! den habe ich auch , Sie Allwissender ; und einen ziemlich großen Wunsch . « » Den ich mir denken kann . Ich soll Ihnen helfen Ihre Wette gewinnen . « » Ja und Nein , « sagte Seine Durchlaucht . » Die Wette ist nicht zu gewinnen , denn der Graf nahm sie gar nicht an : aber meinen Willen durchzusetzen , das wäre mein höchster Wunsch . « » Daß das Fräulein bei dem Hofball Ihre Farben trägt ? « » Ja , das muß ich durchsetzen , « sprach der Herzog eifrig . Dann fuhr er auf vertrauliche Art und sehr leise fort : » Dabei müssen Sie mir helfen ; ich versichere Sie , Baron , ich gewinne nicht einen halben Pas bei dem starrköpfigen Mädchen . Was nützt mich das Fürwort des Vaters ? - was nützt es mich , daß wir sie von allen Seiten umgarnt haben ? - was helfen mich Ihre sonst so vortrefflichen Berichte ? Ueber Alles , was ich erfahre , muß ich mich ärgern ! - Wo geht sie hin ? - Zum Kriegsminister oder zum Major von S. - Wer ist da täglicher Gast ? - Graf Fohrbach ! - Baron , wir müssen einen Hauptcoup ausführen ; ich muß mit einem Mal das verlorene Terrain wieder gewinnen . Sie muß auf dem Hofball meine Farben tragen und sich so kompromittiren . « » Das Letztere kann nicht ausbleiben , wenn wir sie zu dem Ersteren vermögen . Das wird aber sehr , sehr schwer sein . « » Schwer , haben Sie gesagt , bester Baron ! « jubelte der Herzog , » also doch nicht unmöglich . O , meine Dankbarkeit wäre unbegrenzt . Sprechen Sie , ist was zu machen ? « » Das will sehr überlegt sein . Und wie lange haben wir Zeit ? « » Noch acht bis zehn Tage , dann ist der große Maskenball bei Hof . - Sprechen Sie , Baron , machen Sie mich zu Ihrem ewigen Schuldner ! « » Ich fürchte , gnädiger Herr , « erwiderte Herr von Brand lachend , » Ihre Ewigkeiten sind sehr kurz und vergänglich . - Doch will ich ' s darauf hin wagen . Aber erschrecken Sie nicht , wenn auch ich nächstens anfange , meine Forderungen zu stellen . « » Verlangen Sie ! « erwiderte der Herzog bestimmt . » So lieb es mir ist , Ihr Schuldner zu sein , so sollen Sie mich doch jederzeit bereit finden , für Sie zu thun , was in meinen Kräften steht . « » Das höre ich jetzt schon zum zweiten Male , und es wird nächstens die Zeit kommen , wo ich Euer Durchlaucht fest beim Worte nehme . « » Ich hoffe es ; aber meine Angelegenheit - sprechen Sie , bester Baron ! « » Soll - besorgt werden . « » Bei meiner Ehre ! Baron , « rief erfreut der Herzog , » versprechen Sie nicht zu viel ? « » Das thue ich nie , « erwiderte ruhig Herr von Brand . » Es ist das freilich keine leichte Kommission , aber ich thu ' Alles , um Sie mir zu verpflichten . Doch bedarf ich ein klein wenig Ihrer Hilfe ; - heute Abend ist bei der Frau Herzogin eine Zusammenkunft , der Sie wahrscheinlich anwohnen werden . « » Ich habe von Mama die gnädige Erlaubniß erhalten , « lachte der Herzog ; » ich als einziger Mann zwischen ein paar Dutzend Hofdamen und Ehrenfräuleins . « » Sie Glücklicher ! - Nun also , da werden Sie erfahren , welches Kostüm dem Fräulein von S. zugedacht ist . Sorgen Sie darnach für die bewußten Bänder in den Farben , die Sie wollen , sei es als Haar- oder Busenschleife , wenn sie irgend ein vollkommenes Damenkostüm wählt , sei es als Achselbänder , wenn man sie vielleicht zu einer der Ecuyèren Ihrer Majestät bestimmt . Und das bin ich überzeugt bei der prachtvollen Gestalt des jungen Mädchens ! « » Ach ja , bei ihrer prachtvollen Gestalt ! « seufzte der Herzog . » Aber die Schleifen und Achselbänder müssen mir in der von Ihnen bestimmten Farbe vollkommen fertig , auf ' s Zierlichste gemacht , in drei Tagen , von heute ab , übergeben werden . « » Das werde ich selbst besorgen , bester Baron , und zugleich meinen herzlichen Dank überbringen . « » Mit Letzterem wollen wir warten bis nach dem Hofballe , « entgegnete Herr von Brand , » denn ich bin nicht allmächtig ; auch mir kann etwas mißlingen . « » Nein , nein , « rief triumphirend der Herzog , » Ihnen nicht . Glauben Sie mir , ich staune Sie an . Ich bin doch auch mit den Hofintriguen ziemlich bekannt , aber welche Wege Sie gehen , ist mir unerklärlich ; über welch ' immense Kräfte und Mittel müssen Sie zu verfügen haben ! « » Sie irren , gnädiger Herr , « erwiderte der Baron leicht , » die Kräfte , die ich anwende , sind klein und unbedeutend wie ich selbst ; es trifft sich nur zufällig , daß ich Ihnen dienen kann . « » Sie sind wahrhaftig zu bescheiden . Doch will ich jetzt Ihre Zeit nicht länger in Anspruch nehmen , « versetzte der Herzog ; » ich würde Sie einladen , mit mir zu kommen , aber ich muß , wie Sie wissen , bei jener wichtigen Zusammenkunst erscheinen . - Sie waren zu Fuß , wie ich sehe , kann ich Sie irgendwo absetzen ? « » Ich gehe zu Ihrem Rivalen , « sagte lachend der Baron von Brand ; » Sie sehen , wie ich offenherzig bin . Wenn Sie mich dahin bringen wollen , ist es mir angenehm . « » Und genirt es Sie nicht , wenn Sie in meinem Wagen anfahren ? « » Ganz und