in ' s Zimmer trat . Albertine stürzte ihr mit heißen Thränen in die Arme ! - » Liebste Albertine , Sie sind nicht glücklich ! « - » O nein , nein , ihre Albertine ist tief , tief gesunken . Sie kann nicht mehr glücklich seyn ! « - » Armes Kind ! Was ist Ihnen begegnet ? Sprechen Sie ! « - Albertine vermochte es nicht ; Thränen erstickten ihre Stimme . Sie gab Henrietten einen Zettel , der eine grobe Mahnung um zweihundert Thaler , mit Androhung des Arrestes , enthielt . Albertine verbarg ihr Gesicht in die Sophakissen , indeß die Freundin las . Henriette sprach keine Sylbe , wischte die Thränen ab , und entfernte sich . - » Henriette ! Henriette ! « rief Albertine ihr mit schwacher Stimme nach ; » wenn auch du mich verlässest ! Ach , ich hab ' es verdient ; wohl hab ' ich ' s verdient , wenn die Vortreffliche mit Abscheu von mir weicht ! « - Indem kam Henriette mit beruhigender Freundlichkeit zurück . » Endlich ist mir ' s vergönnt , « sagte sie , » die Schuld der Freundschaft abzutragen ! - Hier , meine Albertine ; diese Summe , die eben zureicht , Sie zufrieden zu stellen , ersparte ich , ich darf sagen , von meinem Überflusse . Denn ich entbehrte nichts ; ich darbte mir nichts ab . Nun ? Was wird ' s ? Warum dies Zögern ? « - - » O ewig , ewig müßten diese Augen beschämt am Boden haften , unterfinge ich mich , in den Früchten des redlichsten Fleißes , der edelsten Genügsamkeit zu schwelgen ! Nein , Henriette , « sagte Albertine mit trocknem , brennendem Auge und einer heftigen , krampfhaften Bewegung ; » nein , Henriette ! ehe verwese diese Hand im Gefängnisse , ehe sie sich zu diesem Altarraub ausstreckt . O , meine Freundin , « setzte sie wehmüthig hinzu , » weiß ich ' s denn nicht , wie Sie arbeiten ? wie Sie sich die erlaubtesten Genüsse versagen ? wie edel Sie entbehren ? Und ich Unwürdige sollte - - ! Aber nie , nie vergesse ich dieses Augenblicks , in dem ich mich von Ihnen verstoßen wähnte ! « - - Als Henriette sah , daß die wärmste Beredsamkeit der Freundschaft nicht zureichte , Albertinens Festigkeit über diesen Punkt zu besiegen , ließ sie ab , und sagte bekümmert : » Nun dann , weil Sie durchaus das Herz betrüben wollen , aus dem ich Ihnen dieses mir Entbehrliche anbot , so werden Sie sich doch nicht weigern , dieses zurück zu nehmen ? « Und hier breitete die Gute alle Kleinodien über den Tisch hin , die Albertine nach und nach verkauft hatte . » Ich war die Käuferin . Verzeihen Sie der sorgsamen Freundschaft die kleine List , deren sie sich , um zu ihrem Zwecke zu kommen , bediente . « » Das ist zu viel , Henriette ! « rief Albertine mit einem Erstaunen , in welches sich einiger Unwille zu mischen schien ; » das ist zu viel ! Das kommt nicht von Ihnen allein ! So für mich zu wirken , vermögen Sie nicht allein , Henriette ! Die Hand eines Dritten ist hier im Spiele , und ich kann , ich darf , was so reichlich bezahlt wurde , nie zurücknehmen . O , in welchen Abgrund von Schande und Verwirrung sehe ich mich verloren ! O , mein Leichtsinn ! Mein Leichtsinn ! « - » Wie kann meine Freundinn einem solchen Opfer einen so unermeßlichen Werth beilegen ! Weiß ich ' s denn nicht aus vielfacher Erfahrung , daß mir in ähnlichem Falle eben das von ihr widerfahren würde ? Bin ich nicht längst daran gewöhnt , nur das Nothwendige zu haben ? ich gab aber das Entbehrliche ! « - » Ach , Henriette , jedes Wort durchbohrt mich ! « - Hier schwieg sie . Ein Thränenstrom hemmte ihre Rede . Indeß legte Henriette , ohne sich abhalten zu lassen , die Juwelen in Albertinens Toilette , umarmte ihre Freundin ernst und schweigend , nahete sich der Thüre , kehrte noch einmal wieder , drückte sie gerührt an ihr Herz und entfernte sich dann schnell . Siebenzehntes Kapitel » Albertine ! Albertine ! Sehen und hören Sie denn nicht ? « rief Rosamunde Albertinen zu , die ihren Eintritt aus einem Seiten-Kabinet gar nicht bemerkt hatte und immer noch mit nachstrebenden Händen die Augen starr auf die Thüre heftete , aus der Henriette verschwand . » Albertine , Sie sind in einer seltsamen Bewegung ! Was ist Ihnen ? « - » Wie , Madame , Sie wissen nicht , daß ich verhaftet werden soll , wenn ich zweihundert Thaler nicht bezahle , die ich durch das heillose Spiel , wozu Sie mich verleiteten , schuldig geworden bin ? « - » Undankbare ! ich habe es erwartet . Daß Sie kindisch wagten , ist das meine Schuld ? Aber ich verzeihe Ihrem Unmuthe diesen Ausfall ; erzählen Sie mir doch ; es wird ja so schlimm nicht seyn ? Sie haben ja Juwelen ; es werden sich ja Freunde finden , bei welchen Sie sie verpfänden oder verkaufen können . Lassen Sie einmal sehen ! « - Sie hatte nemlich die ganze Scene zwischen Henrietten und Albertinen belauscht . Albertine holte vertrauensvoll ihren Schatz . Rosamunde wog , taxirte , besah , tadelte alles . Die Perlen waren nicht rund , die Uhr nicht modern , die Diamanten nicht von reinem Wasser , die Ketten nur Kronengold ; » indeß zweihundert Thaler kommen zur Noth heraus . Ich gebe sie Ihnen . Nota bene , damit ist dann zugleich die kleine Schuld von ehemals quittirt . Sie quittiren es mir ! « ( Der Leser wird sich erinnern , daß Rosamunde acht Louisd ' or von Albertinen borgte . ) Albertine ging alles