daß Sie ihn jetzt sprechen können ; was wollen Sie von ihm ? « » Ich habe mit ihm wegen des Manuel Goldstein zu reden ! « » Wegen des Manuel ? « erwiderte das Mädchen , und es zuckte sonderbar in ihrem Gesichte ; » warten Sie , ich werde es Mr. Meier sagen . « Damit schloß sie den Eingang wieder und ließ Helmstedt , der nicht recht wußte , was er aus dem ganzen Benehmen machen sollte , auf der Straße stehen . Bald indessen öffnete sich die Thür von Neuem und das Mädchen lud ihn mit einer stummen Geberde zum Eintreten ein . Sie ging ihm voran , die Treppe hinauf und öffnete dort den Parlor . Nach einigen Minuten des Harrens , in welchen Helmstedt sich die Bilder sammt der übrigen Einrichtung betrachtet und seine stillen Glossen darüber gemacht hatte , erschien Abraham Meier . Er war sichtlich aufgeregt , sein Haar in Unordnung und sein Blick unstät . » Guten Morgen , Sir ! « sagte er ; » ist schon etwas entdeckt worden , was zur Aufklärung dienen könnte ? « » Entdeckt worden ? « erwiderte Helmstedt verwundert ; » Sie nehmen mich wahrscheinlich für die unrechte Person , Sir ! « fuhr er lächelnd fort . » Sehe ich Mr. Abraham Meier vor mir ? « Der Pfandleiher starrte ihn eine Weile an und rieb sich dann mit der Hand die Augen , » Ah so , « sagte er , » entschuldigen Sie mich ; ich dachte Sie kämen wegen des Manuel , wenigstens sagte das Dienstmädchen so etwas . « » Ist mit dem jungen Menschen etwas vorgegangen ? « fragte Helmstedt , aufmerksam werdend ; » ich komme allerdings nur seinethalben hierher . Ich weiß nicht , ob Sie davon unterrichtet sind , daß der alte Isaak Hirsch vor etwa zwei Monaten in Alabama gestorben ist . Er hatte in seinem letzten Willen den Manuel Goldstein zu seinem Erben eingesetzt und mir dessen Vormundschaft übertragen . Ich kam heute Morgen , um die ganze Angelegenheit mit Ihnen zu besprechen . « Er zog die Abschrift der letzten Zeilen des Pedlars hervor und reichte sie dem Pfandleiher hin . Meier hatte den Worten des Redenden anfangs nur wie nothgedrungen zugehört ; bald aber drückte sich ein wachsendes Interesse in seinem Gesichte aus ; er griff , als Helmstedt geendet hatte , nach dem Papier und las bis zum Schlusse , starrte aber dann noch immer hinein , als beschäftige ihn ein besonderer Gedanke . » Sie sagen also , der Isaak Hirsch sei gestorben und habe eine Erbschaft hinterlassen ? « sagte er endlich aufsehend ; » aber , « unterbrach er sich , » wollen Sie nicht Platz nehmen , Sir ? « Er holte geschäftig einen Stuhl herbei und setzte sich , als sich Helmstedt niedergelassen hatte , diesem gegenüber . » Es ist wol nicht der Rede werth , was der alte Mann erspart gehabt , « fuhr er in einem Tone fort , der jedenfalls Gleichgiltigkeit ausdrücken sollte , während indessen seine unruhig sich bewegenden Augen kaum die Antwort erwarten zu können schienen . » Es mögen gegen zehntausend Dollars in Gelbdepositen sein , welche dem Manuel zu Gute kommen werden ! « entgegnete Helmstedt . » Dem Manuel zu Gute kommen ? « rief der Pfandleiher , wie plötzlich an etwas momentan Vergessenes sich erinnernd . » Du großer Gott , das ist ja eben die Geschichte ! Der Manuel ist ja verschwunden gewesen seit gestern Mittag , und heute Morgen haben sie ihn todt im North-River aufgefischt . Sein Kopf ist ja so jämmerlich zerschlagen gewesen , daß Niemand gewußt hätte , wer er war , wenn er nicht sein Memorandum , worin sein Name und seine Wohnung steht , bei sich gehabt hätte - und da haben sie mir vor zwei Stunden die Leiche ins Haus gebracht . - Zehntausend Dollars ! Der arme Junge ! Man hätte soviel dem alten Hirsch niemals zugetraut ! Das fällt also nun an seinen zweitnächsten Erben ! Und Sie haben das Geld in Ihrem Verwahr , Sir ? « Auf Helmstedt hatte die ihm so plötzlich gewordene Nachricht , welche den ganzen Zweck seiner Reise vernichtete , eine Wirkung ausgeübt , welche ihm im ersten Augenblick die Sprache nahm und ihn Meier ' s letzte Worte ganz überhören ließ . » Das ist heute Morgen geschehen ? und der Todte ist recognoscirt und in Ihrem Hause ? « fragte er endlich . » Vor zwei Stunden wurde die Todtenschau beendigt , und wir Alle in unserer Familie sind noch ohne rechten Verstand . Ich hielt Sie bei Ihrer Ankunft für einen Herrn von der Polizei , der uns irgend einen Aufschluß über das Unglück zu geben beabsichtige . Wenn Sie den Körper sehen wollen - er liegt im Hintergebäude , aber es ist ein schlimmer Anblick . « Helmstedt drückte eine Weile die Hand vor die Augen ohne zu antworten . Endlich erhob er sich langsam . » Bei dieser traurigen Sachlage , « sagte er , » habe ich in Ihrem Hause freilich nichts weiter zu thun und will Sie nicht länger stören . « » Aber erlauben Sie mir doch , « rief Meier und stand rasch von seinem Stuhle auf , » was soll denn weiter geschehen ? Es muß doch etwas gethan werden wegen der Hinterlassenschaft , von welcher hier in dem Papiere steht ? Die Sache geht mich vielleicht näher an , als Sie denken ! « » Versteht sich , wird etwas gethan werden , Sir ! « erwiderte Helmstedt , welchen das Wesen des Pfandleihers unangenehm zu berühren anfing , » und ich will Ihnen gern sagen , was ich zu thun gedenke . Ich werde zuerst nach der Polizei-Office gehen , um mich über den Stand der Dinge in Betreff des Todes meines Mündels zu unterrichten , läßt sich an seinem Ableben nicht mehr zweifeln , so