, Se künt dorüm so fin küssen , wil dat Se ' t all vördem gründlich probeert harrn . Villicht is he en ehrlichen Jung un bedankt sich for Ehr Leew , de so is as en heel falschen Schilling . Na , gooden Morgen , Pine Dobbers – ! « Damit ging ich und hörte hinter mir nur eine heisere , mühsam den Zorn unterdrückende Männerstimme : » Deern , wat ' s dit ? Hest mi to ' n Narren hatt ? « So , Pine , dachte ich , nu fret man ut , wat du di inbrockt hest ! O , min arme Korl ! min arme Korl ! Das ganze Weihnachtsfest war mir verdorben , gänzlich verdorben . Ich dachte nur immer darüber nach : wie bringst du es ihm bei , daß er sein Herz an ein ganz leichtes , oberflächliches Mädchen gehängt hat ? Wie bringst du es ihm bei ? Er geht ja daran zu Grunde , er überlebt es nicht . Einmal nahm ich mir vor : du willst es ihm erzählen , ein andermal : du wirst ihm schreiben , dann brauchst du wenigstens seinen ersten Schmerz nicht mit anzusehen . Dann wieder schalt ich mich feige und räsonierte mir vor : Du lieber Gott , um so ' ne Deern , so ' n gräunes 121 Gör ! Als wenn ' s in der großen Welt nicht noch tausend liebe süße kleine Deerns gäbe , bessere als dieser Racker mit dem Spitzbubenlächeln . Ja , wenn ' s nur Korl Lorensen nicht gewesen wäre , dem das passiert , Korl mit seiner vielen aufgestapelten Liebe , die alle nur für Pine Dobbers aufgehoben war – mit so viel Liebe , daß wenn sie geschmäht würde , sein eigen Herz darin ersticken mußte . O , Korl Lorensen ! O , Korl Lorensen ! – – Am Silvesterabend fuhr ich nach Dresden zurück , ungefähr mit dem Gefühl , als habe ich eine Todesnachricht zu überbringen ; es war vielleicht noch Schlimmeres . – Korl Lorensen hatte während meiner Abwesenheit unseren kleinen Umzug besorgen wollen ; wir waren nämlich der Frau Micheln und unseres Schlafkameraden überdrüssig geworden , auch wohl des ewig gleichen Menüs , und hatten – sowohl Korl wie ich verdienten durch Zeichnen auf Holzstöcke für Holzschneider , was wir halbe Nächte hindurch taten – also hatten uns eine kleine Stube in besserer Gegend gemietet , vier Treppen hoch , mit schrägen Wänden zwar , aber mit einem großen Fenster nach Norden hinaus . Hier hatten wir doch wenigstens allein das Recht . Ich ging also direkt in die A.-Straße und erkletterte die vier Treppen unseres neuen Tuskulums . Die Wirtin , eine nette alte Frau , stand auf dem Korridor an der Wasserleitung und bejahte meine Frage , ob Korl Lorensen zu Hause sei . Ich trat ein und fand alles so , wie ich mir gedacht hatte : Korl an der Arbeit bei der Lampe und das Ganze ungeheuer gemütlich . Sogar ein paar Tannenzweige steckten als Mahnung an Weihnacht und Neujahr hinter dem Spiegel über der Kommode . Korl stand auf und kam mir entgegen . » ' n Abend , Albert , wie is di gahn ? « » Good ! Un di , Korl ? « » O so – dank veelmal . « Ja , nun war der Moment da , wo ich sagen müßte : » Un se lett di veelmal gröten , « oder – leider : » Min olle leewe Korl , dat deiht mi weh , aber ick mutt di de Wahrheit vertellen 122 – de Deern is nich wert , dat du enen Gedanken an se riskeerst . « Aber ich bracht ' s nicht über die Lippen . Er ging zum Ofen , um ein Kännchen mit heißem Kaffee aus der Röhre zu nehmen , und ein Stückchen Wurst und Brot waren auch da . » Warm di , Albert ; de lange Fahrt – – « » Dank , Korl . Hest du all eten ? « » Jawoll ! Jawoll ! « Er setzt sich wieder an seine Arbeit ; mir quillt der Bissen im Munde . » Mine Ollen laten di gröten , Korl . « » Dank ock ; se sünd doch good to weg ? « » Ja , ja , un min Swestern ock un sünst alle , man blot din Pflegvadder , Korl , den ward se woll bald – – na , em is to gönnen . Un sünst steiht dat oll Nest noch . « Er strichelte ruhig weiter , und ich nahm meinen ganzen Mut zusammen . » Ja , min Korl , « – ich zog den Brief , den er mir mitgegeben hatte , aus der Tasche , » min oll leewe Jung – – « Da ließ er die Hand sinken , und , an mir vorübersehend , sagte er : » Lat man , Albert , ick weet all , ehr Mudder hett mi schreeben , un ick dank di ock . « 123 Er sah so leidend aus , so um Jahre gealtert , dieser kaum Zwanzigjährige , zum Erbarmen . Die sonst so strahlenden Augen matt , überwacht – was mußte er gelitten haben in diesen Tage , da er allein war ! Der arme Jung ! » Korl , « stotterte ich , » nimm dir ' s doch nich so schwer zu Herzen – süh , dat is ja noch dat Slimmste nich . « Er schüttelte den Kopf . » O , ick segg ja nix , Albert . « » Wat hett se di denn schreeben , Korl ? « » O , ehr Mudder hett schreeben an mi , un di bi mi verklagt , du harrst ehr unschüllig Kind in ' t Gered bracht , un ehr Brütigam was nu op den Punkt , ehr sitten to laten , un Pine will jawoll ut