red - so lang Du reden kannst . « So und so ähnlich redeten jetzt die Herren , und ich wußte nicht , ob sie damit wieder alles Gesagte auflösen wollten . Ich wollte wieder eine ernste Stimmung haben , denn ich fühlte noch immer den Nachklang aus der Wunderküche . Und ich wollte mir diese schmerzlose Stimmung erhalten . Und ich bemerkte einiges über die Vergänglichkeit derartiger Stimmungen . Die sieben Herren mit den großen breiten Mäulern widersprachen mir und meinten , daß es doch sehr langweilig wäre , wenn man ohne Unterbrechung in derselben rosigen Laune dahinleben müßte . Ich gab den Herren , um mich ihnen deutlicher zu machen , ein Manuskript , das grade von dieser Vergänglichkeit der großen Seligkeit handelte . Adlerflug Eine gute Stunde Endlich - hoch genug ! Keine Wolke mehr ! Aller Nebel ist unten - wo die Menschen herumkrabbeln . Hier oben krabbeln sie nicht mehr . Ich denke nicht mehr wie einst - auch mein Nest liegt tief unter mir . Ich schwebe wie ein echter Gott - ohne Flügelschlag - in weiten mächtigen Kreisen . Und Niemand siehts . Erdrinde vergessen ! Überall - die Unendlichkeit ! Ich fühle das Ganze - das endlose Ganze - bin nicht mehr ein Stück Erde . Ich bin mehr - Alles ! Wenn ich ' s nur halten könnte ! King Amenophis , der mir sehr heftig vorkam , sagte ziemlich gereizt : » Manche scheinbar unauflöslichen Ekelzustände sind bloß dazu da , unsern Witz zu stärken . Und auch die menschlichen Rohheiten sind dazu da . Die Gemeinheit der Menschen wirkt doch immer bloß wie ein Narrenspaß . Wer erlaubt sich denn was Niederträchtiges gegen seine Mitmenschen ? Doch gemeinhin nur der , der infolge eines weit vorgeschrittenen Intelligenzmangels sich selber höher schätzt als bei Andern . Und so was erzeugt doch Narrenkomödien . Daß Andre darunter leiden , liegt zumeist an diesen Andern . Seid nicht so dumm und humorlos wie die Bösewichter - und Ihr werdet sie sämtlich einfach auslachen . « Der Oberpriester Lapapi fügte dem hinzu : » Niemand wird bestreiten , daß jeder Gestank eigentlich stets was Lächerliches hat . Es ist gar nicht möglich , auf die Gemeinheit des Gestankes zu schimpfen ; wer das täte , würde zweifellos auch die dicksten Trauerklöpse zum hellsten Gelächter bringen . Und so ist es auch mit Rohheit , Gemeinheit und Grausamkeit . In diesen steckt auch immer etwas Lächerliches . Dasjenige , was wir so das Schlechte nennen , ist doch nur ein Konglomerat von Grotesken . Der Bösewicht , der immer gleich Millionen umbringen will , ist immer eine lächerliche Figur - wie Jeder , der von seiner Wut übermannt wird . Der Teufel ist ein komischer Herr . Und es gibt nichts , was so komisch wirkt - als wenn jemand mal so recht den Bösewicht spielen möchte . Dieses komische Element in all den Dingen , die als verbrecherische Handlungen von den Menschen bestraft werden , muß doch mit den Gemeinheiten und Rohheiten , die sich lächerliche Menschen herausnehmen , wieder versöhnen . « Wenn ich nur so bliebe ! An der Brust keinen Druck mehr - keine Sehnsucht ! Nichts stört - kein Lüftchen bewegt sich um mich - nur ich bewege mich - ganz langsam - schwebe - schwebe - als All ! Ich sehe ferne Zeiten - dort hinten und da vorn . Unzählige Welten rauschen ihr Glück mir zu . Es gibt nur ein Glück , wenn man nicht mehr Stück ist . Aber es hält nicht lange an . Der Atem hält ' s nicht aus . Sternheere , meine Sternheere - lacht durch mich - länger ! Lacht länger ! Aber ach - Wolken kommen . Langsam geht ' s wieder hinab . Ich aber will ' s nie vergessen . Einen Augenblick Allglück - und - und - Alles geht wieder . Ich sagte hiernach , daß ich die Lehre von der Unempfindlichkeit der einfachen Kraftmenschen für sehr gefährlich hielte - die Lehre könnte die Verrohung der Menschen noch weiter steigern , was doch nicht sehr wünschenswert wäre . Das führte nun abermals zu einer lebhaften Auseinandersetzung . So redete der Oberpriester weiter , und ich erklärte sehr bald , daß ich wirklich geneigt sei . Alles , was geschieht , für herrlich und wunderschön zu halten - die Moralisten erklärte ich dabei auch für komische Figuren - und die Ägypter gaben mir Recht - ich aber gab ihnen schließlich meine Mückenphantasie . Der Todesrausch Eine Mückenphantasie » Komm an die Lampe ! « schrie selig die kleine Zippa . Ihre Flügel flatterten , und zweihundert Mücken vernahmen den Ruf und folgten der kleinen Zippa - selig - ohne Besinnen . Bei der Lampe , die von einem grünseidenen Lampenschirm umhüllt war , saß ein alter Mann und aß sein Abendbrot . Da kam die kleine Zippa mit den zweihundert Mücken - und der Zippa ward ganz toll zu Mut . » Sterben ! Sterben ist doch das Süßeste im Leben ! Sterben wollen wir jetzt ! Sterben ! « Und alle Mücken schrieen das der Zippa nach . Mit seligem Gelächter flogen sie gegen den heißen Cylinder , und bald lagen alle zappelnd neben dem Abendbrot des alten Mannes . Der wollte die Sterbenden schnell töten , damit sie nicht so lange zu leiden hätten . Aber Zippa rief lachend , während sie sich ihre verbrannten Flügel abscheuerte : » Laß sein ! Wir sterben ja so gern ! Das Sterben ist ja so schön ! « Und die sämtlichen sterbenden Mücken schrieen es wieder der Zippa nach . Und Alles lachte - und starb . Der alte Mann aß weiter . Er hatte Hunger . » Wer weiß , « sagte Lapapi dazu , » ob diese Mücken nicht klüger sind als manche Menschen . Es wäre aber sehr komisch , wenn man ihren Todesrausch für eine Lebensverneinung halten möchte . « » Es ist