einander sitzen , und von der Vergangenheit reden und singen ; jetzt jagen wir fröhlich in die Gegenwart . « » Und sei uns allen ein Freund , wie wir deine Freunde sind « , rief Heinrich von Oftering , » und gehabe dich wohl , und komme , wenn alles aus ist , bald wieder in unser Oberland , das jetzt ein Stück lustigen Österreichs ist , und betrachte sein Getreide und sein Obst , du magst nun zu den Eltern deiner Gattin auf die Burg Schauenberg bei der Stadt Eferdingen gehen , oder ein wenig links davon nach Oftering oder auf den Kürenberg . Und wir werden wohl wieder auch in deinen Wald kommen , und da eure Berge und Schluchten und Wasser und Felsen betrachten . « » So können wir tun , wenn wieder der Frieden ist « , sagte Witiko . » Und so gehabe dich wohl « , sprach Heinrich von Oftering . » Gehabe dich wohl « , riefen die andern . » Gehabt euch wohl « , sagte Witiko . Und sie entfernten sich , und begaben sich in ihre Lager . Und als die Heere sich durch eine kurze Ruhe und durch Nahrungsmittel erquickt hatten , zog der Kaiser noch an diesem Tage vor die Veste Trezzo , um sie zu belagern . Am fünften Tage der Belagerung mußte sich die Veste ergeben . Von da zog das Heer nach Lodi . Dort lagerte es . Der Kaiser lagerte in den Trümmern der Stadt , die von den Mailändern zerstört worden war . Die rosenroten Banner des Königs Wladislaw ragten auch von diesen Trümmern empor . Die andern waren weithin an dem Lambro ausgebreitet . Hier hielt der Kaiser mit dem Könige Wladislaw und den Fürsten einen Rat , um den Zug gegen Mailand zu ordnen . In diese Versammlung kamen Abgesandte derer , die Lodi bewohnt hatten , und flehten den Kaiser um Hilfe an . Der Kaiser sagte , es werde ihnen geholfen werden . Dann kamen auch noch einmal Abgesandte von Mailand , welche unter dem Schutze des Kaisers zugelassen wurden . Sie sprachen vor der Versammlung : » Die Stadt Mailand sendet dem hocherhabenen Kaiser die untertänige Verehrung . Die Stadt Mailand möchte den Frieden aufrecht erhalten , und daß der Frieden bleiben könne , will die treue Stadt Mailand unterwürfig sein , sie will die Hoheit des Kaisers unverbrüchlich ehren , und dem Kaiser die volle Genugtuung leisten . « Der Kaiser fragte : » Bringet ihr die unbedingte Unterwerfung , oder habet ihr Bedingungen in Bereitschaft ? « Die Abgeordneten antworteten : » Wir bringen zuerst die Unterwerfung , dann werden die erscheinen , welche die Bedingungen bringen . « » Und was sprechen die Herren , die in dem Rate sind ? « fragte der Kaiser . Berthold , der Herzog von Zähringen , sagte : » Wenn Mailand eine giltige Bürgschaft gibt , daß es die volle Genugtuung leisten wolle , so könnte wohl der Frieden wieder hergestellt werden . « » Es muß eine vollständige Gewähr gegeben werden « , sagte der Herzog von Kärnten . Konrad , der Pfalzgraf am Rheine , sprach : » Sie sollten unverzüglich verkündigen , welche Gewähr sie für die volle Genugtuung bieten , und dann möge beschlossen werden , ob die Gewähr anzunehmen ist oder nicht . « » Wir sollten alles tun , den Frieden zu errichten , und das Blutvergießen zu enden « , sagte der Bischof von Eichstätt . » Und du sprichst nicht , erlauchter König von Böhmen ? « fragte der Kaiser . » Ich hätte später gesprochen « , antwortete Wladislaw , » jetzt aber sage ich : in dieser Zeit kann eine volle Gewähr nicht gegeben werden . Sie hätte sollen früher gegeben werden , oder sie muß gegeben werden , wenn noch größere Dinge geschehen sind . « » Das ist wahr , das ist wahr « , riefen mehrere Stimmen . » Und es ist auch der Wille gar nicht vorhanden , eine giltige Gewähr zu geben « , sagte der Markgraf von Montferrat . » Sie geben keine « , rief der Führer derer von Pavia . Nun stand Anselm , der Erzbischof von Ravenna , auf , und sprach : » Es erlaube mir deine Hoheit , erhabener Kaiser , daß ich zu denen , die gesendet sind , und daß ich zu den erlauchten Fürsten einige Worte rede . « » Rede « , sagte der Kaiser . Und Anselm wendete sich zu den Abgesandten Mailands , und sprach : » Ihr habt süße Worte in dem Munde , und den Fuchs in dem Herzen . In der Versammlung von Brescia habet ihr Forderungen der Herrschaft gemacht , ihr wolltet euch den König und die Obrigkeiten wählen , ihr wolltet euch Gesetze geben : und nun bringt ihr Unterwerfung . Seid ihr zur Erkenntnis gekommen , daß eure Forderungen ungerecht sind ? Und wodurch seid ihr zu der Erkenntnis gekommen ? Ihr seid nicht zu ihr gekommen , oder ihr seid immer bei ihr gewesen , und habt nur nicht nach ihr gehandelt , sondern habt Gewalt und Herrschaft gewollt , und hättet gerne die Herrschaft des Königs und Reiches über euch ferne gehalten . Ihr redet jetzt , wie ihr redet , um in der Gegenwart dem Übel zu entgehen , das euch droht . Warum habt ihr keine Bedingungen des Friedens bei euch ? Daß Zeit vergeht , daß dem großen Heere in derselben irgend wie Abbruch geschehe , daß sich etwas ereigne , das euch günstig ist , und wie es sonst noch in der Zeit sein kann . Der erlauchte Markgraf von Montferrat hat gesagt : sie wollen keine Gewähr geben , und die Weisheit des hohen Königs von Böhmen hat gesagt : sie können keine geben . Und sie können auch keine geben . Sie hätten sie früher aus Gerechtigkeit geben müssen , und sie müssen sie später