für etwa drei Hemder kaufen ; er wolle gleich recht viel zusammen machen lassen , es hätts dann eine gute Weil . Wenn man nur so eins ums ander kaufe , so müsse man immer hingerfür anfangen . Er verstehe sich nicht auf das Tuch und sei noch allemal betrogen worden ; entweder hätte man es ihm zu teuer gegeben , oder das Tuch sei dünn gewesen oder der Faden bröde , es hätte immer an einem Orte gefehlt und es sei nicht lange gegangen , so hätte er Hemder gehabt wie Spinnhubbelen . Sie wolle ihm wohl den Gefallen tun , sagte die Bäurin , aber daß sie es allemal treffe , sei auch nicht gesagt . Die Weber und Krämer seien so einer Bäurin je länger je mehr z ' schlimm . Vielleicht daß sie selbst hätte , wo sie ihm für drei Hemder geben könnte , sagte Uli . Ja , sie hätte wohl , sagte die Meisterfrau , aber sie verkaufe den Diensten nicht gerne etwas . Sie hätte es auch schon getan , aber noch allemal Verdruß davon gehabt . Die Diensten seien den Krämern fast die besten Kunden , denn sie profitierten am meisten an den Diensten , könnten ihnen die dümmsten Sachen anhängen , allweg die , welche niemand Witzigs kaufen wolle . Es brauche nur eine Bäurin einem Dienst etwas zu verkaufen , so führten es alle Krämer , alle Schneider , alle Näherinnen , kurz alle die , welche miteinander im Kornplatz seien , aus und sagten : An einem andern Ort hätten sie es wohlfeiler gekauft , wenn ds Buren es für sich hätten brauchen können , sie hätten es den Diensten nicht verkauft . Es sei doch schlecht , ihnen fürs Erste schlechten Lohn zu geben und dann noch für gutes Geld schlechte Sachen . » Bald sagt der Schneider , es halte den Stich nicht , und die Näherin behauptet , es bekomme ihr Löcher unter den Fingern , und so wird man verdächtigt und verbrüllet , daß es eine schröckliche Sache ist . Ich weiß wohl , daß es Meisterleute gibt , welche ihre Diensten betrügen und ihnen den sauer verdienten Lohn abläschlen ; aber die sind doch die mindern , und es meinen es mehr Meisterleute gut mit den Diensten , als die Diensten glauben und die Krämer sagen . Darum , Uli , will ich sehen , daß ich dir irgendwo kaufen kann , so gut , als wenn es für mich wäre . Ich brauche mein Tuch dann so , daß mich kein Krämer verbrüllet und kein Schneider verdächtigt . « Uli hatte gar große Freude an seinem Schatz und betrachtete ihn oft im Stillen . Es hatten aber noch andere Leute ihre Augen auf demselben . So ein Bürschchen , das Geld hat , ist gerade wie ein Hunghafen für die Wepsen ; es sucht ein jeder , der gerne Geld härte und es nicht verdienen mag , daraus zu schlecken . Da sollte er dem fünf Batzen leihen , weil dieser gerade kein Geld bei sich hatte , dort wollte ein Anderer nur einen Batzen für ein Päckli Tubak . Sein Nebenknecht wußte auf einmal einen herrlichen Schick zu machen mit einer Uhr , allein es fehlte ihm ein Neuertaler . Die eine Jumpfere wollte ein prächtiges blaues Tüchlein kaufen von einem Aargauer , der , ins Haus geschlichen , seine Baumwollenware für seidene ausgab ; allein Uli sollte ihr dreizehn Batzen leihen , weil sie es der Meisterfrau nicht sagen mochte . Der Schuhmacher , der auf der Stör war , hatte absolut vier Kronen nötig und versprach teuer und fest , bis Ostern es wiederzugeben mit einer Krone Zins . Der Hechler , der bald darauf kam , sollte vier Neutaler haben , er wüßte mit Flachs gerade jetzt viel zu machen und wollte mit Uli den Profit teilen . Dem Uli gefiel das ganz prächtiges flimmerte ihm lauter Gold vor den Augen . Er dachte , es wäre ja dumm , wenn er das Geld im Trögli haben wollte , während es ihm so viel verdienen könnte ; da sei er nicht ein Narr und gebe es nicht . Er ließ es sich noch einmal gut versprechen , daß man ihm auch halten wolle , und gab es dann hin . So hatte er auf einmal freilich kein Geld mehr , sondern Gülten , schöne Pfosten : an einem Orte vier Kronen , am andern mehr als sechs . Das sei besser , dachte er , als so die Stümpleten batzenweise , die trage nichts ab . Jetzt könne er doch sagen , er hätte kein Geld mehr , er hätte alles ausgeliehen . Er kam sich recht gewichtig vor mitten unter seinen Schuldnern , aber seinem Meister sagte er nichts davon . Der brauche nicht alles zu wissen , dachte er , und vielleicht hätte er den Profit lieber selber genommen und dem Hechler das Geld selbst gegeben . Er müsse auch etwas anfangen , das nicht alle Leute wußten . Er hatte den besten Glauben zu seinem Meister , indessen das Mißtrauen noch nicht ganz verloren , und gar wenige Diensten lassen es gerne den Meister wissen , wieviel Geld sie haben , und beichten ihm noch weniger , was sie mit demselben anfangen . Das ging eine Zeitlang recht schön , und Uli rechnete zum öftern nach , wieviel Zins ihm bereits gelaufen sei . Ostern ging vorbei und der Schuhmacher brachte kein Geld , aber er entschuldigte sich bündig , indem er vornehme Kunden bekommen , Stiefelschäfte gekauft und diese bar hätte bezahlen müssen , und versprach , der Zeit nach am Zins nachzutun . Nun mühte sich Uli ab , zu rechnen , wieviel per Woche der Schuhmacher ihm nachzutun hätte , aber das brachte er trotz vielem Schwitzen nicht heraus . Es pressierte übrigens auch nicht , denn Michelstag kam , und Uli hatte seine vier Kronen noch nicht gesehen . Dem Hechler