der Schuller Gelegenheit gehabt , einen dankbaren Schuldner zu finden . Aber es fehlte ihm der rechte Blick für den Vorteil ; er sagte zum Geitner , bloß Narren borgen einem Spieler , und es sei zweimal eine Schande für einen verheirateten Mann , wenn er mit ledigen Burschen und Knechten auf der Kegelbahn herumstehe . Der Geitner ließ als ein nobler Mensch keinen Verdruß über die Abweisung sehen ; aber sie wurmte ihn , und er faßte einen Groll gegen einen Mann , der ihm kein Geld , aber gute Lehren mit heimgeben wollte . Er gab es wohl nicht zu erkennen und blieb angenehm nach wie vor . Denn er mochte das laute Wesen und Zank und Streit nicht leiden . Im stillen aber rüstete er zum Kampfe , und bei der Wahl erwies er sich als nützliches Werkzeug der Kirche . Und er verweigerte seine Dienste auch jetzt nicht , als ihm Baustätter den neuen Auftrag erteilte . Wenige Tage gingen seltsame Reden über den Schuller um . Niemand wußte so recht , was und wie , und niemand wußte , woher . Aber die Ungewißheit machte das Gerücht nicht kleiner ; es wuchs von einer Türe zur andern , und die letzte Nachbarin bekam es grausamer aufgetischt als die vorletzte . Eines wiederholte sich immer : daß es der alte Pfarrer schriftlich gemacht habe , wie schlecht der Schuller sei . Das Gerede blieb nicht unter den Weibern . Die Männer , denen es mit der Suppe auf den Tisch gestellt und des Abends aufgewärmt wurde , konnten es nicht beiseite schieben . Der Schuller selbst blieb kalt und sagte , daß er nicht den Finger rühre gegen die dummen Lügen . Er ließ sich auch durch den Haberlschneider nicht irre machen . » Wen soll i denn verklagen ? « fragte er . » Vielleicht de alt ' n Weiber von Erlbach ? « » Ganz guat sei lassen , dös sell ko ' st aa net . « » Warum it ? Dös woaß do a jeder , daß i mein ' Vater net mißhandelt hab ' . Na , über dös G ' red ärger ' i mi gar net , weil ' s z ' dumm is ! « » I hab ' heut mit ' n Blasibauern g ' redt . Er sagt dös nämliche , wia ' n i. Dös is an abg ' machter Handel . « » An alter Weibertratsch is ' , sinscht nix . « » Mir kimmt ' s it so vor . Wann ' s bloß a Tratscherei waar , nacha hätt ' n mir scho länger was g ' hört . « » Dös kon aa scho länger umgeh ' . « » Na ; mei Bäurin sagt , dös is aufganga wia Pulver . Früher hat ma koa Silben net g ' hört davo ' . « » Was moanst nacha du ? « » I gang schnurg ' rad in Pfarrhof und fraget , was dös is mit dem Schreiben von Herrn Held . « » Dös woaß i z ' erscht , daß dös nix is . « - » I fraget do . « » I geh ' nimmer in Pfarrhof , Haberlschneider . Und überhaupts , wann i jetzt auf oamal kam , nacha kunnt ' s der Pfarrer so außabringa , als wenn i a schlecht ' s G ' wissen hätt ' . « Der Haberlschneider wollte nichts mehr dawider sagen und ging . Das war an einem Samstag . Schon den Tag darauf hatte die Sache ein anderes Gesicht . Der Paulimann ging nach der Kirche ins Wirtshaus und trank sich einen Rausch an . Er war sonst ein stiller , wortkarger Mensch und fleißig bei der Arbeit . Aber wenn er ein Glas über den Durst getrunken hatte , wurde er lebendig . Er fing dann mit jedem Gaste Streit an und rückte allen Leuten ihre Sünden vor . Obwohl er ein angesehener Bauer war , geschah es ihm oft , daß er Schläge bekam und hinausgeworfen wurde . An dem Sonntag hatte er schon drei oder vier Leuten die Freude am Essen und Trinken genommen und wollte gerade über einen fünften herfallen , als er den Schuhwölfl sah , einen Schwager vom Schuller . Er saß am Nebentisch beim Haberlschneider . Wie ihn der Paulimann sah , schrie er hinüber , ob er ihm das vierte Gebot Gottes nicht sagen könne . Er bitte gar schön , daß er ihm das vierte Gebot hersage ; er könne sich nicht mehr darauf besinnen . Als der Schuhwölfl keine Antwort gab , fragte er , ob es nicht so heiße : » Ehre Vater und Mutter , auf daß du lange lebest auf Erden . « » Pauliman , laß guat sei ! « sagte der Haberlschneider . » Warum denn ? I sag ' ja nix Unrecht ' s. I möcht ' grad ' wissen , ob ' s dös vierte Gebot no gibt . « » An Ruah gib ! « » Ehre Vater und Mutter . I glaab , so hamm ' s mir g ' lernt , aber bei ' n Schuller hoaßt ' s anders . « » Du brauchst wieder amal Schläg ' , gel ' , Paulimann ? « schrie der Schuhwölfl . » Na , jetzt no net . I wart , bis mei Bua groß gnua is , daß er mi schlag ' n ko . « Der Schuhwölfl sprang auf . » Bischt du der Tropf , der ganz ausg ' schamte , der de Lug ausg ' sprengt hat ? « » I sag ' bloß , was d ' Leut ' sag ' n. « » Und beweisen muaßt as du ! « » Geh zu dein ' Nachbar , « schrie der Paulimann , » der Hierangl hat ' s schriftli g ' sehg ' n. « » So , is der