und reichte sie ihm . » Gieb sie dem Kinde und Gott lohne Dir , was Du an der doppelten Waise thust , denn ihr Erzeuger liegt unter den Todten vor der Palanka von Protopapas , wie ich vernommen habe . « » Bei dem Haupte meines Vaters , das auf den Wällen von Skadar bleicht , « schwor der junge Mann , » Dein Kind soll einst das Weib des Hauptes der Martinowitsch werden , wenn mein Haus ihr genügt ! « Die Griechin nickte ihm freundlich zu und schloß den kranken Freund dann in ihre Arme , sich und ihn mit dem Chlamis umhüllend , und deutete dann nach dem Bischof . » Unsere Zeit ist gekommen , « sagte sie , » mögen die Heiligen für Euch bitten , wie sie es für uns thun . « Der greise Bischof wankte zurück nach der Sacristei , nochmals stehend die Hände gegen den General ausstreckend . Vergeblich ! » Lebe wohl , Anastasius ! lebt wohl , meine Brüder ! « Noch ein Mal stürzte er an seine blutende Brust , dann riß er sich empor . Die dunklen Schatten der Nacht hatten sich während der heiligen Handlung auf das Gewölbe gesenkt , nur die ewige Lampe brannte in ihren silbernen Ketten und von dem Hochaltar leuchteten matt die heiligen Kerzen . Dicht zusammen gedrängt in Gruppen hatten sich die dem Tode Geweihten . » Griechenbrüder , « fragte die helle Stimme des verwundeten Capitani ' s , » seid Ihr bereit ? « » Wir sind es ! « - Die Worte klangen dumpf und hohl . » Heilige Jungfrau , erbarme Dich unser ! Kreuz und Griechenland - Feuer ! « Die Salve der Klephten donnerte durch das Gewölbe der Kirche und zersprengte die Fenster - drei Mal wiederholte sie sich - dann ward Alles still - der letzte Schrei des irdischen Schmerzes war verstummt - einhundertsechsundsechszig Leichen mit der todten , ihrer Liebe gestorbenen Frau deckten die Marmorfließen der Kirche von Metzovo4 . - Längst hatte der General sie verlassen und die wilden Klephten , die sich vom Tode seiner Opfer überzeugt , waren ihm gefolgt . Aus dem Pulverdampf , der das weite Gewölbe erfüllte , schlich eine einzelne Gestalt vom Altare her , ein junger Krieger in griechischer Tracht mit krausem entstellenden Bart , die Flinte in der Hand . - Die ewige Lampe warf ihren falben Schein auf ihn , als er unter ihr hinschlüpfte , und wurde zurückgespiegelt von dem blitzenden dunklen Auge . - Seine Lippen waren roth von Blut . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Das brennende Metzovo leuchtete dem Rückzug des griechischen Generals - viele Bewohner der unglücklichen Stadt , die Rache der siegenden Türken fürchtend , die entsetzlich wütheten in den christlichen Phistans des Gebirges , hatten sich ihm angeschlossen . Ein griechischer Krieger , am Fuß verwundet und außerdem den rechten Arm in ein Tuch gebunden , war zurückgeblieben von dem Hauptzug und schwankte , auf die Schulter eines jungen Kameraden gestützt , langsam hinterdrein . Schon am Thor von Metzovo hatte dieser sich zu ihm gefunden und ihn hilfreich unterstützt . Es war derselbe , der zuletzt die Kirche verlassen . Das Gehen hatte die Schmerzen der Wunde arger gemacht , nur langsam kam das Paar vorwärts . Dennoch verließ der menschenfreundliche Helfer den verwundeten Mainoten nicht . » Bei der Panagia , « schwor dieser , » ich wollte , ich läge bei den erschossenen Brüdern in der Kirche von Metzovo , so sehr schmerzt mein Bein und so sauer wird mir der Weg . Die Heiligen mögen Deine Hilfe lohnen , Panagotti Zanetacchi aber wird ewig Dein Freund sein . « » Gieb mir Deine Waffen - sie belasten Dich , « sagte der Andere . Zugleich nahm er ihm die Flinte ab und hing sie um , ebenso die Pistole und den Handjar . Wiederum wandelte das Paar längere Zeit dahin , nur von den einzelnen Schmerzenslauten des Verwundeten ward das Schweigen unterbrochen . » Wohin führst Du mich ? - wir sind von der großen Straße abgekommen und keiner der Nachzügler ist mehr zu sehen . Wir werden den Türken in die Hände fallen . « » Ich bin in diesen Gebirgen zu Hause , tapferer Maini , und dieser Pfad kürzet die große Straße und führt über jenen Höhen uns wieder mit dem General zusammen . Stütze Dich auf mich . « Eine halbe Stunde waren sie gewandert , dann warf der Mainote sich erschöpft auf den Boden . » Du thust wohl daran , es ist Zeit , daß Du ausruhst . « Der Mond schien hell auf den Berghang zwischen den dichten Büschen von Thymian , wildem Wein und Oleander - durch eine Oeffnung leuchtete in der Ferne noch immer das brennende Metzovo . » Bis hierher , « sagte der Führer . » Es ist Zeit , zu enden . « » Wie meinst Du das ? - Willst Du mich hier verlassen ? « » Nicht ich , Mainote - aber Du mich . « » Ich verstehe Dich nicht . Gieb meine Waffen zurück ! « Der Führer lachte hell auf , dann schleuderte er behende Flinte und Handjar in die dichten Büsche und trat , die Pistole in der Hand , vor den Erschrockenen , der sich auf den gesunden Arm aufrichtete . » Kennst Du mich ? « » Wer bist Du ? - sprich - bin ich in die Hände eines Verräthers gefallen ? « Wieder lachte der vermeintliche Grieche höhnisch auf , dann riß er mit einem Griff sich den falschen Bart voll Lippen und Wangen , den Feß vom Haupt , und die schwarzen Flechten eines Weibes rollten hernieder , Fatinitza ' s dunkle dämonische Augen blitzten schadenfroh den verwundeten Krieger an . » Weib -