ohn mi weh to dohn : wenn ik düt Book seh , denn ward ik dor ober an dinken , wat ik mol boben up de Royals stohn hebb , in Nacht un Störm , un ne bangen wesen bün , un wat ik innen Atlantik mol Haifisch angelt hebb ! Un dor an to dinken , dat is god , Jan , wenn een starben mütt . « » Harm , so snackst du nu , - un to Sommer , wenn du wedder beter büst un wedder up grote Fohrt geihst , denn lachst du dor ober . « Der Kranke schüttelte den Kopf . » Mien Fohrt is ut , Jan , de grote un de lütte : ik seh de See ne wedder ! Jan , goh no See un ward een fixen Seemann ! Ünner Seils ist up best ! « » Ik do ok doch , wat ik will « , sagte der Bruder bestimmt , » meenst du , wat ik Lust hebb , bi de Buern to sleupen ? « Befriedigt nickte der Matrose , dann aber drängte er seinen Bruder hinaus , indem er ihm sagte , er solle mal ausgucken , ob die Mutter noch nicht käme , denn er meine , die Kirchenglocken hätten schon geläutet . Er fühlte aber , daß der Tod in der Kammer stand , und wollte nicht , daß der Junge ihn sterben sehen sollte . Als er allein war , blickte er noch einmal über den Westerdeich , auf dem Klaus Störtebeker noch immer sein rauchendes Osterfeuer bewachte . Von der Elbe herüber tuteten die Dampfer , und hinter dem Neß standen viele , braune Segel auf dem Wasser . Dann trat die große Meeresstille ein : der Tod kam und grüßte ihn . Und Harm Külper war tapfer bis zum letzten Augenblick . * * * Mit dem Seefahrtsbuch in den Händen fanden sie ihn , und das Seefahrtsbuch bekam er nach seinem Willen mit in den Sarg . Die gebückte Triengretj , die Totenfrau , ging von Tür zu Tür und sagte an , daß er Mittweeken Klock dree aus dem Hause komme . Jan Köpke kam mit dem Leichenwagen den Deich entlanggewankt und brachte den ruhelosen Weltumsegler , dem Tausende von Seemeilen nicht genug gewesen waren , in einer kleinen halben Stunde zum Hafen und zur Ruhe . Störtebeker ging mit hinter dem Sarge und trug einen großen Kranz , zu dem er das halbe Geld aus seinem Spartopf zugeschossen hatte . Aus jedem Hause ging einer mit , daß es eine große Leiche wurde . Am Grabe sangen die Lüneburger Kirchenjungen , und Bodemann sprach bewegt von einem Matrosen , der manchen Hafen und manches Meer gesehen hätte . Nachher aber , als die Frau auch die letzten Fenster verhängte , lief Störtebeker mit dem Vollschiff nach seinem Kahn , wriggte vom Bollwerk ab und ließ es auf der blinkenden Elbe segeln . Siebenter Stremel . Der verhängten Fenster wegen verlegte Störtebeker seine Ostermoonen nach dem Südende des Westerdeiches . Dort stand eine einsame , kleine Kate , in der Bartel Tamp mit seiner Mutter hauste , der alten Hanno Quast , von der es hieß , daß sie nur einen Topf im Hause hätte , der abwechselnd als Eßtopf , als Waschtopf und als Pißpott dienen müsse . Den Tisch fege sie mit dem Besen ab . Sie hätte auch nur ein Tuch , das sie morgens als Schürze , mittags als Tischtuch und abends als Fenstervorhang benutze . Unter dem Herd wäre ihr Hühnerwiem , und die Ferkel hausten bei ihr im Bettstroh . Bartel war von Amerika gekommen , sie zu besuchen . Er sollte in Minnesota eine große Farm haben , so groß wie ganz Finkenwärder , sagten sie : anzusehen war ihm das aber nicht , denn er ging Sonntags und alltags gleich schlumpig . Und als seine Mutter starb , da zimmerte er selbst einen Sarg zurecht , lud ihn auf die Schubkarre und fuhr ihn nach dem Kirchhof : das wäre so Mode in Amerika , sagte er , und kümmerte sich nicht um die Leute . Er wollte auch die Kule selbst graben , aber da kam ihm der Totengräber Hein Bausen in die Quere , der von solcher Gottlosigkeit nichts wissen wollte : dem es aber mehr um die achtzehn Groschen zu tun war , die er für das Grab einzubekommen hatte , als um den Frevel . Einige Tage danach läutete die Feuerglocke , der Nachtwächter tutete , und die Feuerleute rannten in weißen Kitteln nach dem Spritzenhaus , die Gören hinterher . Dann ging es mit Hurra durch das Land nach der Ecke des Westerdeiches , denn Hanno Quastens Haus brannte . Als sie hinkamen , stand die Kate in hellen Flammen und war schon beinahe gänzlich niedergebrannt : Bartel Tamp aber rannte mit dem einzigen Topf seiner Mutter hin und her und goß Wasser in das Feuer . Zu retten war da nichts : als die Feuerwehr die Schläuche angeschroben und alles in Schuß hatte , war das Haus schon zusammengestürzt , und sie konnte nur noch die Obstbäume naßspritzen . Unverdrossen aber lief Bartel mit seinem Klütenpott umher , sagte Goddam und rief , das hätten die Jungens getan , die verdammten Jungens , Klaus Störtebeker und Konsorten . Störtebeker machte , daß er weg kam , als er das hörte . Es gab große Verhöre vor dem Polizisten , aber Störtebeker blieb dabei , daß er es nicht getan hätte , seine Ostermoon wäre viel zu weit weg gewesen , als daß Funken nach dem Strohdach geflogen sein könnten . Obgleich seine Mutter ganz verzweifelt war , gab er nichts zu . Sie drohten ihm mit der Strafschule , aber er fürchtete sich nicht . Aber es kam doch soviel dabei heraus , daß kein Junge mehr mit ihm nach dem Westerdeich gehen durfte , und er selbst bekam auch Kellerarrest . Es wäre wohl