Cécile die frei gewordene Rechte . » Willkommen in Altenbrak ... Ach , nun entsinn ich mich ... Die drei Herren ... vor einer Minute erst ... Richtig , das war ja der Herr Oberst und der freundliche alte Emeritus . Und der dritte ... Ja , wer war der dritte ? « » Der Herr Privatgelehrte . « » Nun , der hätte seine Langweil und sich selbst in Hotel Zehnpfund belassen können . Aber welche Freude , Sie wiederzusehen , meine gnädigste Frau . Und Sie , Herr von Gordon . Ach , es war mir zuviel Staub in Thale , zuviel Staub und zuviel Sonntagsgäste . Hexentanzplatz und Roßtrappe sind nur wie Tempelhof und Tivoli , Bier und wieder Bier . Aber hier ist Natur , und die weiß und braun gefleckte Kuh da ... Sehen Sie doch nur , meine gnädigste Frau , wie das liebe Vieh dasteht und sich nicht rührt . Ein wahres Mustermodell . Ich möchte schwören , es habe Gemüt und freue sich mit mir , daß Sie da sind . « Cécile , als die Malerin endlich schwieg , tat auch ihrerseits ein paar Fragen und versuchte bei der Gelegenheit , einen Blick auf die Skizze zu werfen , aber Rosa wollte davon nichts wissen und fuhr fort : » Nein , meine gnädigste Frau , nur nicht gleich wieder Kunst und Kunstgespräche . Was Sie hergeführt hat , hat einen andern Zweck und Namen . Und ich brauche kaum danach zu fragen . Natürlich , der Präzeptor , der alte Murrkopf , der Mann mit der sonoren Baßstimme , Selbstherrscher aller Altenbraker und dabei Landesautorität in Sachen der Schmerle . Täglich bin ich an seinem Tisch ( er hält nämlich eine Pension ) , und dann setzt er sich zu mir und sagt mir Liebenswürdigkeiten und will mich sogar adoptieren . Aber ich hab ihm gesagt , er müsse mich heiraten , anders tät ich ' s nicht , ich wolle Schloßfrau werden auf Burg Rodenstein oder kurzweg die Rodensteinerin und den ganzen Tag über mit dem Schlüsselbund rasseln . « » Und Sie wohnen in seiner Pension ? « » Nein , ich ziehe diese Seite des Dorfes vor . Ich wohne hier ... das dritte Haus da , gleich hinter dem Staket . « Und sie wies auf ein reizendes , am Dorfeingange gelegenes Häuschen , in dessen Vorgarten ein paar Stachelbeersträucher standen und Mohn und Borré bunt durcheinander blühten . An dem Staket aber trockneten Netze , während eine Sichel an der alten Linde hing . » Beneidenswert « , sagte Gordon . » Manchem glückt es , überall ein Idyll zu finden ; und wenn er ' s nicht findet , so schafft er ' s sich . Ich glaube , Sie gehören zu diesen Glücklichen . « » Ich glaub es beinah selbst , muß aber jedes persönliche Verdienst in der Sache von mir abweisen . Der Himmel legt einem nicht mehr auf , als man tragen kann . Und ich habe durchaus keine Schultern für das Tragische . « Cécile schien von diesem scherzhaft hingeworfenen Worte mehr berührt , als sich erwarten ließ . Jedenfalls brach sie rasch ab und sagte : » Das ist ein großes Thema . Und wenn Herr von Gordon und Fräulein Rosa erst ins Philosophieren kommen ... « » Dann gibt es kein Ende . « Cécile nickte zustimmend , und unter einem herzlichen » Au revoir « warf sie das Tier herum und lenkte , von Gordon gefolgt , auf den breiten Fahrweg ein , in dessen Schatten der Junge zurückgeblieben war . » Haben wir noch weit bis zum Präzeptor ? « » Noch eine Viertelstunde . « » Gut denn . « Und man setzte sich wieder in Trab . Wirklich , es war noch eine Viertelstunde , denn das Haus , das der Alte bewohnte , lag an der entgegengesetzten Seite von Altenbrak . Aber so lang der Weg war und so ruhebedürftig Cécile sich fühlte , dennoch sprach sie kein Wort von Ermüdung , weil das Bild , das die Dorfstraße gewährte , sie beständig interessierte . Links hin lagen die Häuser und Hütten in der malerischen Einfassung ihrer Gärten , während nach rechts hin , am jenseitigen Ufer der Bode , der Hochwald anstieg , auf dessen Lichtungen das Vieh weidete . Das Geläut der Glocken tönte herüber , und dazwischen klang das Rauschen des über Kieselgeröll hinschäumenden Flusses . So ging es das Dorf entlang , an Stegen und Brücken vorbei , bis endlich da , wo die Schlucht sich wieder weitete , der Eseljunge nach einem in Mittelhöhe des Felsens eingebauten Häuserkomplex hinaufwies , daran in Riesenbuchstaben auf weißem Schilde stand : » Gasthaus zum Rodenstein « . » Hier wohnt der Präzeptor . « Und so hielt man denn . Und während der Junge die Esel in einem unteren Stallraum unterbrachte , stiegen Gordon und Cécile die Stufen hinan , die zu dem » Rodensteiner « hinaufführten . Auf der obersten Stufe stand bereits St. Arnaud und empfing die Spätlinge mit vieler Freundlichkeit , aber doch zugleich mit einem Anfluge von Spott . » Die Herrschaften « , hob er an , » scheinen auf einen Wettlauf mit dem braunschweigischen Roß beziehungsweise dem askanischen Bären verzichtet zu haben . Zu meinem lebhaften Bedauern . Im übrigen hab ich aus der mir auferlegten Entbehrung das Beste zu machen gesucht und kenne in diesem Augenblicke nicht nur Albrecht den Bären , sondern auch den Markgrafen Waldemar so genau , daß ich keinem Müllergesellen , und wenn es Jakob Rehbock in Person wäre , raten möchte , mich hinters Licht führen zu wollen . Freilich , ob Herrn von Gordon an einer derartigen Wissenszufuhr in gleicher Weise gelegen gewesen wäre , muß dahingestellt bleiben - hinsichtlich meiner teuren Cécile verbürg ich mich für das Gegenteil . Und nun an die Gewehre ! Zehn Minuten haben ausgereicht , mich mit dem Rodensteiner bekannt zu