welches die ganze Welt umspannt , und gegen welches so ein Herzogstuhl nur ein kleines Gesiedel ist , auf welches niemand denkt . Oder möchtest du ein anderer Krok werden , wenn nämlich die , welche von ihm durch seine Tochter Libusa und ihren Mann Premysl abstammen , es gelten ließen , und möchtest du in Weisheit herrschen , und ein unabsehliches Geschlecht hinter dir bis zum Ende der Welt gründen ? « » Ich habe daran nie gedacht « , entgegnete Witiko , » wenn aber im Kriege oder durch Verhängnis alle , die von Premysl stammen , zu Ende wären , und die Länder Böhmen und Mähren mich zu Rechte zu ihrem Herzoge machen wollten , würde ich , wenn ich dächte , daß ich es könnte , Herzog sein , und recht und gerecht herrschen wollen . « » Nun , die Nachkommen des alten Premysl könnten in Gefahr kommen « , sagte der Scharlachreiter , » unser Herzog Sobeslaw ist mit dem verblichenen Kaiser Lothar immer in Freundschaft gewesen , hat ihm Leute zu seinen Kaiserfahrten gegeben , hat ihn besucht , und ist einmal mit fünftausend Männern in großem Putze und mit vielen Geschenken zu dem Tage des Kaisers nach Merseburg geritten . Er wird auch mit dem Könige Konrad in Freundschaft sein , der sein Söhnlein belehnt hat , und wenn zwischen dem Könige Konrad und dem stolzen Herzoge Heinrich in Sachsen oder irgendwo ein Krieg zu Stande kömmt , so wird der Herzog Sobeslaw mit den Seinigen zu dem Könige als Hilfebringer reiten , und so ein Krieg kann sehr lange dauern . « » Bist du auch in Sadska gewesen ? « fragte Witiko . » Ich bin nicht dort gewesen , und alle , die da reiten , sind nicht dort gewesen « , sagte der Scharlachreiter , » dahin sind nur die Erfahrenen gegangen , und die es sonst gewollt haben . « » Ich will dir nun auch etwas von unsern Absichten offenbaren « , fuhr der Scharlachreiter nach einem Weilchen fort , » ich und alle , welche mit mir sind , reiten nach Morgen zu , siehst du , auf dem Blachfelde gerade vor uns , wo der kleine Baum ist , dort geht der Weg seitwärts nach dem Lande zu , das Mähren heißt , und weil du uns auch so freimütig geoffenbaret hast , daß du gegen Mitternacht reitest , so werden wir dort wahrscheinlich Abschied nehmen . « » So wird es auch sein « , sagte Witiko . » Und wenn du uns wieder triffst « , sagte der Scharlachreiter , » so reite uns zu , und halte Geselligkeit mit uns . « » Eines muß er sich aber abgewöhnen « , rief Welislaw nach vorwärts , » daß er im Schritte reitet . « » Ich reite nur im Schritte , wenn ich reise « , sprach Witiko zurück , » ich kann es zu andern Zeiten auch anders tun . « » Wir tun es nicht einmal auf Reisen « , antwortete Welislaw . » Dann habt ihr Pferde zum Wechseln « , sagte Witiko . » Der Ledermann hat Recht « , sagte der Scharlachreiter , » er schont seine Pferde , wir verderben sie , er ist klug , und wir sind leichtfertig . « Indessen waren die Reiter bei dem kleinen Baume angekommen , an dem der Weg sich teilte . » Siehst du , wir reiten auf diesem Wege rechts « , sagte der Scharlachreiter . » Und ich reite auf dem andern gerade fort « , entgegnete Witiko . » So lebe wohl , du lederner Mann « , sagte der Scharlachreiter . » Lebe wohl « , sagte Witiko . » Reite glücklich deiner Wege , und suche nicht gleich Kampf mit Männern , die du auf der Straße findest « , rief Odolen . » Wenn sie ihn nicht hervorrufen , suche ich ihn nicht « , sagte Witiko . » Reite fröhlich « , rief Welislaw . » Du auch « , sagte Witiko . » Lebe wohl « , rief Ben . » Komme bald zu uns zurück « , rief der Sohn des Nacerat . » Lebet wohl « , sagte Witiko . Die von hinten kamen nun auch hervor , und riefen : » Lebe wohl . « » Reite glücklich . « » Lebet wohl « , antwortete Witiko . Dann hielt er ein Weilchen stille , und sagte zu dem Scharlachreiter : » Ich habe dir gesagt , wie ich heiße , und woher ich komme , du hast mir manches erzählt , und hast mir die genannt , welche dich begleiten , sage mir , wer bist denn du , daß du dich um dieses Land so kümmerst , und was darin geschieht . « » So höre , du Ledermann « , sagte der Scharlachreiter , » ich bin der Sohn des edlen großmütigen hohen Herzoges Wladislaw , der in seiner Herrschaft keinen Tropfen Blut vergossen hat , ich bin der Enkel des ruhmreichen Königs Wratislaw , ich bin der Neffe jenes Herzogs Bretislaw , der im Walde von Bürglitz wie ein Stern zur Erde gesunken ist , ich bin der Neffe des unglücklichen Boriwoy , der vor Swatopluk weichen mußte , und bin der Neffe des jetzigen Herzoges Sobeslaw . Mein Name ist Wladislaw . « » Wenn du das alles bist « , sagte Witiko . » Nun , Witiko ? « antwortete der Scharlachreiter . » So solltest du ernster sein « , sagte Witiko . » Mein Sohn « , sagte der Scharlachreiter , » hier führt mein Weg nach Morgen , dem Lande Mähren zu , der deine führt nach Mitternacht . Lebe wohl , und finde dein Glück . « Nach diesen Worten setzte er und setzten die Seinen ihre Pferde in Bewegung , und ritten im schnellen Trabe auf dem Wege gegen Morgen hin , daß der Staub