ein herrliches Paar ! Es wird den Kaiser , unsern Herrn , freuen , zu hören , daß die Fürstin Oczakoff dazu beiträgt , die Bande wieder fester zu knüpfen , deren Zerreißen uns in diesem Augenblicke eben nicht ganz angenehm wäre . « » Wie meinen Sie das , mein Herr ? « fragte , sich rasch nach ihm wendend , der junge Mann . » Ei , mein Lieber , ich meine , was die ganze Welt spricht , daß unser französischer Freund auf dem besten Wege ist , Ihren Landsleuten in der Gunst Ihrer schönen Schwester den Rang abzugewinnen , ja , man behauptet , man dürfe der französischen Kaiserstadt bereits zur Gewinnung einer unserer ersten Erbinnen gratuliren . Der Vicomte soll ein Liebling des Kaisers sein . « » Die Hand meiner Schwester ist kein Gegenstand der Politik , « sagte kurz und rauh der Fürst . » Die Fürstin Iwanowna Oczakoff wird nie ihr Herz einem Franzosen schenken . « Wassilkowitsch lachte . » Da scheint sie nicht den Geschmack ihres Bruders zu theilen . Herr von Méricourt erzählt wenigstens viel von der Vergötterung , die Fürst Iwan einer interessanten Grisette des Marais zu Theil werden läßt . « Eine dunkle Röthe überflog das Gesicht des jungen Mannes , als er plötzlich so unerwartet sein innerstes sorgfältig bewahrtes Geheimniß dem Spott Fremder Preis gegeben sah . » Das ist erl - - « Der Fürst recollirte sich im eisigen Bild seines Gegners . » Das ist nicht möglich ! Der Vicomte ist ein Ehrenmann ! « » Das kann er immerhin sein und doch den künftigen Schwager gern vor einer Mesalliance bewahren oder wenigstens der schönen Schwester sich dienstbar zeigen wollen , die , wie man sagt , eine gewisse Herrschaft über den Zwillingsbruder ausübt , bloß weil sie die Erstgeborene ist . Doch ohne Scherz , Fürst , lassen Sie uns offen reden , ich bin Ihr Landsmann und uns verbinden gleiche Interessen gegen diese Fremden . Sie werden auf Ihren Wegen belauert . « Der junge Mann faßte krampfhaft seinen Arm . » Beweise , Graf , Beweise ! « » Ei , die sollen Sie haben ! Sie erinnern sich , Fürst , der letzten Soiree , die Herr von Kisseleff am Dienstag dem Fürsten Woronzoff und Herrn von Persigny gab . Ich war zufällig und ungesehen Zeuge des Auftrags , den Ihre schöne Schwester an Herrn von Méricourt ertheilte , Sie zu beobachten und zu erforschen , woher seit Kurzem Ihre seltsame Gemüthstimmung komme und was Ihre häufigen heimlichen Abwesenheiten zu bedeuten haben , deren Zweck Sie so sorgfältig zu verbergen suchen . Sie können denken , Fürst Iwan , daß ein so galanter Verehrer , wie dieser Franzose , mit Vergnügen Alles versprach und Wort gehalten hat . « » Pest ! « » Erinnern Sie sich vorgestern nicht eines Ganges durch die Rue Montmartre zur Ecke der Straße Saint Joseph ? « » Sie haben Recht , ich begegnete dem Vicomte und vermochte mich kaum von seiner verwünschten Höflichkeit loszumachen . « » Nun wohl , Fürst , Herr von Méricourt kennt die elegante Einrichtung des zweiten Stockes im Hause Nr. 10 der Rue Joseph sehr wohl und weiß , wer der vornehme Fremde ist , der die hübsche , nur - wie der Vicomte sagt - allzu leichtfertige Bewohnerin unterhält und Tag und Nacht bei ihr ist . Ich hörte ihn vorhin gegen Sazé darüber spötteln , ehe Sie erschienen . Blicken Sie hin und sehen Sie , wie angelegentlich und eifrig der Franzose sich mit Ihrer schönen Schwester unterhält . Ich wette tausend Imperials , daß er eben seinen Bericht abstattet . « Der junge Mann erröthete und erbleichte abwechselnd vor innerer Aufregung . Der schöne und üppig geformte Mund zuckte . » Der Spion soll mir büßen ! « » Wissen Sie , was man sogar behauptet , Fürst ? Sie sollen mit Ihrer kleinen Grisette verkleidet den bal mabille , ja sogar die grande chaumière frequentiren und ein flotter Tänzer dort sein . « Diesmal war der Schlag zu arg , ein dunkler Purpur überzog das schöne Gesicht des jungen Mannes und der Zorn wich der Schaam ; er schlug die Augen zu Boden . » Ei was , « lachte der Oberst , » wäre es wirklich wahr , Jugend muß austoben und es wäre ein Geniestreich , in den sich kein Unberufener zu mengen hat . Kommen Sie , Iwan , die Quadrille geht zu Ende und wir würden nur mit unserer Migraine die Conversation stören . « Er nahm ihn am Arm und führte ihn durch einen Seitenausgang in die Nebenzimmer . An einem Büffet nahmen sie Champagner und traten dann auf des Grafen Vorschlag zum Spieltisch im benachbarten Salon . - - - Die schöne Fürstin hatte keine Ahnung von dem Gift , das eben in des geliebten Bruders Ohr ausgegossen wurde . Dennoch bezog sich auch ihre Unterhaltung während der wechselnden Touren des Tanzes auf denselben Gegenstand . Das Verhältniß zwischen der Fürstin und dem tapferen Capitain war ein ganz anderes , als es die giftigen Worte des Russen angedeutet . Der Vicomte gehörte allerdings zu den eifrigsten Anbetern der nordischen Schönheit und wurde durch ihre Achtung und ihr Vertrauen ausgezeichnet vor der zahlreichen Schaar der Bewerber . Darauf hatte sich jedoch die Gunst der Fürstin bis jetzt beschränkt und wenn sein dunkles auf ihr ruhendes Auge , oder ein unbewachtes , aber tiefgefühltes Wort ihr auch längst verrathen hatten , daß seiner Huldidigung eine wahre Liebe zum Grunde liege , daß er um sie werbe als den schönsten Preis des Lebens , so hatte doch das fragende Wort noch nicht seine Lippe überschritten , keine ernsteres Zeichen ihm die wohl selbst noch unklaren Gefühle ihres eigenen Herzens kund gethan . Doch verstanden sich Beide , wie sich kräftige und hohe Seelen immer verstehen . » Haben Sie Gelegenheit gehabt , meine Bitte zu erfüllen , Herr von Méricourt ?