gehörte . Er war zu mißtreu , um gerne lange Geld ausstehend zu haben , hatte es zu gerne in den Händen und trieb Kurzweil mit Zählen , als daß er es gerne lange mißte . Sollte er also verkaufen um geringen Preis , um den Zins zu machen , sollte er sein Geldlein einziehen und das Korn sparen ? Das ging ihm im Kopfe herum , daß er oft aussah akkurat wie eine wandelnde Brummelsuppe . Das dritte Ding ( an zweien wäre es mehr als hinreichend gewesen , um einen Uli rappelköpfig zu machen ) war Vrenelis Zustand . Vrenelis Zustand war eben kein besonderer , aber es war das erstemal , daß Vreneli darin war , Uli so was erlebte , und da meint man dann wunder , wie apart alles sei und das Allerschrecklichste vor der Türe stehe . Je inniger die Liebe , desto größer auch die Angst . Und Uli hatte Vreneli von Herzen lieb , er sah gar wohl , was er an demselben hatte , aber seine Liebe war halt nicht besser als ein Diamant , der , selbe läuft im Nebel der Welt auch an , ja sogar mit irdischem Kote kann man ihn bedecken . Wie sehr Uli Vreneli auch liebte , den rechten Verstand in solchen Dingen und Zuständen hatte Uli doch nicht , bei aller Angst . Die Weiber haben es gerne , wenn man sie an Ruhe mahnt und die Arbeit ihnen wehrt , sie tun dann gerne noch einmal so viel als sonst und ohne sich zu beklagen . Uli kannte das nicht , und wenn Vreneli nicht immer bei allem war wie sonst , so vermißte er es , frug ihm nach , fragte , ob ihm was fehle , dies und jenes sollte gemacht sein ; wenn man nicht immer hinten und vornen sei , so sei nichts gemacht usw. Er merkte in seiner Hast nicht , daß er damit Vreneli weh tat ; er meinte es gut , hatte aber halt den Verstand nicht . Wer ihn halt nicht habe , dem müsse man ihn machen , meinte die Base . Sie hielt Uli eine scharfe Predigt , machte ihm himmelangst und die Hölle heiß , er versprach das Beste . Fortan , wenn er fragte : » Wo ist Vreneli ? Vreneli , das und das sollte gehen , das und das solltest machen « , so setzte er allemal hinzu : » Oder magst etwa nicht , so sag es , ich will dann sehen , wer es macht oder wie es geht . « Die Base sagte oft : Ein Kalb sei dumm , aber so mit einem jungen Mann sei es doch noch lange nicht zusammenzuzählen . » Selbst mit manchem alten nicht « , brummte sie manchmal nachsätzlich . So geduldig die Alte mit dem lieben Gott war , so sehr sie überzeugt war , daß alles komme aus seiner väterlichen Hand zu unserm Besten , Käfer sogar und Mäuse , so geduldig war sie auch mit dem Mannevolk ; aber sie betrachtete es eben wie Käfer und Mäuse , wie eine Art Ungeziefer , welches man in Geduld und Langmut zu ertragen habe , weil es eben von Gottes väterlicher Hand geordnet sei . Ihre Ansicht darüber freimütig aus , zudrücken , hielt sie erlaubt . Es war Uli aber auch etwas zu verzeihen . Wo er nicht war , ging was Krummes , bald was mit den Rossen , bald was mit den Kühen . War er im Walde , so gabs daheim was Dummes , war er daheim , so kam man aus dem Walde mit einem zerbrochenen Wagen heim oder einem blessierten Rosse . Da kommt dann gerne so eine all , gemeine Ungeduld in die Glieder . Wie es gehen solle , wenn Vreneli ganz dahinten bleiben müsse , das begriff Uli nicht . Indessen so was muß man begreifen lernen , man mag wollen oder nicht . Sechstes Kapitel Ein Kindlein kommt und wird getauft Unwiderstehlich rücken die Tage vor , einer nach dem andern , unerwartet kommt der rechte , der die Entscheidung bringt , Leben oder Tod , Weh oder Freude hält in seiner Hand und eben darum ein so banger ist , weil man nicht weiß , welches von beiden er birgt in der verschlossenen Hand . So kam er auch unerwartet auf der Glungge , eben als Vreneli noch eine kleine Wäsche abtun wollte , damit die Knechtlein wieder was Sauberes am Leibe hätten . Er brachte weder Weh noch Tod , sondern ein klein Mägdelein , das mörderlich schrie , den Mund aufriß bis hinter die Ohren , von welchem jedoch die Base versicherte , daß sie ein so hübsches nie gesehen hätte . Elisi sei auch hübsch gewesen und kein Mensch würde gedacht haben , daß es am Ende nur so zu einem dürren Birnenstiel auswachse , aber gegen dieses sei es doch nur ein Schatten gewesen . Die Freude war groß bei Uli und Vreneli , doch konnte Uli sich nicht enthalten , merken zu lassen , wie er lieber einen Buben gehabt , wegen der Hülfe . So ein Bub könne man gar früh brauchen und glaube nicht , wie kommod er einem Vater komme . » Warte nur , du wirst noch Buben genug kriegen , darum hat dir Gott das Kindermädchen vorausgesandt , « sagte die Base . » Mit den Buben ist es halt nichts , als daß sie in allem sind und man ganze Tage ihnen abwehren muß . Mädchen hangen der Mutter an der Schürze , und wie sie auf den Füßchen stehen können , hat man Hülfe von ihnen ; sie heben was auf , sie tragen was nach , sie sehen zur Milch auf dem Feuer , daß sie nicht überläuft , zum Kraut im Hafen , daß es nicht anbrennt . Klein können sie es , groß vergessen sie es manchmal , « setzte sie seufzend