sie will . Sehen Sie nur , - « und sie zeigte auf den nicht allzu entfernten Schrank , an dem Lena eifrig arbeitete - » wie sie heut auf dem Posten ist . « » Schade , schade « , brummte Herr Strömer und schritt , eifrig und nachdenklich an seiner roten Nase herumreibend , in sein Bureau zurück . Nach Schluss ihrer Dienststunden liess er Fräulein Weiss zu sich kommen . Lena war sich vollkommen klar darüber , was ihrer wartete . Sie kannte das Reglement und wusste , dass auf schlechtes Betragen , auch ausser dem Dienst , sofortige Entlassung stand . Sie hatte sich zwar nichts weiter zu Schulden kommen lassen , als dass sie sich ein paar Mal mit Bornstein köstlich amüsiert und sich an guten Dingen gründlich satt gegessen hatte , aber sie wusste auch genau , dass das genügte , um sie ihrer Anstellung sofort verlustig gehen zu lassen . Mit vollem Bewusstsein dessen , was sie aufs Spiel setzte , hatte sie sich mit Bornstein vergnügt . Sie musste nun die Folgen tragen , allerdings früher , als sie erwartet und auch gewünscht hatte . Gern wäre sie geblieben , bis ihre Pläne mit dem Blumengeschäft weiter gediehen waren , bis sie wenigstens mit Bornstein sich darüber beraten hatte . Vor allem um Lottes willen , die der Verlust ihrer Stellung doppelt schwer treffen würde , so lange ein Ersatz dafür nur in der Luft schwebte . Herr Strömer hatte Lena eine ganze Weile in das hübsche Gesicht gesehen , bevor er zu sprechen begann . Das Mädchen sah ganz und gar nicht wie eine Schuldige aus . Aber dennoch - und er murmelte mit heftigem Nasenreiben wieder sein monoton tragisches : » Schade ! Schade ! « » Leider « - er räusperte sich - » leider , Fräulein , muss ich Ihnen sagen , dass man - hm - auf dem Amt nicht zufrieden mit Ihnen ist . Sie haben in letzter Zeit oft nachlässig gearbeitet - aber hm - schade - das ist nicht die Hauptsache - das heisst , ich meine der Hauptgrund , aus dem ich Sie kommen liess . Nämlich , Fräulein « - Herr Strömer sah Lena mit einer künstlich sittenstrengen Miene an - » Ihr Betragen ausser dem Dienst - Sie sollen - Sie haben - mit einem hiesigen bekannten Bankier - Was haben Sie dazu zu sagen , Fräulein ? « Lena zuckte die Achseln . » Nichts , Herr Strömer - es wird wohl so sein ! « » So , hm , ja ! Sie gestehen es also zu ? Schade ! Schade ! « » Ich gestehe zu , dass der bekannte Bankier , wir können ihn ja auch der Einfachheit halber gleich beim Namen nennen , also dass Herr Bornstein mich mehrmals abends nach dem Dienst erwartet hat und mit mir in ein Restaurant oder ein Theater gegangen ist . « » So - und - ? « » Was und ? « » Na , ich meine , Fräulein Weiss , was denken Sie sich dabei ? « » Gar nichts . « » Sie verstehen mich nicht . - Ich meine , sind Sie die Verlobte des Herrn - hat er Ihnen ein Heiratsversprechen gegeben - ? « Lena lachte hell heraus . » Das glauben Sie doch selber nicht , dass es Herrn Bornstein einfallen würde , ein bettelarmes , halbgebildetes Mädchen zu heiraten . - « » So - und das sagen Sie so ganz kaltblütig ? Sie wissen , der Herr wird Sie nicht heiraten und trotzdem gehen Sie allein mit ihm aus und lassen sich vor aller Welt mit ihm sehen ? « Herr Strömer ereiferte sich förmlich . Lena zuckte hochmütig die Achseln . » Eine Anstandsdame habe ich nicht zur Verfügung - und ob es anständiger ist , mich mit Herrn Bornstein heimlich , irgendwo im Verborgenen zu treffen - « Strömer , dessen Interesse an dem Mädchen immer wärmer wurde , unterbrach sie eilig . » Um Gottes willen , fangen Sie so etwas nicht an ! Halten Sie sich brav , Fräulein Weiss - um Ihrer selbst willen . Amüsement ist am Ende noch keine Sünde , wenn man jung ist - aber darüber - nicht wahr , Fräulein Weiss - darüber werden Sie nicht gehen ! « Lena sah ihren Vorgesetzten sehr erstaunt an . Sie wusste einen Augenblick gar nicht , wo er hinaus wollte . Dann schien ihr dunkel aufzudämmern , was er meinte . Sie wurde ein wenig rot und schüttelte dann sehr energisch den Kopf . Antworten that sie nicht , aber Herr Strömer verlangte es auch nicht . Er hatte sie auch so verstanden . Nach einer kleinen verlegenen Pause sagte Lena : » Also dann bin ich wohl aus dem Dienst entlassen ? « Herr Strömer bearbeitete seinen Nasenrücken mit Furor und sagte kleinlaut : » Eigentlich ja - aber hm - wenn Sie versprechen , sich die kommenden vierzehn Tage zusammenzunehmen , möchte ich Sie bis zum ersten März behalten . Eine so plötzliche Entlassung könnte Ihnen sehr schaden , Fräulein Weiss , und dazu beitragen , dass Ihre Zukunft vielleicht gänzlich ruiniert wird - « Lena unterbrach ihn . » Ich bin Ihnen sehr dankbar , Herr Strömer - sehr . Wir sind sehr arm , und meine Schwester würde über das Ausbleiben der Tagegelder in diesem Monat schon sehr unglücklich sein . Zum 1. April würde ich übrigens selbst um meine Entlassung gebeten haben . « » So , so . Haben Sie etwas anderes vor ? « » Ja - ich will ein Geschäft etablieren ! « » Darf man fragen - - ? « » Nein , das ist noch Geheimnis ! « Herr Strömer lächelte . Dann stand er auf zum Zeichen , dass Lena entlassen sei . » Also ich darf morgen wiederkommen ? Nochmals vielen , vielen Dank . « Lena nahm sich während