ist das Recht und der Frieden gewahrt . « Die Fürsten und Herren riefen dem Kaiser freudig zu , und gelobten , seine Weisungen genau zu befolgen , und die Rechtsgelehrten des Lagers sagten , es sei gut , daß man eine solche Stadt nicht ungehört verdamme . Es kamen die Abgesandten der Stadt Mailand . Sie sprachen : » Die gute und getreue Stadt Mailand bringt der Hoheit des Kaisers , welcher der König des italienischen lombardischen Bodens ist , ihre Huldigung und ihre Unterwürfigkeit dar . Die gute und getreue Stadt Mailand hat nie die Rechte des Königs verhöhnt oder sie verletzt . Der König hat das Recht , die obersten Lehen zu verleihen , er hat das Recht , die Lehensträger zusammen zu rufen , er hat das Recht , auf den Reichstagen Gesetze zu geben , er hat das Recht , Richter und Notare zu ernennen , seine Stellvertreter abzuordnen , und zu verlangen , daß sein Heer im Lande verpflegt werde . Die gute und getreue Stadt Mailand hat das eifrige Verlangen , daß diese Rechte im aufrechten Bestande sind . Der fränkische König Karl hat die römische Kaiserkrone von dem Heiligen Vater empfangen . Er hat das longobardische Reich erobert , hat den longobardischen König entsetzt , und ist selber der longobardische König geworden . Und dann sind in später Zeit die Könige der Deutschen die Nachfolger Karls geworden , sie haben von dem Heiligen Vater die römische Kaiserkrone erhalten , und haben sich zu Königen des lombardischen Landes gemacht . Aber die Könige waren selten in dem Lande , und die Herren in den Schlössern übten ihren Willen und ihre Gewalt . Da halfen sich die armen Städte selber . Ihre Bürger sammelten sich Kenntnisse und Mittel , schlossen sich an einander , führten mit Ausdauer die Waffen , daß ihnen die Herren nicht schaden konnten . Sie gaben sich seither Satzungen , für die sie ihr Leben einsetzten . So ist es in vielen geworden , und so ist es in der guten getreuen Stadt Mailand geworden . Und weil es so ist , so sollten sie von der Wahl ihrer Könige nicht ausgeschlossen sein , sie sollten auf den Reichstagen zu den Gesetzen mitwirken , und es sollte ihnen gegen ihren Willen kein Stellvertreter des Königs , kein Richter , kein Notar , kein Konsul , kein Oberer gesetzt werden . Dem Könige werden die Mailänder dann stets reiche Geschenke senden , sie werden ihm ein hinreichendes Geld zur Bestreitung der Landeskosten geben , und sie werden , wenn er im Lande ist , zu seiner Hofhaltung und zur Verpflegung seines Heeres nach Kräften und nach Einsicht beitragen . Sie werden immer demütige Untertanen sein , und die Fürsten seines Reiches mit großen Geschenken und Ehrenbezeugungen bedenken , daß das alles in Vollziehung kömmt . « » So hängt ihnen tote Hunde um den Hals , und jagt sie aus dem Lager « , rief Friedrich , der Herzog von Schwaben . » Richte nicht du allein « , sagte der Kaiser . Dann sprach er zu den Abgesandten : » Ihr habt recht geredet , da ihr gesagt habt , wie die Herrschaft an die deutschen Könige gekommen ist . Ihr habt schlecht geredet , da ihr gesagt habt , wie sie geübt werden soll . Den König wollt ihr wählen , der König soll Gesetze geben , die ihr wollt , der König soll Obere einsetzen , die ihr wollt , und der König soll empfangen , was ihr ihm gebet . Wer ist dann der König ? Ihr redet von der Hilfe , die ihr euch selbst gewähren mußtet . Sind die Übel nicht entstanden , weil die Macht der Könige zu schwach geübt wurde ? Daher die wilden Kriege gegen die Herren im Lande , die Kriege der Städte unter einander . Sind die Kriege durch die Könige oder durch euch entstanden ? Ihr wollt frei von Bedrückung sein , und bedrückt andere . Seid ihr nicht grausamer gegen Lodi gewesen , als je ein fremder Kriegsmann ? Meint ihr , ich habe vergessen , daß ihr bei meinem Heimzuge aus Rom mit denen von Verona im Einverständnisse eine Brücke bautet , die unter meinem Heere brechen sollte , und daß ihr mich in den Engpässen überfielet , damit ich umkomme ? Meint ihr , ich habe vergessen , daß ihr Tortona , das ich zerstört habe , sogleich wieder hergestellt und in euern Bund gezogen habt , daß ihr meine getreue Stadt Pavia bekämpft und ihr einen Vorsteher von Mailand gegeben habt , daß ihr meinen Markgrafen von Montferrat bekriegt und seine Schlösser erobert habt , daß ihr Brescia und Piacenza in euern Bund wider mich genommen habt ? Und soll ich es vergessen , daß ihr vor meinen Ohren jetzt die Fürsten zu gewinnen strebt , daß sie euch zu Sinne sind ? « Darauf antwortete einer der Gesandten : » Wir wissen nichts von dem Verrate bei Verona , wir haben denen von Tortona , weil sie baten , nachbarliche Hilfe geleistet , und haben uns gegen die , welche uns unterdrücken wollten , gewehrt . Wir sind nichts anders als treue Untertanen des Königs gewesen . Was die Kriege der Städte gegen einander betrifft , so ist das in Freistaaten so , sie haben ihre Liebe und ihren Haß für sich . « » Du hast das Wort gesagt « , sprach der Kaiser , » ihr seid Freistaaten , und ein Freistaat ist kein Untertan . Ist die Stadt Mailand die getreue , und bedarf sie des Schutzes , so rufe sie den des Königs , wie die andern treuen Städte getan haben . Ihr habt hier Worte der Herrschaft gesprochen , habt ihr nicht auch die der Unterwerfung ? « » Wir haben nach Auftrag die demütigen Bitten der Unsern vor unsern König gebracht « , sagte der Abgesandte . » So sind wir fertig « , sprach der Kaiser .