des Herzogs von Schwaben , sei überfallen worden , und der Pfalzgraf sei in argen Nöten , und bitte um schleunige Hilfe . » Laßt alle Reiter auf die Pferde sitzen « , rief Witiko . Urban eilte aus dem Gezelte , bald tönten die Zeichen des Hornes , und die Reiter setzten sich in Bereitschaft . Witiko bestieg sein Pferd , und stellte sich an ihre Spitze . Da kam auch der Befehl des Königs , mit ihm in das Lager des Pfalzgrafen zu reiten . Witikos Reiter schlossen sich mit andern Waldreitern denen des Königs an . Der König führte die böhmischen Reiter , und sie ritten in der größten Schnelligkeit gegen das Lager Konrads . Und wie die Waldreiter gelernt hatten , durch Gebüsche und über Gebüsche hinweg zu reiten , so ritten sie jetzt auch über die Verwallungen der Weingelände , über Umfriedungen der Gärten und über das Ungleiche und Ungewohnte des Bodens dahin . Der König brach unter dem Schalle seiner Pauken in das Lager Konrads . Die Pferde sprangen an manchen Stellen über die Verrammlungen . Als die Männer Konrads den Schall der böhmischen Pauken hörten , erhoben sie ein Freudengeschrei , und kämpften ermutigter und fröhlicher . Witiko führte seine Männer geschlossen in die Feinde . Der König eilte ihm voraus , und stürzte in sie . Er brachte denen , die im Gedränge waren , schnell Hilfe , und kämpfte , und befahl . Er stieß mit seiner Lanze den Fahnenträger der Mailänder , Tazo von Mandello , zu Boden , und eben so den Vizegrafen Gerhard . Witiko drängte an die Seite des Königs , kämpfte und befahl auch , und die Reiter des Waldes waren mit ihren Waffen behende gegen die Mailänder wie sonst gegen die Bären ihrer Heimat . An der andern Seite des Königs waren Odolen und Welislaw und Kochan und Predbor und Bogdan . Sie drückten die Feinde rückwärts . Die Männer Konrads erhoben sich auch zu erneuertem Grimme , und wie die Tapferkeit der Mailänder auch leuchtete , so mußten sie doch weichen . Sie flohen gegen die Stadt . Der König verfolgte sie . Odolen rief , man dränge mit den Mailändern in die Stadt . Es war im Gelingen ; aber da kam die Finsternis der Nacht , die den Mailändern zum Nutzen , den Böhmen zum Hindernis ward . Der Kampf mußte enden . Man sorgte nun für die Verwundeten und Toten . Manche Männer des Pfalzgrafen Konrad und manche des Königs Wladislaw hatten Wunden empfangen , und manche hatten ihr Leben verloren . In dem Morgengrauen brachten Reiter des Königs die entseelten Körper der edlen Herren Mikus , Otto , Zwestec und Herart in das Lager . Der Bischof Daniel bestattete sie mit dem Beistande seiner Priester und in der Gegenwart des Königs und seiner Führer und vieler Krieger in der Abtei Chiaravalle , neben der Stelle , wo der Graf Eckbert von Pütten ruhte . An diesem Tage begannen die Mailänder an jenem Teile der Stadt , gegen welchen die Böhmen lagerten , die Befestigungen zu verstärken . Sie verschütteten dann die Tore mit Steinen , und ließen nur ein kleines Pförtchen an dem Tore frei , welches das neue Tor hieß . Der Kaiser berief die Fürsten zu einem Rate . Manche waren bekümmert , wie man eine so große und wohlbefestigte Stadt werde einnehmen können . Der Kaiser sagte : » Weil sie so groß ist , wird sie bald in unsere Hände fallen . Sie braucht täglich so viele Dinge , daß bald Mangel in ihr sein wird . Und weil sie so viele Landleute in sich aufgenommen hat , wird dieser Mangel eher kommen als sonst . An uns ist es nun , daß wir alles , was in sie gebracht werden könnte , ausschließen , und daß wir , wenn die Mailänder hervorbrechen , sie stets zurückschlagen . Darauf , meine ich , müssen wir unsern Ratschluß fassen . « Wladislaw , der König von Böhmen , wurde zuerst um seine Meinung gefragt . Er stimmte dem Kaiser bei . Dann sprachen die Erzbischöfe , die Herzoge und Fürsten die nämliche Meinung aus . Darauf wurde beraten , wie man die Lager zur Umschließung der Stadt stellen müsse . Die Lager wurden nach dem Beschlusse enger an einander gerückt , und der Kreis um die Stadt wurde kleiner . Zwischen den Lagern und in der Umgebung streiften Scharen , die alles wegnahmen , was für die Stadt bestimmt war . Die böhmischen Männer zerstörten in der Umgegend Schlösser , machten Beute , und brachten Gefangene herein . Die Krieger von lombardischen Städten , gegen welche Mailand feindselig gewesen war , übten Rache , und zerstörten ringsum Felder und Gärten bis auf den Grund . Die Mailänder kamen oft heraus , und es waren an verschiedenen Stellen Kämpfe . Aber sie konnten den Kreis nicht durchbrechen oder zerstören . Außerhalb der Stadt war ein starker Turm , welcher der römische Bogen genannt wurde , weil die Sage war , daß die Römer einmal den Turm zur Erinnerung ihrer Eroberung Mailands gebaut haben . Auf dem Turme waren Mailänder mit Kriegswerkzeugen und Schleudergeräten gegen die Belagerer aufgestellt . Die Zinnen des römischen Tores und des Tonsatores schützten den Turm . Seit dem Beginne der Belagerung suchten die Männer des Kaisers den Turm zu gewinnen ; aber sie konnten nicht zu ihrem Ziele gelangen . Da stürmte eines Tages der Kaiser das römische Tor und das Tonsator , und andere Abteilungen kämpften gegen den Turm . Da mußten sich die Männer des Turmes ergeben . Es war gleich darauf an diesem Tage ein großer Kampf der Mailänder gegen die Böhmen an dem neuen Tore . Die Mailänder wurden zurückgetrieben . Es entstand auch noch an dem Tage ein erneuerter Kampf an dem römischen Tore . An dem folgenden Tage , dem zwölften Tage des Erntemonates , sendeten die Mailänder Boten in das Lager des Kaisers , welche baten ,