: es bedarf nur eines Winks und die Bombe platzt . Uebrigens muß noch in dieser , spätestens im Anfange der künftigen Woche etwas geschehen , um die Stadt im Allgemeinen in Bewegung zu bringen , und die Gemüther auf den entscheidenden Punkt hin zu concentriren . Geschieht dies nicht durch uns , so geschieht es von selbst : und dann gleitet uns der Faden aus den Händen . - Sie haben recht in der Sache . Ueber das » Wie « sprechen wir morgen . Ich habe Ihnen Vorschläge zu machen , die Ihnen gefallen werden . Aber nun wünschte ich , Ihre Meinung , Ihre wahre Meinung - Alice betonte diese Worte - zu hören über die Richtung , welche wir der Bewegung geben . - Sie verstehen mich nicht , wie es scheint . - Nicht ganz . - Wohlan , ich will deutlich sein . Wer wird die Früchte davon genießen : die Aristokratie oder das Proletariat ? Was ist Ihre Parole , Gilbert , Revolution oder Contrerevolution , Demokratie oder Absolutismus ? - Sprechen Sie nicht so laut , ich bitte Sie . Man ist schon aufmerksam auf uns geworden . Eine solche Frage ist meiner Meinung nach kaum zu stellen , geschweige zu beantworten . Oder erlauben Sie mir die Gegenfrage : Sind Sie schon für das Eine oder Andere entschieden ? Alice senkte den Kopf , als besönne sie sich , ob sie antworten sollte oder nicht . Dann sagte sie kurz und entschieden : Ja ! - Es lag in der Weise , wie sie den Kopf stolz emporrichtete und in dem Ausdruck , mit dem sie dieses » Ja « aussprach , eine solche Energie des Willens und eine solche Kraft der Ueberzeugung , daß Gilbert sich nicht enthalten konnte , das schöne , schmächtige Weib mit einem Blicke zu betrachten , der seine volle Bewunderung aussprach . - Ich muß gestehen - sagte er leise - daß ich mich dieser Entschiedenheit nicht rühmen kann . Worin wir aber , wie ich hoffe , übereinstimmen , das ist der Haß und die Verachtung gegen die Bourgeoisie und alle Erbärmlichkeiten , die an dem Zopf des Philisterthums hangen . Alice reichte ihm schweigend die Hand , die er fest drückte . - - Haben Sie meine Bitte wegen des jungen Mädchens erfüllt ? - fragte sie , nach einer Pause zu einem andern Thema übergehend . - Ja wohl . Sie werden sie morgen früh bei sich sehen . Ich weiß weder , woher Sie dies junge Mädchen kennen , noch warum Sie sich gerade dafür interessiren . Aber ich fürchte , daß - wenigstens für mich - Unannehmlichkeiten daraus entstehen können . - Wie so ? - - Sie ist die Schwester eines Führers aus der Gesellschaft der Achtzehner , welcher mich schon seit mehreren Tagen mit eifersüchtigen Blicken betrachtet , weil er sich einbildet , daß ich darauf ausgehe , ihm seine Popularität zu rauben . - Meinen Sie Ralph ? - Sie kennen ihn ? - fragte Gilbert erstaunt . - Natürlich . - Sie vergessen , daß ich in vergangenem Herbst hier war und die Gesellschaft , welche früher dem Handwerkervereine angehörte , organisiren half . Ich begreife Ihre Besorgniß . Doch haben Sie nichts zu fürchten . Nehmen Sie meinen Dank für Ihre Bemühungen und vergessen nicht , morgen zu mir zu kommen . Jetzt aber lassen Sie uns der Gesellschaft uns anschließen . Ich habe schon mehrere forschende Blicke sich hieher richten sehen . Sie waren eben im Begriff , sich zu trennen , als der Prinz A .. auf der Schwelle der nach dem Journalzimmer führenden Thüre erschien . Jetzt war es des Prinzen Blick , welcher dem Alicens begegnete . Aus der Richtung , welche diese und der Chevalier eingeschlagen hatte , um sich dem Gros der Gesellschaft anzuschließen , konnte der Prinz erkennen , daß sie mit einander gesprochen hatten . Dem fragenden Ausdruck , welcher in Folge dieser Bemerkung im Auge des Prinzen sich zeigte , antwortete Alice mit fast unbemerkbarem Schütteln des Kopfs . Des Prinzen Stirn verfinsterte sich , doch nur einen Augenblick . Im nächsten näherte er sich wie zufällig dem Chevalier und bald waren Beide in einem politischen Gespräche vertieft . - Nun , wie finden Sie ihn ? - fragte die Gräfin Alicen . - Welche Frage ! Würde ich Ihnen nicht gerechten Grund geben , an meinem Geschmack zu zweifeln , wenn er mir nicht eminentes Interesse einflößen müßte , da er sogar das Ihrige zu erregen verstanden ? antwortete Alice mit ironischem Doppelsinn . Die Gräfin schien die Ironie zu fühlen . Sie senkte den forschenden Blick , welchen sie auf das feine Gesicht Alicens geworfen hatte , das in diesem Augenblick von einem melancholischen Lächeln überglänzt wurde . - Und der Prinz ? fragte sie weiter - Sie erinnern sich , daß Sie mir noch eine Antwort schuldig sind . - Da Sie nach Ihrer Aeußerung von vorhin über den Prinzen eine andere Ansicht haben als der Chevalier , so bin ich in Verlegenheit , wem ich recht geben soll . Ich fürchte in beiden Fällen , Ihnen wehe zu thun . - Die Gräfin erröthete , denn es lag in den Worten und besonders in dem Lächeln , die nicht undeutliche Vermuthung ausgesprochen , daß das Interesse der Gräfin für den Chevalier von etwas tieferer als blos socialer Natur sein mochte . Alice wollte aus der Antwort der Gräfin beurtheilen , ob ihre Vermuthung richtig sei . Als die Gräfin schwieg , war Alice ihrer Sache gewiß . - Sie sah den Prinz scharf an - und wurde verstanden . Bekanntlich hat Solon das Gesetz gegeben , daß derjenige , welcher in politischen Parteikämpfen sich zu keiner Partei schlüge , mit dem Tode bestraft werden solle . Es ist meine Aufgabe nicht , die Weisheit dieses Gesetzes an den Tag zu legen ; doch kann ich nicht umhin , an dem Beispiel des