zu ihrem zweiten Opfer . Andreas Zanet hatte mit stierem Auge das Ende seines Gefährten geschaut - der Todesschweiß der Angst perlte auf seiner Stirn , denn er zweifelte keinen Augenblick , den bösen Geist , den Vampyr vor sich zu sehen , der das Blut trinkt und die Seelen dem , ewigen Pfuhl überliefert . Aller Aberglauben seiner Religion füllte seine Seele und verzweifelnd sah er sich diesseits und jenseits verloren . Die Vrokoklak war über ihm - sein Schicksal erfüllt - - Lautlos , nur von den Schüssen der Stürmenden umdonnert , wiederholte sich die schreckliche Scene . Dann kroch sie zurück , die junge schöne Megäre , das Pistol , das der verrätherische Geliebte von sich geworfen , unter ihrem Lager verbergend . Fort und fort hörte sie die Schüsse um sich her krachen - dann erhob sich plötzlich auf der Höhe des Thurmes ein lautes wildes Triumphgeschrei , das über den Lärm des Kampfes hinausgellte . Denn auf den Berghöhen im Westen zeigten sich starke Schaaren griechischer Krieger und begannen herabzuströmen . In ihrer Mitte flatterte die blaue Fahne mit dem weißen Kreuze . Wie aus Verabredung schwieg für Minuten lang der Kampf an und aus der Kula . Man konnte jetzt in größerer Nähe über den Bergen die Salven eines heftigen Gefechts hören , das die auf dem Rückzug begriffenen Schaaren des Generals Grivas an Abdi-Pascha lieferten . Immer neue Abtheilungen quollen über die Bergkuppen , - von der Kula aus konnte man sehen , wie sie sich zum Angriff sammelten . Deutlich konnte der General durch sein Fernrohr die Seinen erkennen - Anastasius Caraiskakis , den Czernagorzen Bogdan . Vom Schmerzenslager des Pascha ' s her jagte Bote auf Bote , dem jungen Führer der Stürmenden den Befehl zum Rückzug zu bringen . Die steinernen Mauern der Kula trotzten seinem Zorn - die melancholischen Töne der gebogenen Hörner des Nizams gaben endlich das Signal zum Sammeln , und zähneknirschend führte der Emir die Seinen zurück zum Lager des Bey ' s , wo ihre Colonnen gegen die anrückenden Griechen Position nahmen . An hundert Todte und Verwundete hatten die Türken in den drei Stürmen aus die Palanka verloren ; zwölf Stunden lang hatte Grivas mit seinen acht Kriegern dieselbe gehalten ! - Aus Aesten und Lanzen war schon früher eine Tragbahre gefertigt worden für den schwer verletzten Pascha . Auf dieser wurde er jetzt weiter geschafft , und langsam traten die Türken ihren Rückzug nach der Richtung des See ' s vor den andrängenden Griechen an und waren bald im Rücken der Palanka . In einiger Entfernung nahmen sie eine günstige Stellung ein und begannen von hier aus mit ihrer einen Kanone die Griechen ziemlich unschädlich in dieser Weite zu beschießen . Das andere Geschütz fiel in die Hände der Feinde , da es den Topschi ' s1 nicht möglich war , es so rasch von dem Felsengrate zurück zu schaffen , doch konnte es von jenen nicht benutzt werden , da es ihnen an Minition fehlte . Jubelnd warfen sich die verwundeten Mainoten auf die Barrikade , die sie gegen die Feinde geschützt , und noch ehe ihre Befreier den Felsenaufgang erreicht hatten , waren die Balken und Steine fortgeräumt , von den erstern der Uebergang über die Felsspalte hergestellt , in der noch die Leichen der Arnauten lagen , und Grivas mit den Mainoten eilte den Befreiern entgegen . Es war wenig Zeit zu verlieren , denn Abdi-Pascha , der im Lauf des Morgens Verstärkungen aus Janina an sich gezogen , bedrängte hart den Rückzug der Griechen . Er hatte am Morgen den Posten des Capitani Caraiskakis angegriffen , als dieser eben erst durch den Knaben Mauro die Kunde von dem Leben seines Bruders und der Gefahr des Generals erhalten und eilig Boten nach dem Obersten Stratos gesandt hatte . Dieser bald darauf von dem Nizam Abdi-Pascha ' s und den Aegyptern von Arta her bedrängt , ohne daß General Tzavellas ihm zum Beistand eilte , schlug sich durch die Erstern , vereinigte sich mit der stark gelichteten Schaar des Caraiskakis , der bis Mittag sich am Kloster tapfer gehalten , und setzte mit ihm den Rückzug gegen Metzovo fort , Beide kaum noch hoffend , den General unter den Lebenden anzutreffen . Um so größer war der Jubel und der Feuereifer der Griechen , als sie die improvisirte Fahne von der Brustwehr der Kula wehen und zugleich die Bedrängniß der Ihren sahen , und Caraiskakis hatte alsbald zum Angriff gerüstet , während Oberst Stratos noch auf den Berghöhen die Türken in Respekt hielt . General Grivas übernahm nach einer kurzen freudigen Bewillkommung seines Neffen sofort den Oberbefehl ; und als ihm Anastasius und Bogdan sagten , daß sein Stiefneffe Nicolas in Janina am Leben , theilte er ihnen zu ihrem Staunen mit , daß derselbe den Heldenkampf der Verteidigung der Palanka mitgefochten und in wenigen Augenblicken sie selbst begrüßen werde . Ein Wink von ihm jedoch wehrte sie von der Palanka ab mit dem Bedeuten , daß Jener dort noch einen Auftrag allein zu vollziehen habe . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Während der General und seine vier verwundeten Mainoten zu den Freunden eilten , trat der junge Grieche in das Gefängniß Fatinitza ' s. Ein kurzer Blick auf die Maini ' s überzeugte ihn , daß sie todt , und näher tretend , kniete er an ihrem Lager nieder und durchschnitt schweigend die Bande an ihren Händen und Füßen . » Fatinitza , « sagte er dann weich und stehend zu ihr , » höre mich , denn wenige Augenblicke nur sind mir und Dir zur Entscheidung vergönnt . Was ich gethan - meine Flucht , die Warnung an die Meinen - ich will es jetzt nicht verteidigen . Mein Bruder , mein Oheim waren unter den Bedrohten . Bei dem ewigen Gott , zu dem Christen