Umgestaltung der Dinge in Griechenland , wobei Theben , eben durch jenen Frieden zu einer Stadt zweiten Ranges herabgedrückt , sich siegreich und glänzend erhob . 2 Tyrann von Pherä in Thessalien , erhob gegen 380 v. Chr. seinen kleinen Staat zu einer solchen Macht , daß er ein Heer von 20,000 Fußvolk und 3000 Reitern , ohne die leichten Truppen , unterhielt . Er hatte den Plan , den späterhin Alexander ausführte , wurde aber , auf Anstiften seiner Brüder , gemeuchelmordet . 3 Anspielung auf die Stelle der Ilias 2 , 204 . 4 Göttin der Nothwendigkeit . 2. Brief . 5 Auch Eurybates , wie man sieht , gehört zu denen , welche den Platon mißverstehen . Sein Urtheil über dessen Philosophie im Allgemeinen ist das Urtheil eines - Geschäftsmannes , und man darf sich nicht verwundern , wenn es über Gegenstände dieser Art ein wenig seicht und voreilig ist : weit mehr dürfte man sich verwundern , daß er nicht einmal für den Menon den richtigen Gesichtspunkt ausgefunden hat , auf welchen doch Anfang und Ende des Dialogs hinweisen . Indeß muß ihm auch dieß wohl zu Gute gehalten werden , da es vielen gelehrten Leuten nicht besser damit ergangen ist . Auch hier muß Schleiermachers Einleitung nachgesehen werden . 6 Parzen , Göttinnen des Schicksals . 7 Residenz der Könige von Macedonien . 3. Brief . 8 Da ihrer hier zum letztenmale gedacht wird , so ist eine Mittheilung von ihrem letzten Schicksal , nebst einigen Bemerkungen , wohl auch hier an ihrer rechten Stelle . In einer Lobrede auf die Liebe sagt Plutarch ( nach der Uebersetzung von Jacobs a.a.O. ) : » Mit der Liebe ist so viel Enthaltsamkeit , Zucht und Redlichkeit verbunden , daß sie auch ein zügelloses Gemüth durch ihre Berührung von andern Liebschaften abziehen kann . Denn sie rottet die Frechheit in demselben aus , drückt den Uebermuth nieder , impft ihm Schamhaftigkeit , Stillschweigen und Ruhe ein , umhüllt es mit dem Gewande der Ehrbarkeit , und macht es Einem Liebhaber unterthan . Ihr habt ohne Zweifel von der Lais , jener berühmten und vielgeliebten Hetäre gehört , wie sie ganz Hellas mit Verlangen entzündete , ja , wie zwei Meere um sie gestritten haben . Als aber die Liebe zum Hippolochus , dem Thessalier , ihr Gemüth ergriff , verließ sie das von den grünlichen Wellen bespülte Akrokorinthos , entfloh heimlich der Schaar ihrer übrigen Liebhaber , und lebte ehrbar mit ihm . Aber dort in Thessalien lockten sie die Weiber , aus Neid und Eifersucht über ihre Schönheit , in den Tempel der Venus , steinigten und verstümmelten sie . Daher wird , wie es scheint , dieser Tempel auch noch jetzt der Tempel der mörderischen Aphrodite genennt . « Nach der Ermordung , am Feste der Aphrodite , wobei keine Männer gegenwärtig waren , heißt es anderwärts , brach eine Pest in Thessalien aus , die nur endete , als man jenen Tempel erbaut hatte . Der Lais wurde an den Ufern des Peneus ein Grabmal errichtet , worauf folgende Inschrift stand : Das mit Ruhm gekrönte , im Kampfe nimmer besiegte Hellas beugte der Macht göttlicher Schönheit sein Haupt , Lais Schönheit ! die Tochter des Amor näherte Korinthos , In Thessaliens Flur ruht der Entschlummerten Staub . Die Lais nun , welche dieses Schicksal traf , hält Jacobs für die jüngere Lais , eine Tochter der Timandra ; die ältere Lais , Aristipps Geliebte , scheint zu Korinth gestorben zu seyn , wo die Korinthier ihr ein Denkmal im Kraneion errichteten , - obgleich sie , wenn man den Epigrammendichtern , unter denen hier auch Platon mit seinem Epigramm auf den Spiegel der Lais genannt wird , trauen darf , ihre Reize überlebt hatte , womit sich freilich die ihr nachgesagte Art des Todes , den sie auch Heinse in seiner Laidion sterben läßt , nämlich - im Arm der Liebe , schwer will vereinigen lassen . Glaubte nun Wieland , auf alle diese Anekdoten nicht mehr Gewicht legen zu dürfen als auf die Ausfälle des Epikrates ? Es scheint so , und man kann ihm darin wohl nicht ganz Unrecht geben . Mit mehr Grund als Heinse aus Pausanias und Hippolochus zwei Geliebten der Lais gemacht hatte , verschweigt Wieland den Unterschied zwischen der älteren und jüngeren Lais , den er sehr wohl kannte und behält nur eine einzige bei . Indem er aber aus dem Leben der älteren so viel wegschneidet , daß sie nicht zu dem Gemeinen , oder wie Aristipp sagt , zur Schmach einer gewöhnlichen Hetäre , herabsinkt , und lieber , mit Uebergehung der ganzen chronique scandaleuse aus dem Leben dieser älteren Lais , zu dem Zeitpunkte , wo nur eben die Vergänglichkeit des Jugendreizes sich vom weiten muthmaßen läßt , in die Lebensgeschichte der jüngeren einbiegt , raubt er dieser doch wieder , was sie nach Plutarchs Berichte vielleicht sehr vielen Lesern erst würde empfohlen haben . Was mag er also mit seiner Lais gewollt haben , da er , anstatt sie nun zuletzt mit Pausanias ein ehrbares Leben führen zu lassen , diesem Pausanias vielmehr , ohne irgend eine historische Verbürgung , einen solchen Charakter gegeben hat , der es unmöglich machte , daß Lais solch ein Leben mit ihm hätte führen können ? Wie es scheint , hatte Wieland sich die doppelte Aufgabe gemacht , erst die vielen widersprechenden Nachrichten von Lais durch Auffindung ihres wahrscheinlichen Charakters und glaublicher Umstände in einen solchen Zusammenhang zu bringen , daß die Widersprüche gelöst würden , wobei denn das ganz Unstatthafte stillschweigend verworfen werden mußte , und dann zu zeigen , von welcher Art eine Liebe habe seyn müssen , deren ein weibliches Wesen von diesem Charakter empfänglich war . Vor allen Dingen hat nun wohl Wieland darin Recht , daß er einer , nach allgemeinem Zeugniß , so schwer zugänglichen , geistreichen Frau wenig Temperament , und um ein gutes Theil mehr Kopf als Herz gab