doch den Preis herab ; ein Hausschlüssel kann auch einmal anderswohin , als auf Nr. 17 führen . Rutsch ! Vorwärts ! Es ist Bartusch ! sagte Louise beruhigter . Nein ! Auch Hackert ! ergänzte Dankmar . Ja ! Hackert , der mit Bartusch in Streit gerathen ist , sagte Louise . Der Lärm kam näher ... Jetzt war Hackert mit Bartusch , denn dieser zog ihn wirklich hinter sich her , auf der obersten Galerie und die Mullrich mit der Laterne folgte schimpfend und mit ihrem Manne drohend , der leider schlafen müsse ... Schämen Sie sich in nachtschlafender Zeit einen solchen Lärmen zu verführen , Herr Hackert ! sagte Frau Mullrich . Was haben Sie sich denn zu beklagen , wenn Andre ihren Spaß haben ! Spaß , alter Cerberus ? rief Hackert . Lach ' du , wenn du deine Pfennige zählst und recht viel Stiefeln zu flicken bekommst . Aber grinse nicht über Besuche , die in Nr. 87 auf Nr. 86 warten . Wart ' , ich will Euch subtrahiren lehren . Hackert , Sie sind im Rausch - schämen Sie sich , wenn ein Freund zu Ihnen kommt - lauteten Bartusch ' s beschwichtigende Worte . Im Rausche bin ich , Gevatter , rief Hackert . Im Rausche ! Lustig , morgen ist Hochzeit ! Willst du Pathe sein ? Übermorgen ist Kindtaufe . Du alter Grauschimmel sollst mir zeigen , wo hier Nr. 17 ist . Schurke , was steht hier an der Thür , die ich jetzt aufschließe ? Steht da Nr. 17 ? Werden hier Besuche empfangen , die nicht mir gelten ! Sie sehen doch , daß Licht in Ihrem Zimmer ist ? sagte Bartusch zitternd , während es im ganzen aufgeregten Hause aus allen Fenstern und Thüren scholl : Nummer Siebzehn ! Nummer Siebzehn ist ausgezogen ! Man sah , daß Bartusch ' s nächtliche Wanderungen zur Maler-Guste kein Geheimniß waren ... Festgehalten von Hackert , gezerrt am Rockkragen , geschüttelt wie ein Flederwisch , konnte Bartusch hier jetzt vielleicht das Ende seiner Tage erwarten ; denn die ganze Bewohnerschaft nicht nur von Brandgasse Nr. 9 , sondern auch von den übrigen nachbarlichen Communalhäusern haßte ihn und hatte sich an dem strengen Eintreiber der Miethen , der bei jedem Auszug die Miethe für den Nachfolger steigerte , oft genug schon thätlich vergriffen . Bartusch hoffte auf Rettung und Beistand durch die beiden Herren , die bei Louise Eisold warten sollten und ihm nach Dem , was Frau Mullrich von ihrem Gespräch an der Hausthür behalten hatte , nicht unbekannt sein konnten . Licht in meinem Zimmer ? .. sagte Hackert . Licht in Eurem Kopf würde Euch besser sein ! Heut ' soll noch ganz anders illuminirt werden - meine Haare müssen heut ' noch in Feuer aufgehen , wie Ihr ' s mir längst gedroht habt . Die Laterne her , Cerberus ! Mit diesen der Mullrich zugerufenen Worten schloß Hackert die Thür von der Galerieseite auf und im aufgeregten , vielleicht halbtrunkenen Zustande , trat der überhitzte , glühende , exaltirte junge Mensch herein . Bartusch und die Mullrich blieben im Schimmer der Laterne lieber auf der Galerie . Louise hatte sich schon vorher entfernt und die Stubenthür rasch verriegelt . Her , Ratte du ! schrie Hackert , als er die beiden Brüder auf dem Sopha sitzend fand , wo ist hier Hochzeit ? Ist Das Nr. 17 ? Kommst her , altes Fell , oder ich zieh ' s dir über die Ohren , Maulwurf ? Hast falsch gehorcht ! Falsch spionirt , Spitzbube ? Was ? Draußen aus allen Zimmern wurden diese Worte mit lautem Lachen und Hohn aufgenommen , sodaß Bartusch nicht anders konnte , als sich auf ' s Bitten legen : Hackert , ich beschwöre Sie , so schweigen Sie doch endlich still , sagte er flehentlich . Ist Das der Dank für die Wohlthaten , die ich Ihnen eben zu erweisen gedachte ... Guten Abend , meine Herren ! Ach , lieber Himmel ! .. Was seh ' ich ? Irr ' ich nicht , so hatt ' ich das Vergnügen - Ja , Herr Bartusch , begann Dankmar , ich bin Ihr Reisegefährte von Hohenberg . Ich erstaune , Sie in einer solchen Situation wiederzusehen . Dies ist mein Bruder ! Wie kommen Sie nur zu dem ärgerlichen Auftritt ? Bartusch , der bereits in Erfahrung gebracht hatte , daß das während der ganzen Hohenberger Rückreise auf Dankmar ausgebreitet gewesene Dunkel sich insoweit gelichtet hatte , als er in der That der Eigenthümer jenes Schreines war , über welchen ihm der Justizrath , der ihn in so subtile Sachen nicht einblicken ließ , keine nähere Auskunft gegeben hatte , aber nicht im entferntesten Prinz Egon war ; Bartusch , der von Seiten Schlurck ' s ein Inserat in die Zeitung besorgt hatte , der Eigenthümer jenes Schreins sollte sich melden , hielt es für durchaus unverfänglich und nützlich , Dankmarn mit den für Diesen erfreulichen Worten anzureden : Jede Stunde haben wir Sie erwartet , Herr Wildungen ! Der Schrein ist in der That vom Justizrath aufgefunden worden und steht ja zu Ihrer Verfügung . Ach , ach ! Diese Hohenberger Reise ! Dankmar fiel ein Stein vom Herzen und ein natürliches Gefühl der Dankbarkeit war es , daß er Hackerten , der ihm etwas zudringlich und unverschämt Cigarren anbot und dabei in der That wie ein Trunkener grüßend sich gebehrdete , unsanft abwies und ihm sein Geschrei und Poltern rügend vorhielt . Entschuldigen Sie nur , Herr Maler , wandte sich Hackert etwas beschämt statt aller Antwort zu Siegbert ; Ihr Herr Bruder ist mein Freund nicht und wird mein Freund nicht und in die Schule geh ' ich nicht mehr . Excusez ! He , Bartusch ! Kommen Sie auf den Fortunaball ? Was ? Alle zusammen , meine Herren ? Vier ist vier - Mensch ist Thier - und auf Vieren mein Plaisir ! O