokalinteresse . Fehrbellin liegt uns nah und Warschau liegt uns fern . Bis diese Stunde feiern wir Großbeeren und Dennewitz auf Kosten größerer und entscheidungsreicherer Aktionen , nur weil uns an beiden Tagen allerpersönlichst das Feuer auf den Nägeln brannte . Die Menschen sind Egoisten in allen Stücken . Auch in diesen . Die Beschreibungen der Schlacht von Warschau pflegen Sparrs und seines ausschlaggebenden Angriffs immer nur obenhin zu erwähnen , was uns , aus schon angeführten Gründen , eben nicht wundernehmen darf . Pufendorfs » De rebus a Carolo Gustavo gestis « kam den Schweden zugute , nicht uns , und im eigenen Lande entbehrten wir der Chronisten , die sich unsers brandenburgischen Feldherrn angenommen hätten . So müssen wir denn , was die hervorragende Mitwirkung des letzteren an der großen , dreitägigen Aktion angeht , uns mit einem mittelbaren Beweise begnügen , den wir am besten in den Auszeichnungen finden , die der Kurfürst von jenem Tage an für unseren Otto Christoph von Sparr hatte . Am 26. Juni 1657 wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt und sein Gehalt auf eine für