war mir ' s immer so traurig , grad am hellen Mittag , wenn da so ein Bienchen eine Weile herumschwärmte . - Ach was ! - Ich will lieber was anders denken . - Du bist recht gut , daß Du allerlei so sub rosa hervorleuchten läßt , was mich heimlich freut . - Was mir doch noch wird ? - Ob ich je aus dem Licht heraustrete , was Dein lebendig Aug auf mich strahlt ? - Denn Du kommst mir vor wie ein ewig lebender Blick - und als wenn von ihm mein Leben abhing . - Aber davon will ich auch nicht reden . - Von der Eselspartie gestern nach Rauhental , sie ist zu Wasser geworden , aber erst am End , es kam ein ungeheurer Platzregen , wie wir noch eine halbe Stunde von der Heimkehr entfernt waren , das zusammenlaufende Wasser von den Bergen herab ins Tal gab ordentlich Seen , die der Wind wellig kräuselte . - Und wie die Esel mitten durchs Wasser pfatschten mit uns , kam ein ungeheurer Donnerschlag , die meisten schrien auf , die Esel schrien nicht , aber sie warfen uns alle mit einemmal herunter in die Pfützen , und da konnt keiner sich halten , nur der Engländer wollte es zwingen mit seinen langen Beinen , der Esel warf sich nieder und bäumte sich , und so galoppierten alle Esel fort , daß sie im Nu aus den Augen waren , die Eseltreiber hinterdrein , denen nachgerufen wurde , uns Laternen zu schicken . Der ganze Haufe konsultierte in der Pfütze , setzte sich nach wieder erlangter Besinnung in Bewegung , auf das verwirrte Untereinanderschreien folgte bald Stille , der Weg war zu beschwerlich , als daß man auf etwas anders denken konnte als nur , wie man den Fuß mitsamt dem Schuh wieder aus dem Morast heben wolle , dies aber war nicht möglich , die meisten Schuhe blieben stecken , die Laternen kamen uns bald entgegen , die beschwichtigten Esel wurden wieder herangeführt , und so kamen wir zwar beritten an , aber in welchem Zustand ? - Alle Strohhüte hatten im Morast gelegen . Die Schuhe fehlten , die Damengewande so naß , als sollten sie zu Statuen Modell stehen , und die Herren nicht minder ; man verfügte sich in die Bäder und kam neugeboren und neugestrählt heraus , ein Gesamt-Abendtee , in Pantoffel und Schlafröcken und Pudermäntel eingenommen , machte den Beschluß , alles beschrie des Unfalls Jammer und lachte sich halbtot drüber . Mstr . Haise , dessen natürliche Haarfarbe jetzt zutag kam , war nicht mehr zu erkennen , aber seine Schönheit wurde allgemein bewundert , sein braunrotes Haar stand ihm so viel schöner als der Puder , womit er ' s hatte verbergen wollen , daß man schrie : jetzt könne er erst interessieren , was man vorher für unmöglich hielt . Wer war vergnügter wie er , der feierlich dem Puder abschwor und mit himmlischer Selbstzufriedenheit bei den Frauen herumspazierte , sich bewundern zu lassen . - Ich und die Lisett haben noch bis Mitternacht die Strohhüte renoviert , ich schlug sie alle auf der einen Seite mit einer Kokarde auf , wenn man nun im Schatten sein will , so setzt man die Schippe nach vornen , wo die Sonne nicht scheint , dreht man sie herum ; die Verwandlung fand allgemeinen Beifall und sieht nach Voigt malerisch aus . Heut morgen kamen die Eseltreiber mit den verlornen Schuhen auf ihren Stecken in Prozession angerückt ; sie hofften ein Trinkgeld , es mußte auch bezahlt werden , obschon die Schuhe besser wären geblieben , wo sie begraben waren ; man war ärgerlich , daß sie die beschmutzten Schuhe so öffentlich zur Schau trugen . Das war die gestrige Geschichte . Voigt hatte schon lange drum gebeten , die ganze Gesellschaft zu Esel in sein Skizzenbuch zeichnen zu dürfen , heut morgen war ein schöner heller Himmel , und doch war ' s abgekühlt vom Gewitter , wir machten uns so malerisch wie möglich , ließen Bänder flattern , Schleier wehen , die Herren steckten Sträucher auf den Hut , gaben sich nachlässige Posituren , schaukelten mit den Beinen , so ging ' s langsam vorwärts , Voigt war voran mit seinem Malkasten , hatte die Palette aufgesetzt , saß auf einem Zeltstuhl vor der Höhe , wo wir herabkamen , und beobachtete den Zug mit dem Fernglas , auf einmal rief er Halt , ich war voran mit einer grünseidenen Fahne , die ich mir gemacht hatte , die stemmt ich in die Seite und hielt recht feierlich still , die Gitarre hing auch am Sattel . Voigt malte eifrig auf ein Stück Wachsleinwand , das auf ein Brett genagelt war . Es dauerte ein Weilchen , die Esel hingen die Ohren und waren eingeschlafen , die Sonne brannte , die Mücken stachen , die Schleier und Bänder hingen schlaff , sie glaubten alle , sie könnten ' s nicht länger aushalten , ich hätte doch dem guten Voigt so gern das Pläsier gegönnt , daß seine Skizze fertig wurde ; ich nahm meine Gitarre und stimmte den Kosiusko an , Crothwith begleitete mich auf dem Flageolett , mehrere Maultrommeln der Eseltreiberjungen fielen ein , es erhob die Stimme Baß und Diskant , andere pfiffen , Haise neben mir an gab einen Ton von sich , mit dem er eine Pauke nachmachte , die mit einer Rute und einem Klöppel geschlagen wird , pfitsch pfitsch , bum bum . Die Esel wachten auf und spitzten die Ohren wieder , die Lüftchen regten sich wieder in den flatternden Bändern , alles war begeistert , und Voigt malte schneller als eine Windmühle , in die der Sturmwind bläst ; die Eseljungen hatten sich auch in nachlässigen Stellungen postiert , bald war ' s so weit , daß wir umwenden konnten , Voigt bestieg seinen Esel , und wir zogen vergnügt und singend zurück . Die Skizze ist