» Red nit so ! « sagte Runotter unwillig . » Mir ist das kein lustig Ding . « » Aber mir ! Eines Bauren Soldmann ? Ist was Neues ! Freilich , die Bauren führen allweil Krieg , eines Sauren Kriegsmann sein , ist gefährlich . Könnt sein , da geht ' s mir flink an das kitzlige Zäpfl . Aber wissen möcht ich , wie das ist , wieder einmal was Neues haben . « Lustig klatschte Malimmes die Hand auf seinen Schenkel . » Einmal im Clevischen , da hat mich auch ein Gusto gekitzelt . Hab gemeint : Um des Wissens wegen muß man alles verkosten . Da hätten sie mich schier gehenkt . Ein Blitz hat einschlagen müssen , daß ich vom Baum wieder ledig worden bin . « Der Richtmann sagte hart : » Laß dein narrisches Reden sein , das ich nit versteh . Tust mich foppen ? Oder ist es dein Ernst ? « » Die Hand her ! So schlag ich ein ! « Die beiden Fäuste umklammerten sich . Malimmes lachte , Runotter blieb ernst , doch die steinerne Härte seines Gesichtes milderte sich . » Was verlangst ? « » Ich schätz dich nit minder ein als wie die Nüremberger : doppelt Gewand , für Sommer und Winter , Wehr und Eisen nach Not , Trank und Speis nach Landsbrauch , im Frieden Stub und Bett , bei Krieg einen Polster im Zelt , zwanzig Pfund Pfennig als Doppelsold , viermal im Jahr ein frummes Weibl und nach jeder gewonnenen Schlacht das Raubrecht . « Im Gesicht des Richtmanns zeigte sich ein leiser Zug von Heiterkeit . » Sollst alles haben . Bloß die frummen Weiblein , die mußt dir selber suchen - « » Eins weiß ich mir schon , nit weit von deiner Burg . « » - und meine Schlachten verlier ich . Da wirst kein Raubrecht haben . « » Ist auch nit schlecht . Fasten und arm sein können , ist eines Kriegsmanns beste Kunst . « » Gilt ' s , Malimmes ? « » Topp ! « » Topp ! « Runotter wollte gleich zu seinem Gaul . Aber Malimmes faßte ihn am Gürtel . » Halt , Herr , jetzt muß ich Treu schwören ! « » Geh , Mensch , laß die Fasnachtspossen ! « » Das muß sein ! « sagte Malimmes ernst . Er stellte die Beine breit , legte die Linke auf seinen hageren Brustkasten , hob die Rechte mit gespreizten Fingern und sagte , wie ein Frommer sein Gebet spricht : » Meinem Herren tu ich den Eid , Will ihn schützen und ehren allzeit In Fried und Gefecht . Treu deinem Recht , Bin ich dein Knecht , Mit Herz , Haut , Fleisch , Blut und Sinn Hast mich , wie ich bin . Und tät ich nit , wie du befohlen , Soll mich der Teufel holen ! « Freundlich sagte der Richtmann : » Bist noch allweil der gleiche Narrenschüppel , der du als Bub , gewesen . « Er wollte gehen . » Halt , Herr ! Jetzt muß ich das Knie beugen . « » Geh , laß doch ! So was mag ich nit . « » Herr , das muß sein ! « » Sag doch nit allweil Herr zu mir ! Ich bin keiner . « » Der meinig bist ! « Malimmes beugte auf höfische Weise das Knie . » Meinem Herren zur schuldigen Ehr ! « Als er aufstand , streckte er dem Runotter die Hand hin . Es war etwas Warmes und Schönes in der Art , wie er sagte : » Sei mir ein guter Herr , so bin ich ein guter Knecht , bei Tag und Nacht , in Glück und Elend . « » Auf mich ist Verlaß , Malimmes ! « » Auf mich nit minder ! « Der Soldknecht lachte . » Also , morgen mit der Sonne steh ich ein bei dir . Mit wem hast Fehd ? Heut vor Nacht , da schleif ich noch meinen Bidenhänder . Da können wir morgen gleich losschlagen . « Fast ein bißchen schmunzelnd machte der Richtmann eine abwehrende Bewegung mit der Hand . » Da wirst dich nit tummeln brauchen . « Wie brennendes Blut lag der rote Schimmer des Abends über allen Dingen der Erde . Als Runotter schon gehen wollte , sah er zum Haus hinüber und sagte leis : » Von mir aus hast Urlaub bis zum Winter . Deiner Mutter könnt ' s unrecht sein , daß du gehst . « Jede Spur von Heiterkeit erlosch in den Augen des Malimmes . » Die hat nit gemerkt , daß ich kommen bin . Wird nit merken , daß ich geh . Sieben Täg lang bin ich gelaufen in einem Saus von Nüremberg bis zum Taubensee . Allweil ein Freud vor mir . Jetzt bin ich da . Wo ist die Freud ? « Er sah dem andern in die Augen . » Runotter ! Wie von Nüremberg zum Taubensee , so ist der Weg von der Wiegen bis zur Grub . « Seine Brust hob sich . » Auf morgen ! Ich komm . Und hast nit Kriegsmannsarbeit für mich , so laß mich die Säu hüten . Sind liebe Viecher . « Herzlich sagte der Richtmann : » Bei mir sollst es gut haben ! Du und ich , paß auf , das gibt zwei feste Kameraden . « Sie gingen voneinander , Runotter zu seinem Gaul , Malimmes hinüber zum Haus . Neben der Mutter blieb er stehen und strich ihr mit zärtlicher Hand über den weißen Scheitel . Sie schob seine Tatze fort . » Steht am Zäunl . Und geht nit herein zu mir ! « Malimmes blieb noch immer bei ihr stehen und wartete . Dann streckte er die langen Glieder und trat ins Haus . Durch den glühenden Abend trabte