noch schlimmer geworden , wenn Bartel Tamp nicht gutmütig gesagt hätte : die Jungen sollten nicht bestraft werden ! An dem alten Haus sei nichts gelegen : er reise ja doch wieder nach Amerika ! Und er verklopfte den Hof , ließ sich das Versicherungsgeld ausbezahlen und dampfte nach Neuyork ab . Da kam das Gerede auf , er hätte das Haus selbst angesteckt , um das Geld zu bekommen , und die Leute glaubten es . Aber Störtebeker war damit nicht freigesprochen , er hieß noch lange Zeit der Brandstifter und bekam kein gutes Wort von seiner Mutter . Die ganze Geschichte war überhaupt verratzt , wie er sich ausdrückte , denn die Bauernknechte hatten ihm auch noch die Bungen weggenommen , und er konnte nicht mehr fischen . Den Tag vor Gründonnerstag aber , als er sich zum erstenmal wieder eine Ostermoon gemacht hatte , eine ganz kleine , deren Rauch nicht weit flog , und sich mehr als sonst umguckte , denn die Sache war jetzt gefährlich genug , da sah er drei große , braune Segel hinter dem Giebel des Neßhofes erscheinen , die ihm bekannt vorkamen . Er sah scharf hin , dann ließ er das Feuer im Stich und lief in Sprüngen nach dem Bollwerk , kettete lachend seinen Kahn los und wriggte schnell vom Deich , seinem Vater entgegen . Denn sein Vater war es : er kannte den Ewer , er sah die Flagge ! Sein Vater war wieder da ! Wie wriggte er , wie rief er : » Höh , Vadder , höh ! « Da wurde er vom Ewer gesehen : » Höh , Klaus Störtebeker ! « » Non , Vadder , de Reis afmokt ? « ... » Jo , mien Jung ! « ... » Wat geiht di dat , Kap Horn ? « ... » Och , god , Störtebeker , dat weeß woll , slechte Lüd geiht dat jümmer god ! « ... » Büst ok seekrank worden , Hein Mück ? « ... » Ne , du Schietinnebüx . « Nun hatte er den Ewer erreicht , band seinen Kahn achter an und kletterte an Deck , streichelte Seemann und stellte sich dann bei seinem Vater hin . Nun war alles gut , - er war wieder an Bord bei seinem Vater ! » Hein , Hein Mück , du müßt di mol rosiern loten , Minsch , hest jo all een eulichen Snauzbort ! « Kap Horn aber sagte : » Dat is keen Bort , Störtebeker . Hein Mück hett si bloß en bitten annen Klütjenputt swart mokt . « » Dor quält jo man ne üm « , schneuzte der Koch . Vom Ruder scholl es : » Gohn den Draggen ! « Der schwere Anker fiel , rasselnd sprang die Kette nach , straffte sich und brachte den Ewer zum Schwoien . » Vadder , schall ik de Fock dol smieten ? « rief Störtebeker , der sich wunderte , daß sich niemand um die Segel kümmerte . Aber Klaus Mewes erwiderte : » De Seils blieft stohn . Wie weut Mudder holen un denn mit allemann no Stadt rup ! « » Junge , jo ! Dat ward fein ! « sagte Störtebeker , wenngleich er nicht recht einsehen konnte , was seine Mutter dabei sollte . Er erbot sich , sie mit dem Kahn zu holen , aber sein Vater meinte , sie hätten Zeit genug und wollten noch erst an Land Kaffee trinken . So nahmen die Leute denn das Boot in die Talje und setzten es über Bord . Der Schiffer warf unterdessen die Scharben in den Reisekorb , und dann schipperten sie an den Deich , Störtebeker in seinem Kahn , die Seefischer in ihrem Boot . Hein Mück wriggte . » Inne Wett , Hein , de up ierst ant Bullwark kummt , hett wunnen ! « rief der Junge und wriggte aus Leibeskräften , - und richtig wurde er dem schweren Boot leicht über . Gesa stand schon auf dem Deich und lachte ihnen aus glücklichem Herzen entgegen . Zu diesem Augenblick sah sie nur die Sonne , die auf der Elbe und auf ihres Mannes Gesicht lag , und dachte nicht an die Stürme , an den Nebel und an die dunkeln Nächte . » Mudder , du schallst di gliek klor moken , hett Vadder seggt : wi wöt alltohoopen mit no Altno rup ! « - rief Störtebeker schon von unten . Lachend gab der große Seefischer seiner jungen Frau die Hand und hielt ihre fest : » Goden Dag ! « » Goden Dag ! « sagte sie verhalten und wollte ihre Hand lösen , aber er hielt sie fest und sah ihr in die Augen . Da wurde sie rot und sagte verwirrt : » Lot mi doch los , Klaus , wat schöt de Lüd dinken ! « Er hielt sie fester und hätte sie noch lange nicht losgelassen , wenn nicht der Junge dazwischengetreten wäre und gesagt hätte : » To , Vadder , lot ehr los , se schall sik klor moken ! « » Wullt mit , Mudder ? « Sie nickte : » Jo , dütmol goh ik mit , Vadder ! Is jo scheun Wedder ! « Dann saßen sie beim Kaffee und aßen und tranken , die großen , braunen Gesellen , die sich fünf Wochen auf der See herumgetrieben hatten , und konnten alle drei kaum soviel antworten , als Störtebeker fragte . Er mußte alles wissen , wo sie gefischt und wieviel sie gefangen hatten , wo sie zu Markt gewesen waren und wieviel sie gebört hatten , was für Wetter sie gehabt hatten und so weiter . Wie eine Mühle ging ihm der Mund , wie eine Pfeffermühle . Gesa zog ihren Sonntagsstaat an und machte Störtebeker stadtgemäß , obgleich er sich zur Wehr setzte , denn er mochte nicht glatt gehen . Das Viehwerk wurde in