Kirche auf die Stufen des Hochaltars , nachdem er einigen Capitani ' s Befehle gegeben . Ohne daß sie es merkte , wurde die in und vor der Kirche versammelte Menschenmasse von einer Chaine der griechischen Krieger umgeben . Mit wenigen Worten verkündete Grivas den ängstlich harrenden Einwohnern , daß er in zwei Stunden die Stadt verlassen werde , daß es aber seine Sicherheit erfordere , diese zum Theil zu zerstören . Dabei wiederholte er das Verlangen der Auslieferung alles Goldes und Silbers , da der Kampf für die Freiheit ein solches Opfer auf dem Altar des Vaterlandes fordere . Zugleich wurden Tücher und Teppiche auf den Stufen ausgebreitet zur Empfangnahme dieser Gaben . Dennoch flossen diese nur spärlich . Da , auf einen Wink des Generals , begannen die Klephten die Kirche zu räumen , indem sie die unglücklichen Einwohner , die natürlich bei der Nachricht von der drohenden Zerstörung der Stadt Alles , was sie an werthvollem , tragbarem Eigenthume besaßen , mit sich genommen , in kleinen Abtheilungen herausholten , sie alles Schmucks und aller Gold- und Silbersachen beraubten , und sie dann in die Stadt jagten , unbekümmert um das Zetergeschrei , das diese Gewaltthat verursachte . Die Beute war ungeheuer . Bei der Fingerfertigkeit und Uebung der räuberischen Klephten war dieser erste - wir möchten sagen merkantile - Akt des furchtbaren Drama ' s in einer Stunde abgespielt . Dann begann der zweite , blutige . In vollen Pontifikalibus , mit den Diakonen voran , bleich und zitternd vor dem schrecklichen Auftrag , der ihm geworden , aber gezwungen von den ihn mit den geladenen Gewehren umgebenden Kriegern , trat der Bischof von Metzovo aus der Sacristei und schritt zum Hochaltar . Hinter ihm drein wurden der verwundete Caraiskatis und die beiden Mainoten getragen und auf die Stufen zwischen die Haufen von Kostbarkeiten niedergelegt . Eine lautlose Stille trat ein , dann sprach der General mit fester tiefer Stimme : » Brüder des Kreuzes , die heute mit mir in der Schlacht gestanden gegen die ewig verfluchten Moslems , und verwundet in diesen Hallen liegen , ich fordere alle Die auf , die Kraft genug in sich fühlen , unserem Ausmarsch sich anzuschließen , ohne uns hinderlich zu werden , jetzt die Kirche zu verlassen und an das Thor von Larissa sich zu begeben . « Mehrere , die leichter verwundet , oder von einer bangen Ahnung getrieben waren , erhoben sich und schwankten den Thüren zu . Die Reihen öffneten sich vor ihnen , ohne ihnen Hilfe zu leisten ; Einhundertfünfundsechszig Verwundete blieben zurück . Auf einen Wink des Generals wurden sie sämtlich im Halbkreis um den Hochaltar gelegt . Dann begann der Bischof eine Messe zu lesen . - Viele schauten sich befremdet an - es war eine Todtenmesse . Mit feierlicher leiser Stimme sprach der Geistliche ein ehrwürdiger Greis im Silberhaar mit langem weißem Bart , am Schluß den Segen über die Versammlung . » Brüder ! « sagte hierauf der General mit dumpfer zitternder Stimme , » unsere Zeit ist gekommen ! Es ist unmöglich , Euch fortzuschaffen - mit blutendem Herzen verkünde ich ' s Euch - Ihr müßt hier zurückbleiben . « Ein tiefes schmerzliches Aechzen ging durch die traurige Versammlung . » Wollt Ihr den Feinden Eures Glaubens , den Tyrannen Eures Vaterlandes lebendig in die Hände fallen ? « » Nimmermehr ! « rief mit festem Tone Caraiskakis . » Niemals ! « wiederholten die beiden Mainoten an seiner Seite und » Niemals ! « klang es von verschiedenen Seiten . » Was wollt Ihr dann ? - sprecht - meine Augenblicke sind gezählt ! « » Den Tod ! - Den Tod von Bruderhand ! - Den Tod für die Freiheit statt der Martern der Barbaren ! « Keine Stimme wagte den festen stolzen Worten des sterbenden Capitani ' s zu widersprechen , - der Stolz des Kriegers unterdrückte bei Vielen die bleiche Furcht . » So sei es denn , und mögen Euch Gott und die Jungfrau gnädig sein und Eure unsterblichen Seelen in das Himmelreich aufnehmen . Amen ! « Und wiederum winkte er mit abgewandtem Gesicht dem Bischof und der Greis stieg herab , das Allerheiligste in der Hand , und begann mit seinen Diakonen die Reihen der Blutenden zu durchwandeln und ihnen die Sterbesakramente auszutheilen . An der Seite seines Neffen kniete der General , Abschied von ihm zu nehmen für dieses Leben . An dessen andern Seite war Aphanasia , die Griechin , bleich und ruhig , die Hand des dem Tode sich weihenden Helden in der ihren . Mit Befremden blickte der General sie an , als sie nach dem Freunde gleichfalls die Hostie aus der Hand des Priesters empfing und ihre Lippen das heilige Blut berührten . » Was thust Du , Frau ? es ist Zeit , daß Du scheidest von dieser furchtbaren Scene . Entferne Dich - ich werde für Deinen Schutz Sorge tragen . « Die Frau sah ihn trübe lächelnd an . » Das heilige Sakrament , « sagte sie ruhig und ernst , » das uns einst für das Leben vereinigen sollte hat uns wenigstens zum Tode verbunden . Trenne die nicht nochmals von dem Manne ihrer Liebe , Grausamer , die Du von dem Manne ihrer Pflicht getrennt hast . Aphanasia Delanyi hat keine Wahl mehr , als zu sterben mit Anastasius Caraiskakis ! « » Wahnsinnige - denkst Du nicht an Dein Kind ? « » Du nahmst ihm den Vater - möge es auch die Mutter vergessen lernen . Bring ' es an meiner statt den Meinen und möge die Jungfrau es segnen . « » Vertraue mir das Mädchen , Frau , « sagte eine jugendliche Stimme an ihrer Seite , » ich werde es schützen mit meinem Leben , wie ich es auf dem Wege hierher geschützt . « Es war Bogdan , der junge Czernagorze , der gesprochen und die unglückliche Griechenfrau nahm eine Perlenschnur von ihrem Hals