in London den Feldmarschall . Aus hundert Fahnen das Leichentuch , Das England um seinen Lord Herzog schlug , Der sich ein Grab in St. Paul ersiegt , Wo Nelson in Lorbeer begraben liegt . Massow , der durch Jahre hin dem » Old Duke « so persönlich nahe gestanden hatte , war in London mit besonderer Auszeichnung empfangen worden ; jetzt , nach der feierlichen Beisetzung , kehrte er aus dem Gewoge der Weltstadt in die ländliche Stille zurück . Aber eine tiefere Stille harrte seiner bereits . Es war beschlossen , daß er dem Siegesherzoge nach wenig mehr als Jahresfrist in die Ruhe des Grabes folgen sollte . Am 11. Januar 1854 erkrankte er und am 18. entschlief er als ein ernster und gläubiger Christ . Auf dem Kirchhofe zu Steinhöfel ruht er und ein Granitstein gibt die Daten seines Lebens und Todes . Er war nie vermählt . Steinhöfel fiel an seinen Bruder , den Hausminister , und nach dessen Ableben an den ältesten Sohn desselben , den Rittmeister Valentin von Massow . Steinhöfel ist ein schönes und reizend gelegenes Gut . Es liegt an der Stelle , wo der breite Sandgürtel , der sich nördlich von Fürstenwalde hinzieht , in ein frischeres und fruchtbareres Terrain übergeht . Das Schloß hat in der Schinkelschen Zeit eine Renovierung erfahren . Interessante , halb landschaftlich , halb architektonisch gehaltene Bilder von Fr . Gilly , die sich bis diesen Tag in einem der Wohnzimmer vorfinden , zeigen uns deutlich , wie die ursprüngliche äußere Anlage war . Die innere Einrichtung stammt aus der Zeit des Generalleutnants Valentin von Massow und seines Vaters des Obermarschalls . Nur unter den Porträts sind einige älteren Datums . Aus der gesamten Reihe derselben mache ich die folgenden namhaft : 1. Kabinettsminister von Blumenthal ; unter dem Großen Kurfürsten brandenburgischer Gesandter in Paris . 2. Feldmarschall von Flans , geb . 1664 , gest . 1748 , besonderer Liebling und Jagdgenosse Friedrich Wilhelms I. ( Diese beiden Porträts , namentlich das erstere , von vorzüglichem Kunstwert . ) 3. General von Massow , aus der Zeit Friedrich Wilhelms I. 4. von Massow , Minister unter Friedrich II. 5. Seine Gemahlin . 6. von Massow , Obermarschall unter Friedrich Wilhelm II. und III. 7. Seine Gemahlin . 8. von Massow , Hausminister unter Friedrich Wilhelm IV. 9. Seine Gemahlin . 10. Generalleutnant Valentin von Massow als junger Mann in Zivil . Außer diesen Porträts interessieren namentlich einige von Schinkel und Fr . Gilly herrührende , Schloß und Park von Steinhöfel in ihrer früheren Gestalt wiedergebende Gouachebilder . Sieben an der Zahl und zwar zwei von Schinkel , fünf von Gilly . Sie sind ohne Datum , doch läßt sich mit ziemlicher Bestimmtheit annehmen , daß die Gillyschen Blätter zwischen 1795 und 1800 , die Schinkelschen um 1805 , gleich nach Schinkels Rückkehr aus Italien gemalt wurden . Die zwei Schinkelschen Bilder sind folgende : 1. La Maison du Vigneron et Vendange à Steinhoeffel . Es ist eine Spätnachmittags-Beleuchtung . Eine Gruppe rechts sitzt im Schatten der Bäume , auf das laubumrankte Winzerhaus aber , sowie auf den freien Platz davor , fällt ein mildes , heiteres Sonnenlicht . Winzer und Bäuerinnen tanzen einen Rund- und Ringelreigen . In der weinumrankten Vorhalle des Winzerhauses und auf der Treppe , die zu dieser Vorhalle hinaufführt , stehen plaudernde Paare und ein paar Fiedler , die zum Tanze spielen . Ein reizendes Bild . In seiner derb heiteren Stimmung niederländisch , in Beleuchtung und Farbenton italienisch und insofern allerdings einer gewissen realistischen Wahrheit entbehrend . 2. La Vigne de Steinhoeffel . Dies Bild ist ruhiger als das erste , aber vielleicht noch hübscher und anziehender . Es ist dasselbe Haus , nur mit dem Unterschiede , daß man mehr die Giebel-als die Frontseite sieht . Die Sonne geht eben unter und ein rotbrauner Ton liegt über dem Ganzen . Zwei Bäuerinnen kehren mit Fruchtkörben heim . An der sonnenbeschienenen , rotbraunen Gartenmauer steht eine kurzgeschürzte Winzerin in grünem Friesrock und rotem Mieder und reicht einem auf der niedrigen Mauer stehenden Winzer die abgeschnittenen schweren Trauben zu . Edeltannen und Silberpappeln im Hintergrund . Das Ganze in Auffassung und Beleuchtungston durchaus italienisch . Die fünf Gillyschen 67 Blätter haben mit den Schinkelschen nicht die gerinste Ähnlichkeit . Sie führen alle fünf die gemeinschaftliche Unterschrift : Vue de Steinhoeffel und zeigen 1. das Schloß , wie es sich vor etwa achtzig Jahren präsentierte , wenn man von der Dorfgasse her in den Park einbog ; 2. das Schloß vom Park aus ; 3. das japanische Häuschen im Park , nach dem Friedrich Wilhelm III. das Paretzer aufführen ließ ; 4. und 5. eine Baum- und eine Wasserpartie ( Kaskade ) aus dem Park . Wenn auf den zwei Schinkelschen Blättern saftgrün und rotbraun vorherrschen und ihnen Kraft und Frische geben , so sind auf den Gillyschen Blättern weiß und ein helles Wassergrün die vorherrschenden Farben . Die Schinkelschen machen den Eindruck moderner , sehr farbenkräftiger Aquarelle , während die Gillyschen wie Federzeichnungen wirken , die mit dünnen und unkräftigen Wasserfarben hinterher fein und sinnig getuscht wurden . Interessanter noch als diese Bilder und vielleicht überhaupt das Bemerkenswerteste , was sich an Kunstschätzen , bzw. Kuriositäten in Steinhöfel vorfindet , ist ein anderer einfacher Bilderrahmen , der statt eines Bildes ein vergilbtes Quartblatt Papier umfaßt . Dies Quartblatt Papier , auf beiden Seiten beschrieben ( weshalb der Rahmen hinten und vorn ein Glas hat ) ist das Konzept eines in Versen abgefaßten Briefes , den Kronprinz Friedrich von Königsberg aus im August 1739 an Voltaire richtete . Im einundzwanzigsten Bande der Oeuvres complètes , dem sechsten der » Correspondances « , findet sich dieser Versebrief abgedruckt . Ich stelle nun behufs eines Vergleiches den gedruckten Brief und die verschiedenen Versionen des Steinhöfeler Konzepts zusammen , zugleich eine Übersetzung hinzufügend , bei der ich auf eine Markierung der kleinen Unterschiede verzichtet habe . [ ... ] [ Der mehrspaltige Textvergleich kann hier