Kleinen , indem er es unter dem Kinn kitzelte und » Kss , Kss ! « dazu machte , bis das Würmchen vor Vergnügen lachte und das dicke Oberbett von sich strampelte . Er lobte das gesunde Aussehen des Kindes und erzählte , daß er kürzlich eine Tochter verheiratet habe . Die Bäuerin war völlig gefangen genommen durch ! das vertrauliche Wesen des Fremden . Daß man so vornehm und gleichzeitig so liebenswürdig sein könne , war ihr unfaßlich . Als Sam schließlich erklärte , nunmehr aufs Feld hinaus zu wollen , bat sie ihn , doch ja wieder zu kommen , und geleitete ihn humpelnd bis vors Hoftor , um ihn den Weg zu weisen . Er traf zunächst auf die Frauen in den Rüben . Sie standen in der Furche und behackten die Pflanzen . Die Hacken flogen nur so in den fleißigen Händen . Von hinten sah man die drei gebückten Rücken und unter den kurzen Röcken die sechs bloßen Waden . So standen sie in einer Reihe , wie ausgerichtet , nebeneinander . Sam war auf weichem Wiesenpfade ungehört bis dicht an die Frauen herangekommen . Jetzt blieb er stehen und versenkte sich in den Anblick . Er nahm alles mit . - Endlich räusperte er sich . Sofort standen die drei Hacken still , die drei Köpfe wandten sich nach ihm um . Sam stand lächelnd vor den Frauen , breitbeinig , mit vorgestrecktem Leibe , auf seinen kurzen , krummen Beinen . » Guten Tag , meine Damen ! « sagte er . Es sei heute recht warm und sie sollten sich nur nicht überanstrengen . Therese , die älteste und redefertigste von den Dreien , meinte , er solle lieber selber die Hacke zur Hand nehmen , dann würde er vielleicht etwas von seinem Fette kommen ; aber von ordentlicher Arbeit verstehe er wahrscheinlich nichts . - Die beiden Mädchen , Toni und Ernestine , kicherten zu der schlagfertigen Rede der Schwägerin . Sam nahm die Bemerkung scheinbar nicht krumm ; lächelnd erwiderte er , er habe einen anderen Beruf als Rübenhacken erwählt . Dann fragte er nach dem Büttnerbauer . Die Frauen musterten den Aufzug des Fremden mit beobachtenden Blicken . Im hellen Tageslichte besehen zeigte es sich , daß sein Hemdkragen nicht vom reinsten und daß auf seiner hellen Weste verschiedene Fettflecke seien . Toni war ein harmloses Geschöpf und viel zu phlegmatisch , um sich mit Kritisieren abzugeben . Aber Therese und die kleine Ernestine waren um so scharfäugiger . Kaum war er außer Hörweite , so hielten sie sich über seinen häßlichen Mund , den der rote Bart nicht genügend deckte , auf , über seine Dachsbeine , ja selbst die versteckte Lüsternheit seines Wesens war ihrem weiblichen Scharfblicke nicht entgangen . Inzwischen kam Karl Büttner , der nebenan die Kartoffeln anfuhr , herbeigelaufen . Der Vater sei draußen am Büschelgewende , erklärte er dem Fremden , und wies mit dem Peitschenstiele in die Richtung nach dem Walde . Sam betrachtete sich den hochgewachsenen jungen Mann , fragte , ob er der Sohn sei , und verlangte schließlich , über die Felder geführt zu werden . Karl rief seiner Frau zu , sie solle auf die Pferde aufpassen , dann folgte er dem Händler . Sam umschritt die einzelnen Schläge , hie und da untersuchte er den Boden mit seinem Stocke , an dessen Ende sich eine lange metallene Zwinge befand . Zwischendurch richtete er Fragen an seinen Begleiter über die Grenzen des Gutes , über benachbarte Grundstücke , Wege , Fruchtfolge , Bewässerung , Aussaat und Erträge . Auch die Verhältnisse in der Familie schienen ihn zu interessieren . Karl wunderte sich zwar über die vielen Fragen des Fremden , aber auf den Gedanken , etwas zurückzuhalten , kam er nicht . Treuherzig gab er auf alle Fragen Antwort , so gut er es eben wußte . So kam man in die Nähe des Waldes . Schon von weitem konnte man den alten Bauern erblicken , auf lehnan gelegenem Feldstücke , wie er , einen grauen , bauschigen Sack vorgebunden , den Samen mit gemessenem Wurfe ausstreute , den Acker hinab oder hinauf schreitend . Der verwilderte Zustand dieses Schlages , der Nähe des Waldes wegen , das Büschelgewende benamst , das zwei Jahre lang brach gelegen , hatte dem alten Manne keine Ruhe mehr gelassen . Sowie die Bestellung des übrigen Gutes beendet , war er daran gegangen , dieses Stück wieder urbar zu machen . Eigenhändig hatte er es umgepflügt und einen Teil davon für die Aussaat vorbereitet . Da es zu spät war im Jahre , um hier noch etwas anderes zu erbauen , säete er jetzt wenigstens noch Gemenge aus . Im ersten Augenblicke erkannte der Büttnerbauer den Händler gar nicht . Harrassowitz mußte sich ihm ins Gedächtnis rufen . Nun dämmerte es in den verdutzten Mienen des Alten . Er schüttelte dem Händler kräftig die Hand . » Herr Harrassowitz , ich hätt ' Se , weeß der Hole , bale ne derkennt . Das is scheue vun Sie , daß Sie och mal zu uns nauskumma - das is racht ! « In der Freude des Bauern lag nichts Erheucheltes . Er rechnete es dem Städter hoch an , daß er ihn auf dem Dorfe aufsuchte , und war sogar bis zu einem gewissen Grade stolz auf diesen Besuch . Der Bauer band sich den Sack ab und gab ihn Karl zum Tragen . Dann schritt man zu Dreien langsam auf dem Wiesenpfade dem Gehöfte zu . Karl ging in respektvoller Entfernung hinter dem Vater und dem fremden Herrn drein . Harrassowitz lobte alles , was er sah . Nach seinem Urteil war der Boden ausgezeichnet , die Wiesen in bester Kultur , und der Stand der Feldfrüchte ließ nichts zu wünschen übrig . Dem alten Bauern mundeten die Lobeserhebungen des Händlers wie Honigseim . Er schmunzelte vergnügt in sich hinein . » Sie werden eine glänzende Ernte machen , mein guter