Herrin desto mehr , « warf der Major dazwischen , » er steht in der allerhöchsten Gnade ; Sie können morgen bei ihm vorfahren und ihm gratuliren ; er hat wieder einen neuen Orden bekommen . « » Das würde ich wahrhaftig thun , « sagte lachend der Baron , » wenn ich jene sechs kostbaren Blätter hätte , um sie nachher zur Abkühlung präsentiren zu können . « » Das würden Sie nicht thun , « versetzte aufmerksam Graf Fohrbach . » Ich kenne und bewundere Ihren Muth in jeder Hinsicht , aber das würden Sie bleiben lassen . « » Das käme auf eine Wette an , « entgegnete Herr von Brand in gefälliger Weise . » Die ich annehmen würde ; Zehn gegen Eins ! « » Halt ! halt ! ihr Herren ! « sprach der Major . » Das wär ' eine Wette , die uns Alle , wie wir hier versammelt sind , theuer zu stehen kommen könnte . « » Die auch nie stattfinden kann , « sagte Arthur , » denn ich würde die Blätter nie , namentlich aber nicht zu einem solchen Zwecke , hergeben . « » Genug ! genug ! « mischte sich Herr von Steinfeld , der bisher in einem Buch geblättert hatte , in das Gespräch , » man muß nicht so in ein Wespennest schlagen wollen . Aber sage mir , vortrefflicher Hausherr , darf ich dich um eine Tasse Thee bitten ? « » Ich weiß nicht , wo er so lange bleibt , « erwiderte Graf Fohrbach . Doch hatte er kaum die Klingel gezogen , als auch schon der Kammerdiener , fast unhörbar , in das Zimmer glitt , den Thee in der uns bekannten Art aufstellte , und darauf mit den Bedienten wieder verschwand . Jeder nahm sich eine Tasse , dann sagte Herr von Steinfeld mit Beziehung auf das Gespräch von vorhin : » Unsereins , der lang in der Fremde war und fast unbekannt geworden ist , könnte sich durch so etwas empfehlen . - Alle Wetter ! Wer hat die Wette gemacht ? würde es freilich heißen . - Graf Fohrbach , bei sich zu Hause in einer kleinen Gesellschaft . - Wer war da ? - Nun , Erichsen , der die Blätter gezeichnet , Major von S. , Herr von Steinfeld - « » Ja , ja , « sagte der Major , » das könnte uns Allen ein paar verdrießliche Gesichter eintragen . « Der Hausherr hatte achselzuckend zugehört und bedächtig seine Tasse ausgetrunken , dann sagte er : » Ja , wir werden alt , es ist kein Spaß mehr da und kein Humor . - Apropos ! « fuhr er nach einer Pause fort , » du bist mit deinen Besuchen ziemlich fertig . Man hat dich doch überall gnädig aufgenommen ? « » Darüber kann ich nicht klagen . - Doch da fällt mir etwas ein , worüber ihr mich vielleicht aufklären könnt . - Als ich bei deinem Papa war , « wandte er sich an den Hausherrn , - » Seine Excellenz empfingen mich sehr zuvorkommend - traf ich den alten General-Adjutanten Baron von W. mit seiner Frau . « Herr von Brand zuckte , aber fast unmerklich , zusammen . » Wenn ich sage traf , so meine ich damit , ich begegnete ihm an der Thüre des Salons ; er ging , ich kam . Es war so auf der Schwelle , daß ich nicht präsentirt werden konnte . Der Bediente meldete mich , und da war es mir , als wenn sich die Baronin von W. bei Nennung meines Namens plötzlich und auffallend von mir abwende . « » Wer weiß , wilder Mensch , « sagte der Major , » ob du sie nicht vielleicht früher einmal gekannt , ihr die Cour gemacht oder sie auffallend vernachlässigt hast ? « » Unmöglich ! « erwiderte Herr von Steinfeld . » Als ich damals noch hier war , war der alte Baron auf weiten Reisen und heirathete in meiner Abwesenheit . Ich machte natürlich auch in seinem Hause meinen Besuch , er empfing mich ; Madame , hieß es , sei unpäßlich . « » Das ist so seine Art , « meinte gleichgiltig Graf Fohrbach , » er ist ein alter , eigensinniger Herr , der sein Haus Niemanden öffnet , und nur genaue Bekannte seiner Frau vorstellt . « » Ihr könnt euch denken , « fuhr Herr von Steinfeld fort , » daß das meine Neugierde erregt , und daß ich Alles daran setzen werde , ihre Bekanntschaft zu machen . - Ist sie schön ? « - » O nicht übel , wie soll ich sie dir beschreiben ? « sprach der Hausherr , und fuhr gleich darauf lachend fort : » Richtig ! betrachte dir dort den Baron Brand . « Dieser war in tiefe Gedanken versunken und starrte in die Theetasse , die er vor sich hin hielt . Als er nun so plötzlich seinen Namen nennen hörte , wäre ihm diese fast aus der Hand gefallen , so schrak er zusammen . Doch faßte er sich augenblicklich wieder , lächelte und sagte : » Was beliebt , Graf Fohrbach ? « Herr von Steinfeld hatte übrigens , der an ihn ergangenen Aufforderung gemäß , seinen Blick auf den Baron geworfen und mußte in dessen Gesicht etwas gefunden haben , was ihn fesselte , denn er betrachtete ihn eine Zeit lang mit großer Aufmerksamkeit , dann aber starrte er vor sich hin , augenscheinlich in tiefe Gedanken versunken . - » Wirklich , « sagte er darauf , indem er mit der Hand über die Augen fuhr ; » also Herr von Brand sähe der Frau von W. ähnlich ? « » Die alte Geschichte , « entgegnete dieser achselzuckend und süßlich lächelnd , wobei er sich aber nicht enthalten zu können schien , einen Blick in den Spiegel an seiner Seite