der Hof verboten wurde . Bemerken muß ich noch , daß die Herzogin beim Einrücken der Alliierten in Paris dem ersten Kosaken hinten aufs Pferd sprang und , frohlockend über den Sturz Napoleons , die ganze Parade der Truppen mitmachte . Sie soll bei dieser Gelegenheit vor Freude außer sich gewesen sein und ihren Kosaken mit Liebkosungen überhäuft haben . Schon lange getrennt von ihrem Manne , fühlt sie sich einst Mutter werden . Es schien eine Unmöglichkeit , das Kind noch auf Rechnung des abwesenden Gemahls zu bringen . Und doch war sein Name für dasselbe notwendig . Die Herzogin ist in keiner kleinen Verlegenheit ; sie besinnt sich hin und her , zuletzt entschließt sie sich kurz : sie faßt ein Herz und reist zu ihrem Gemahle . Spät am Abend läßt sie sich bei ihm melden ; er ist nicht zu Hause . Ohne » weiteres läßt sie sich daher auf sein Zimmer führen . Um Mitternacht kommt der harmlose Gemahl endlich zurück , nicht ahnend , was ihm bevorsteht . Er ist natürlich im höchsten Grade überrascht über den unerwarteten Besuch und sucht seinem Erstaunen in den trefflichsten Ehemannsphrasen Luft zu machen . Das eine Wort gibt das andere , und bald sind sie im besten Zuge , sich recht gemütlich zu zanken . Der holde Gatte merkt gar nicht , daß das Antlitz der Herzogin immer freudiger zu strahlen beginnt , während sein eigenes immer länger und länger wird . Mit jeder Minute wachsen die Hörner des zärtlichen Mannes ; da ist eine Stunde herum , und die Herzogin springt plötzlich auf , indem sie erklärt , daß sie jetzt gehen werde . Vor ihrer Abreise , setzt sie hinzu , wolle sie ihm indes sagen , welches der Grund ihres Besuches gewesen sei - - der ehrenwerte Gatte erhebt seinen Hornschmuck und spitzt die Ohren . Nichts ist interessanter als das Bekenntnis einer schönen Seele . Vertraulich legt die Herzogin ihre Hand auf den Arm des horchenden Mannes und teilt ihm leise flüsternd mit , daß sie sich Mutter fühle - - sie habe getrennt von ihm gelebt , jetzt könne sie durch alle Hausleute beweisen , eine Stunde in der Nacht bei ihm gewesen zu sein . Ihr sei geholfen . Adieu , mon ami ! » Den Seinen schenkt ' s der Herr im Traum . Weiß nicht , wie dir geschah . « - Der Gemahl der Herzogin legte sich mit dem beruhigenden Bewußtsein zu Bette , auch nicht im geringsten etwas Böses getan zu haben . Die Herzogin entfernte sich aber so rasch als möglich , und hell klang ihr glückliches Lachen . » Das Kind , für dessen Legitimität so weise gesorgt wurde , war eine Tochter , die später den Grafen C. heiratete . Der alte T. hielt sich für den Vater dieser Tochter und vermachte derselben bei seinem Tode 80000 Revenue . Sein ganzes übriges Vermögen vermachte er der Herzogin , die , so glänzend bezahlt , nun selbst zu bezahlen anfing . « - Auf das Gerücht hin , daß die Herzogin bezahle : erscheint Schnapphahnski . XIII Der Professor Ritter Schnapphahnski war in demselben Falle wie Professor N. in Berlin - - es stand ihm etwas ganz Außerordentliches bevor . Doch erzählen wir zuerst die Geschichte des Professors . Der Herr Professor war krank . Er ließ den Doktor kommen . Der Doktor kam . Arzt und Professor standen einander gegenüber . Der erstere mit jenem heidnisch frohen Lächeln , welches den meisten Medizinern eigentümlich ist ; der Professor : lang , dürr , einer ausgetrunkenen Flasche ähnlich , mit sehr miserablem Antlitz . » Doktor , ich bin krank - « , begann der Professor . » Das freut mich - « , erwiderte der Doktor . » Ich glaube , ich habe die Schwindsucht , Doktor . « » Sehr leicht möglich , Herr Professor . « » Nicht wahr , ich bin sehr krank ? « » Lassen Sie mich Ihren Puls fühlen . « » Glauben Sie , daß die Sache gefährlich ist ? « » Zeigen Sie mir Ihre Zunge . « » Meinen Sie nicht , daß ich bald sterben werde ? « » Wann gehen Sie abends zu Bett ? « » Soll ich nicht lieber mein Testament machen ? « » Wie sieht es mit Ihrem Appetit aus ? « » Soll ich nicht die Verwandten von meiner traurigen Lage benachrichtigen ? « » Haben Sie regelmäßigen Stuhlgang ? « » Doktor , retten Sie mich ! « » Herr Professor , antworten Sie auf meine Frage ! « Eine Pause entstand . Der Professor schaute auf den Doktor wie ein krankes Fohlen auf seine Mutter . Der Doktor fuhr fort : » Antworten Sie mir also klar und bestimmt , Herr Professor . « » Ich bin ganz zu Ihren Diensten , Herr Doktor . « » Schildern Sie mir Ihren Zustand - - haben Sie Beschwerden ? « » Der Beschwerden habe ich manche- - « » Und welche , Herr Professor ? Haben Sie z.B. eine gewisse Schwere in den Gliedern ? « » Ganz recht - es liegt mir wie Blei in den Gliedern - « » Haben Sie Kongestionen nach dem Kopfe oder nach andern Teilen des Körpers ? « » Kongestionen - ganz recht , ich habe Kongestionen - fast nach allen Teilen . « » Lassen Sie mich doch Ihre Augen sehen - Sie scheinen ganz rote Augen zu haben . « » Ach , allerdings , Herr Doktor . Das kommt von dem vielen Arbeiten in der Nacht . « » Schlafen Sie nachts auf dem Rücken ? « » Ich schlafe selten , Herr Doktor . « » Also träumen Sie ? « » Ach , ich habe schwere Träume - « Der Professor schlug verschämt die Augen nieder . Wiederum entstand eine Pause . Der Doktor blickte auf den Professor wie der Teufel auf einen armen Sünder