habt ' s enka Sach noch allemal kriagt , und mi is do aa koa Hund , daß mi it von Haus wega geh ' derf ! « » Halt ' s Mäu und marsch di in d ' Kuch ' l und mach ' s Wassa hoaß und warmst a paar Säck ! « » I geh scho , aba mi werd do it oiwei dahoam hocka müass ' n. « Der Schmied hatte unterweilen den Schimmel aufstellen lassen , und alle Mannsbilder halfen zusammen und stützten ihn . Die alte Metzin war auch gekommen , und sie schaute mit ihrem scharf geschnittenen , hagern Gesicht in dem Halbdunkel wie eine richtige Hexe aus . Der Deindl redete eifrig mit ihr . » I ho ' s an Schormoar g ' sagt : bal wer helfa ko , bischt as du , und du woaßt no de alt ' n Sprüch . « » I woaß scho oan . « » Da Schimmi werd de Harnwind ' n hamm , sagt da Schmied ; und hoscht du eppas für dös ? « » Freili hon i eppas . « » Du , Schormoar , sie werd ' s glei hamm « , schrie der Deindl eifrig . » Laß amal de Alt zuawi ! « » Dös kimt auf d ' letzt ; z ' erscht müass ' n mi an Gaul wasch ' n. Zenzi , geh umi und hol ' s Wassa ! « Die Magd zupfte den Bauern am Ärmel und winkte ihm . Er wandte sich unwillig zu ihr . » Was hoscht ' n scho wieda ? « » Geh , schick wen andern in d ' Kuch ' l , i trau ma ' r it ... « » Herrgott ... ah was ! Jetzt vazählst ma nix ! Hansgirgl , geh du ! Dera is heunt it guat , und sie kunnt ' s Schaffl it trag ' n. Geh du in dein Stall , oda leg di in ' s Bett ! « fuhr er die Magd an . » Du gehst ins do im Weg um ! « Zenzi ließ den Kopf hängen und machte sich langsam davon . Wie dann der Hansgirgl mit dem dampfenden Wasser ankam , wusch der Schmied den Gaul sorgfältig , und hinterher deckte er ihn mit heißen Säcken zu und sagte dem Lenz , er solle das noch einigemal tun . Wie er aber dem Schimmel heißen Baldriantee eingab und alles das ziemlich lange dauerte , sagte die Metzin , sie könne auch gehen , wenn man sie nicht brauche , und sie wäre nur dem Schormayer zu Gefallen gekommen und hätte wohl lieber geschlafen . Da schaute der Deindl alle Anwesenden vorwurfsvoll an und meinte , man sollte die Leute nicht holen , wenn man ihre Hilfe nicht annehme , und es würde aber den Bauer noch lange reuen . Der Schormayer mußte der Alten gut zureden , bis sie sich dazu hergab , als letztes Mittel noch ihren Spruch zu geben . Sie stellte sich neben den zitternden Gaul und lispelte mit ihrem zahnlosen Mund den Vers : » Jerusalem ist eine schöne Stadt , Darinnen Jesus Christus gekreuzigt ward . Er ward gekreuzigt mit Wasser und Blut , Das ist für Würmbeißen und Darmgicht gut . « Und dreimal wiederholte sie : » Im Namen Gottes des Vaters , des Sohnes und des Heiligen Geistes ! « Dabei strich sie jedesmal mit der Hand über den Rücken des kranken Tieres . Alle sahen voll Scheu zu , und indes sie die Hüte abnahmen , machten sie auf Stirn , Mund und Brust das Zeichen des Kreuzes . » Amen ! « sagte der Deindl mit tiefer Stimme . » Und jetzt feit nix mehr , Schormoar ; werst d ' as sehg ' n. « » Hoffatli . Und i dank da recht schö , Metzin , daß d ' kemma bischt . « Er zog seinen Geldbeutel aus der Tasche , aber die alte wehrte ernsthaft ab . » Laß guat sei ! I nimm nix für dös ! « » No , nacha schick i dir scho was abi , Schmalz und an Loab Brot . « - » Dös braucht ' s it . Guat Nacht beinand ! « Sie humpelte aus dem Stall , und auch die andern richteten sich zum Gehen . » Oana muaß halt Wacht halt ' n , « sagte der Schmied , » und wenn ' s grad waar , daß a si schlechta herschaugt , na müaßt ' s mi halt aus ' n Bett außa hol ' n. I kimm gern wieda . « » Es werd it schlechta ; jetzt is ' s scho g ' wunna « , versicherte der Deindl . Sie gingen , und in der stillen Winternacht hörte man noch von weit her ihre Stimmen , indem der Deindl die tiefe Wissenschaft der Metzin lobte und der Schmied seine Ansicht über die Krankheit äußerte . Der Schormayer schaffte noch an , daß sich der Lenz und der Hansgirgl bei der Nachtwache ablösen sollten , und wollte über den Hof ins Haus . Da trat ihm die Zenzi in den Weg . » I muaß da was sag ' n , Baua . « » Sag ma ' s morg ' n ; jetzt is koa Zeit . « Sie fing zu weinen an . » Jetzt woaß i ma koa Hilf gar nimma ; und mi is do koa Stück Viech , daß ma si umanand schlag ' n lass ' n muaß ... « » Wer hat di g ' schlag ' n ? « » D ' Urschula , und an Hadern hot s ' ma um ' s Mäu uma g ' haut , daß i no g ' schwoll ' n bi ... « » Habt ' s halt wieda streit ' n müass ' n , ös damischen Weibsbilda !