verändert - es ging so fort . - Man sagt , diese Besitzungen waren einem Landsmanne der Königin , einem Marquis Spinola , zugesagt . Da verlor der Herr Graf Crecy durch unordentliche Wirthschaft sein ganzes Vermögen , und bestand nun bei der Königin darauf , sie solle ihm helfen ; aber Geld war da oft rar - genug , sie hatte nichts , aber den Grafen gebrauchte sie , der Spinola nutzte ihr nicht mehr - da soll denn hier wieder eine Jagdpartie veranstaltet worden sein , und Spinola und Crecy , die wie gereizte Tieger gegen einander waren , sollen Streit gehabt haben , den die Königin anfachte . - In dem Schlafzimmer Spinola ' s hörte man später in der Nacht Geschrei und Waffengeklirre , man hatte nach einigen Augenblicken der Ruhe den Grafen Crecy daraus entfliehen sehen - was da geschah , ist nie entdeckt worden ; als aber die Kammerfrauen auf ihr Geschrei zur Königin gingen , lag die Leiche Spinola ' s , mit vielen Dolchstichen durchbohrt , vor ihrem Bette . Die Blutspur war zu sehen von seinem Zimmer bis dahin , wo er starb - man sagt , mit einem Fluche gegen die Königin und das Geschlecht der Crecy , das hier seinen Untergang finden solle . - Am andern Morgen floh die Königin und der ganze Hof , wie von Geistern gejagt , und nie betrat ein königlicher Fuß wieder dieses verwünschte Schloß . Der Herr Graf Crecy nahmen die Besitzungen , diesem Fluche zum Trotz , in Beschlag , zogen die großen Revenüen , bauten den dritten Flügel , wie das Uebrige prachtvoll aus , und lebten hier oft in Saus und Braus . - Aber endlich ist doch erfüllt worden , was der arme Marquis in seiner Todesangst verheißen hat : das Geschlecht der Crecy ist hier erloschen , und sein Ende ward auch durch grausame Verbrechen herbei geführt - doch das erlaßt mir zu berichten , das ist zu neu noch ; seht , da lebte ich schon in dieser Gegend , das kann ich nicht erzählen , ohne all ' die Angst wieder zu fühlen , die ich damals mit durchmachte , und als ich zuerst wieder hieher zu meiner armen Mutter mußte , dachte ich , ich könnte es nicht mehr überleben . - « Elmerice fühlte sich ebenfalls von dem Gehörten zu sehr erschüttert , um auf weitere Nachrichten nicht gern verzichten zu mögen , und bat daher ihre Begleiterin , sich die nöthige Ruhe zu gönnen . Dies war aber durch die Eindrücke , die ihr der nun immer bekannter werdende Weg aufnöthigte , nicht möglich - sie begleitete alles sich Darbietende mit Bemerkungen , und forderte Elmerice zu immerwährender Aufmerksamkeit auf . Diese fand sich jedoch leicht , wo die Gegenstände so anziehend und bedeutend sich zeigten . Die Waldgegend , die sie jetzt passirten , war unter der Hand der Kultur zu einem Garten gelichtet , der sich von dem übrigen Theile durch die kostbarsten , mit Gräben geschützten Gitter absonderte ; und seine breiten Wege und die uralten gepflanzten Alleen führten endlich die Reisenden dem Schlosse Ste . Roche entgegen , das Beide mit Herzklopfen zu sehen erwarteten . » O seht , seht , da ist es ! « - rief plötzlich Madame St. Albans mit einem Erblassen und einem Sinken der Stimme , als fiele sie in Ohnmacht ; und auch Elmerice fühlte ihre Nerven durchzuckt von einem ihr unbekannten Gefühle , was zwischen Furcht und Rührung schwankte , als sie plötzlich den wunderbar großartigen Bau des Schlosses Ste . Roche vor sich ausgebreitet sah . Waren es die eben vernommenen Erzählungen , die sich dem Anblicke desselben zugesellten , und es so schauerlich und drohend erscheinen ließen , war es die ernste , imposante Ruhe , die es durch seine Lage inmitten dieser großartigen Wälder , erhielt - genug , Elmerice glaubte , es könne nichts Aehnliches mehr auf der Welt geben , und drückte , wie verzagt , die Hand auf ihre Augen , und als habe es ihr jetzt schon ein tiefgehendes Leid angethan , fühlte sie sich von dem Gedanken , ihm näher zu rücken , wie erdrückt . » Ja , ja , meine Liebe , da wirst Du wohl erkennen , daß ich nicht ganz Unrecht hatte , Dich hier nicht herführen zu mögen « - sagte Madame St. Albans zu der tief erschütterten Elmerice , die , über sich selbst eben so erstaunt , wie über den Gegenstand ihrer Gefühle , unfähig war , einen Thränenstrom zurück zu drängen , und nach diesem unfreiwilligen Ergusse erst Muth faßte , wieder darauf hinzublicken . - » Ich gestehe , « sagte sie schüchtern , » ich erhielt noch nie solchen Eindruck ! Verzeiht mir , ich werde mich gleich gefaßt haben ; bereut es nicht , mich hieher geführt zu haben , diese Schwäche soll Euch nicht lästig fallen . « Madame St. Albans war zu sehr mit sich beschäftigt , um nicht leicht ihre Aufmerksamkeit von Elmerice abziehen zu können , und diese gewann nun Zeit , sich zu ermuthigen und sich näher mit dem bekannt zu machen , was sie so tief erschütterte . Der Wald war nach der Vorderseite des Schlosses gelichtet , wenigstens so weit , um es auf einer kleinen Erhöhung ganz den Blicken auszusetzen ; doch im Hintergrunde schlossen sich die in dem jungen , gelbgrünen Lichte des Frühjahrs leuchtenden , weitläufigen Wälder dicht daran an . Vor dem großen Schloßhofe , dem sie jetzt in einiger Entfernung gegenüber waren , ließ Madame St. Albans halten , um Elmerice in der Mitte dieses Hofes unter dem riesenhaften Dome dicht im Kranze gepflanzter Ulmen , ein hohes Grabmal von weißem Marmor zu zeigen , unter dem man den ersten Besitzer der Familie Crecy begraben hielt . Das Schloß sah darauf hin , wie ein drohender Geist , seine Thürme , Erker , schwer verzierten und phantastisch von Außen