ein Christ war , und zu jener Zeit mit seinen Truppen in Syrien stand . Junia , obwohl nicht mehr in der Blüthe der Jugend , besaß Reize genug , um den bejahrten Helden zu fesseln . Er warb um ihre Hand . Fest entschlossen nur ihrer Pflicht zu leben , schlug sie diesen Antrag aus . Jetzt richtete Demetrius sein Auge auf mich , mein Aeußerliches schien ihm die Eigenschaften zu versprechen , die er von seiner Gattin verlangte . Er fing an unser Haus zu besuchen . Mein Vater ward um diese Zeit kränklich . Langes Unglück und heftige Leidenschaften hatten seine Kräfte aufgerieben , er erholte sich nicht , und welkte vor der Zeit dahin . Die Sorgfalt , mit der mein Vater gepflegt wurde , ließ den Demetrius vielleicht für sein herannahendes Alter gleiche Treue erwarten ; er entschloß sich , und ließ durch Apelles um mich werben . Meinem unglücklichen Vater , der seinen Zustand und die Verlassenheit seiner Familie nach seinem Tode kannte , erschien dies Anerbieten als das höchste Glück , das er hiernieden noch zu erwarten hatte . Er willigte sogleich ein , und nur , nachdem Alles zwischen ihm und Demetrius richtig geworden war , ließ er mich rufen , und verkündigte mir mein Schicksal . Ich erschrak , ich beschwor meinen Vater , sein Wort zurückzunehmen . Nie gewohnt , unsern Bitten zu weichen , war es auch diesmal vergebens , und nur die Heiligkeit und Unauflöslichkeit des Ehebandes unter den Christen konnte mich bestimmen , diesen letzten Versuch zu machen , von dem ich mir im Voraus wenig versprach . Ich wurde krank . Junia und Theophron besuchten mich treulich , ihnen vertraute ich meine Leiden . Junia , eingedenk der Seligkeit ihrer Ehe , und fest überzeugt , daß sie mir in einer so ungleichen Verbindung nicht werden könnte , bot sich an , mit meinem Vater zu sprechen ; auch Theophron und Apelles verhießen mir ihren Beistand . Sie thaten , was sie konnten - nie wird es ihnen mein Herz vergessen . Es war fruchtlos . Nun , da jedes Mittel , meinen Vater umzustimmen , versucht , und vergeblich befunden war , unternahm es Junia , mein Herz auf den wichtigen Schritt , den ich zu thun hatte , mit Kraft und Entschlossenheit vorzubereiten ; und der würdige Theophron goß so viel Beruhigung in meine zagende Seele , daß ich nach einigen Tagen gefaßt genug war , den Willen meines sterbenden Vaters zu vollziehen , und mich für die Meinigen zu opfern . So wurde ich Demetrius Frau , und habe noch bis jetzt keine Ursache gehabt , einen Schritt zu bereuen , den mir die vergeltende Vorsicht durch das emporsteigende Glück meiner beiden Brüder , und die Beruhigung meiner Eltern , die mit frohen Aussichten für ihre Kinder ruhig starben , belohnt hat . Nach meines Vaters Ableben , als man seine Schriften durchsuchte , fanden sich alle meine Briefe an dich , die er durch den Freigelassenen , der mein Vertrauter war , aber den Zorn meines Vaters fürchtete , in die Hände bekommen , und nie abgesandt hatte . So wie nun dieser Mann mir mit Thränen gestand , war ein tiefer Haß Schuld an diesem Verfahren , den der Entschlafene gegen deinen Vater trug , indem er ihm , wo nicht einen Theil an seinem Unglück selbst , doch eine unverzeihliche Läßigkeit im Abwenden desselben , beimaß . Nun wußte ich auch , warum ich durch fünf Jahre nichts mehr von dir gehört hatte ! Zwar beruhigte mich der Gedanke , daß du keinen von den Vorwürfen verdientest , die ich dir oft in bittern Stunden gemacht hatte : aber desto deutlicher sah ich ein , daß eine so lange Trennung und gänzliche Unwissenheit über mein Schicksal auch das kleinste Band gelöset haben mußte , das dich vielleicht noch an mich band . Ueberdies war ich die Gattin eines Andern , und eine Christin . Bei uns sind die Ehen keine bürgerlichen Verträge , es sind heilige Bündnisse , durch hohe Eide vor dem Altar des Ewigen versiegelt , durch Priestershand geschlossene Verbindungen für ' s ganze Leben , ein heiliges Versprechen , sich nie zu verlassen , Glück und Unglück mit einander zu theilen , und keine Scheidung findet Statt , als nur durch den Tod . Hier ist nicht blos förmliche Untreue , hier ist auch jede zärtliche Empfindung für einen andern Gegenstand Verbrechen , und in der Brust einer christlichen Gattin darf kein anderes Bild leben , als das des Gatten , den ihr der Himmel gegeben hat . Das Alles mußte ich dir sagen , Agathokles ! damit du mein Betragen seit dem ersten Augenblicke unsers Wiedersehens verstehen , und richtig beurtheilen könnest . Dein Brief hat mich gerührt und erschüttert . Glaube nicht , Freund meiner Jugend ! daß es mir gleichgültig ist , ob der edelste Sterbliche , den ich je kannte , mich noch seiner Liebe werth hält oder nicht : aber eben so sehr muß es mir am Herzen liegen , mich sowohl in seinen Augen zu rechtfertigen , als jeden Versuch zu machen , den Schmerz , der ein so edles Gemüth ergriffen , zu mindern , und die Kräfte , die in ihm liegen , hervorzurufen , damit es ein unabänderliches Schicksal gelassen ertrage . Denke , mein Freund ! an die Lehren der weisen Heiden , die wir einst mit einander bewunderten ; erinnere dich der Vorsätze , die du damals oft mit glühender Seele faßtest , alle äußerlichen Zufälligkeiten , aber zuerst dich selbst zu besiegen . O , daß ich dir noch dringendere Aufforderungen , die meine Religion mir bietet , sagen dürfte ! Wenn es einen Theil deiner Beruhigung ausmachen kann , über meine Lage unbesorgt zu seyn , so wisse , daß du dir von meinem Loose , als Frau des Demetrius , falsche Begriffe machest . Ich bin nicht unglücklich verheirathet , mein Gemahl achtet