er sich gern in der Nähe des Schlosses herum . Ich habe ihn schon ein paar Mal aus dieser oder jener Thüre heraus kommen sehen . « » Immer im schwarzen Frack ? « » Und baumwollenen Handschuhen - das versteht sich . Als er mir das erste Mal da aufstieß , folgte ich ihm durch mehrere Straßen , und an einer passenden einsamen Stelle , wo ich that , als träfe ich ihn jetzt erst zufällig , sagte ich zu ihm : ei , Sträuber , woher des Wegs ? - Ich dachte , er sollte mir irgend eine Lüge aufbinden , und dann wollte ich ihn examiniren ; - aber Gott bewahre ! er erzählte mir ganz ruhig , er komme vom Schlosse , wo er seine kleinen Geschäfte habe . « » Und welche ? Gab er vielleicht vor , er handle mit alten Kleidern ? « » O nein , dazu ist er zu hochmüthig ; er sei Agent geworden , sagte er , und dabei zog er seine schmutzigen Vatermörder stolz in die Höhe . - Agent oder Kommissionär für eine privilegirte Leichenkasse . « » Was ist das , Mathias ? « » Das sind Anstalten , wo man irgend Jemand versichern läßt , um nach dessen Tod ein gewisses Geld zu bekommen ; es paßt für den Sträuber , und es ist viel scheues , heimliches Wesen dabei . Man versichert zum Beispiel so einen armen Teufel in einem Dutzend dergleichen Anstalten , dann stirbt er oder sie lassen ihn sterben und bekommen eine recht hübsche Summe . Ich weiß genau , daß der Sträuber und die Schwemmer ihren Mann auf diese Art versicherten , und als er bald darauf an vieler Freundschaft starb , wurde ihnen wacker ausbezahlt . « » Aber was hat er im Schloß zu schaffen ? « » Da macht er mit den Bedienten , so sagt er , die oben erwähnten Geschäfte . Aber ich glaube ihm doch nicht ; ich sah ihn zu oft in der Gegend herum flaniren , und Sie können sich denken , Herr , daß ich ihm eifrig nachspüre . Er geht meistens in den östlichen Seitenflügel : dort wohnt ein alter General , ich glaube Baron von W. « » Ah ! dahin geht er ! « sprach der Andere , plötzlich sehr aufmerksam werdend , wobei er hastig seine Stellung veränderte und seinen Oberkörper aufrichtete . » Das interessirt mich auf ' s Höchste . Sei so gut , Mathias , und nehm ' dich der Sache an ; spare keine Mühe , keine Kosten , stelle einen oder zwei Vertraute zur Beobachtung auf ; er soll keinen Schritt mehr thun , den wir nicht erfahren . Berichte mir täglich darüber und so umständlich als möglich . « » Daran soll ' s nicht fehlen , « erwiderte Mathias lächelnd . » Dann noch eins , Mathias , « fuhr der Andere mit ernster Stimme fort . » Ich habe da unter der Hand etwas von einem Kinderhandel , der schwunghaft betrieben werden soll , gehört . Pfui Teufel ! Das ist ' ne Schande , und ich will das nicht leiden . Du weißt , lieber Mathias , ich spreche nicht gern zweimal von einer Sache , und wenn ich meine Hand ausstrecke , so zerdrücke ich die Schuldigen , mögen sie sein wer sie wollen . « Mathias war bei diesen Worten ein wenig erbleicht und sogar zurückgewichen , als der Andere die Hand nun wirklich ausstreckte . » Es ist das eine Schande , « fuhr dieser fort , » so ein armes Wesen in die Welt hinaus zu stoßen , es zu verkaufen zu den gemeinsten Lastern und Verbrechen , es eltern- und heimathlos zu machen . - O , ich kenne das ! und möchte um Alles in der Welt damit nichts zu thun haben . Laßt die armen , unschuldigen Geschöpfe ! - Ist denn die Welt so arm geworden an guten Freunden , die keine Ehre aber viel Geld haben ? Wendet euch dahin , aber laßt mir jenen niederträchtigen Handel ; ich weiß wohl , der Schwemmer war die Haupttriebfeder . Nun , er ist dahin , also laßt ' s bleiben ! « » Es soll unterbleiben , « erwiderte Mathias mit fester Stimme , » verlassen Sie sich darauf , Herr . « » Schön . - Wie ist mir doch , « fuhr er nach einer Pause in leichtem , gefälligem Tone fort , während er mit der Hand über die Stirne strich , » da habe ich einen guten Bekannten , dem könnte ein Besuch nichts schaden , er ist ein Buchhändler und ein sehr schlechter Kerl , er heißt Johann Christian Blaffer . - Hast du den Namen zufällig gehört ? « » Sie sprachen neulich mit mir darüber und gaben mir Befehl , mich nach den Verhältnissen des Hauses zu erkundigen . « » Richtig ! ich hatte das vergessen . - Wird da für euch was zu holen sein ? « » In einigen Tagen eine artige Summe ; Herr Blaffer beabsichtigt sein Haus zu verkaufen und will baar bezahlt sein . « » Ah ! Meister Mathias , deßhalb hast du wahrscheinlich meinen Befehl so genau befolgt ! - Nun , wer ist in dem Hause ? « » Zuerst der Prinzipal , Herr Blaffer , dann ein sehr dummer Lehrling - « » An den ich dir eine Rekommandation verschaffen will , « warf der Andere leicht ein . » Ferner eine alte Magd , « fuhr Mathias mit einer Verbeugung fort , » und ein recht schönes Mädchen . « » Aha , Meister ! du nennst das Mädchen zuletzt ; das muß einen Haken haben . « » Und einen tüchtigen , Herr . Der alte Buchhändler wandte ihr seine Liebe zu , und dafür betrügt sie ihn so tüchtig als möglich . « » Teufel ! das mußt du mir